Die beste Big Band der Schweiz

Die habe ich heute gehört, die beste Big Band der Schweiz. Jedenfalls hat sie der Pepe Lienhard so genannt. Aber beginnen wir beim Beginn.

An der heutigen Gala-Night des SJO wirkte der besagte Pepe als Special Guest mit. Und nicht nur dirigierte er die Band, er sagte auch die Stücke an und nutzte dabei die Gelegenheit, eine kleine Anekdote zum Besten zu geben. Er habe, nach dem letzten Mal, da er mit dem SJO zusammengearbeitet habe, in einem Radiointerview gesagt, das SJO sei die beste Big Band der Schweiz, worauf er sich auf dem Dienstweg einen Rüffel eingehandelt habe, er solle gefälligst nicht fremde Bands loben. Heute Abend aber hat er seine Meinung bekräftigt, und ich schreibe das jetzt hier mal einfach so, und hoffe dabei, ihm nicht noch einen weiteren Rüffel zu bescheren.

So einen Rüffel, den stelle ich mir in etwa so vor: Pepe sitzt gemütlich morgens um halb Zehn in seinem Büro im Kompetenzzentrum Militärmusik in Aarau, schlürft sein Znünikäfeli und isst das obligate Knoppers. Wie ein Wirbelwind stürmt da plötzlich der Verantwortliche für Disziplinarverfahren, Maj P. M., in den Raum, und lässt los: «Pepe! Das goht doch aifach nitt! Es goht um dr Khlang, und ums Marketing! Du khasch nitt aifach en anderi Big Bänd loobe, waiss Gott nit, ich find das s Hinterletschti! D Swiss Army Big Band isch s ainzig wo du lobe dörfsch!»

So in Etwa könnte sich das abgespielt haben. Und dann kommt noch der Oberst G. hinzu und sagt: «Ihr sind alles geili Sieche, aber 90% vo dir, Pepe, isch es Arschloch», und das wäre es dann gewesen.

Merkt man, dass mir mein dräuender WK vom kommenden Mai bereits auf dem Magen liegt?

Der Stimmenzähler

Wieder einmal war mir vor geraumer Zeit ein Brief ins Haus geflattert, der mich informierte, der Gemeinderat habe mich «für die Abstimmung von Bund, Kanton und Stadt Bern […] als Mitglied eines Stimmausschusses gewählt.». Da ich diesmal keine wichtige Sonntagmorgenprobe hatte, sondern lediglich ein Sonntagnachmittagkonzert, hatte ich keinen Grund, erneut zu fehlen, und ging also hin.

Eigentlich unspektakulär, so eine Stimmenzählete, wenn da nicht die Wahl des Ersatzregierungsrates gewesen wäre. Die «Wahl», meine ich. Kandidiert hat lediglich der Christoph Neuhaus von der SVP, und so kann von Wahl auch nicht wirklich die Rede sein, was manchen Wählern (oder wie nennt man die in dem Fall? Nicht-Wähler? Wahllose?) zu ungeahnter Kreativität verholfen hat:

Noch harmlos war, wenn da zum Beispiel «Ursula Haller» gewählt werden sollte, denn die gibt’s immerhin, und sie macht Politik. Ebenfalls ein lebender Politiker ist «Barack Obama», und auch den «George W. Bush» wollte jemand als unseren Regierungsrat haben. Mir persönlich würde da die ebenfalls vorgeschlagene «Angelina Jolie» wesentlich besser passen! Ebenfalls im Angebot standen «Globi», «Donald Duck», zwei mal «Jim Pans», und auch «James Bond» durfte natürlich nicht fehlen. «Heinrich Himmler» hingegen fand ich bereits an der Grenze zum schlechten Geschmack. Jemand hätte gerne «doof!» gewählt, ein anderer wünschte sich «Frechheit!». Zwei Personen gaben sich wirklich Mühe, und schrieben ein nettes kleines Textli darüber, dass eine Wahl mit nur einer Option ja gar keine Wahl mehr sei, sondern ein Witz, und da haben die ja gar nicht so unrecht, aber item.

Und das waren jetzt bloss die Muster, die von mir oder meinen Nachbarn ausgezählt wurden, und die ich mir merken konnte. Man stelle sich einmal vor, was da schweizweit zusammen gekommen sein muss!