Von redseligen Betrunkenen und Polizisten

Der Betrunkene war im Nelson’s Pub, die Polizisten auf der Strasse.

Nein, liebes Schwesterchen, du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich weiss ja, dass du denkst, im Nelson’s Pub werde man zwangsläufig entweder rechtsextrem oder abgeschlagen. Trotzdem ist mir gestern Abend nichts dergleichen passiert.
Bloss zugetextet wurde ich. Wobei’s die Rahel noch viel schlimmer erwischt hat, als mich. Wir sassen ganz harmlos auf unseren Stühlen, als plötzlich dieser Typ sich zu uns setzte, und zu reden begann. Ich habe keine Ahnung mehr, wovon er genau sprach, aber es war jedenfalls so viel und solch ein Gewäsch aus pur lauteren Frauenverstehersätzen, dass ich gar nicht verstand, worum’s ging. Offensichtlich hatte er gefallen gefunden an der Rahel. Jedoch ist ein so ungebremster Redefluss mit der Zeit recht anstrengend, besonders, wenn man ab und zu ein interessiertes «Ja, genau!» einwirft. Wir haben uns darum schliesslich verabschiedet, und den Redner wieder seiner Einsamkeit überlassen.

Ich habe aber auch anderes vom gestrigen Abend zu berichten. Wusstest du zum Beispiel, wie unsere Polizisten beschriftet sind? Ich weiss es seit gestern: wenn «Police» auf der Jacke steht, dann ist er entweder von der Berner Kantonspolizei oder von einem anderen Kanton, wenn «Polizei» draufsteht, ist er von der Stadtpolizei.
Was ich bisher auch nicht wusste, ist, dass es mitten in der Stadt, genauer gesagt: unterhalb vom Chop-Records eine Schlafstelle für verzweifelte Männer gibt. Vielleicht auch für nicht-verzweifelte Männer, allerdings müsste ich mich dann fragen, was ein nicht-verzweifelter Mann mitten in der Stadt mit seinem Schlafsack treibt…

Und zum Schluss noch dies: nicht alle Polizisten sind üble Gesellen, vgl. hier und hier. Nein, es gibt durchaus auch hilfsbereite und freundliche (!) Gesetzeshüter. So hatten wir gestern zum Beispiel ein interessantes Gespräch mit drei Polizisten, wo wir die Sache mit «Police»/»Polizei» geklärt haben. Und von zwei anderen Polizisten haben wir erfahren, dass die Beamten, welche bei einer Demo zum Einsatz kommen, vom sog. Ordnungsdienst sind. Es sind also weder Kriminaler noch Verkehrspolizisten.
Nun bin ich mit dieser Berufsgattung wieder im Reinen. Jetzt bin ich nur noch gespannt, wie mich der Polizist morgen behandeln wird, wenn ich meinen Velodiebstahl melden gehe.

Regenhosen brauche ich in nächster Zeit nicht mehr…

… denn mein Fahrrad wurde geklaut :-(.

Es ist ja nicht so, dass ich mich nur aufregen kann, wenn ich auf dem Velo sitze. Nein, ich kann mich sehr wohl auch aufregen, wenn ich nicht auf dem Velo sitze. Und in nächster Zeit werde ich sogar gezwungen sein, mich ausschliesslich aufzuregen, wenn mein Velo weit, weit weg ist von mir. Denn heute wurde mir mein Velo unrechtmässig entwendet.
Ich habe nicht geglaubt, dass ein DVD-Abend beim Bolzli so gefährlich sein könnte. Da sitzt man gemütlich auf dem Kanapeh und schaut sich einen tiefgründigen Film an, und kaum ist man wieder draussen, merkt man, dass vom Velo bloss noch das Körbli und Teile des Hup-Tiers übrig sind. Das ärgert! Fahrräder stehlen, das macht man doch einfach nicht, das verstösst gegen jeglichen Knigge! Nicht genug, dass mein Hup-Löwe zerstört ist, nein, nun sind auch die Regenhosen bis auf weiteres nutzlos! Wenn ich diesen gemeinen Dieb zwischen die Finger kriege, dem reisse ich die Zunge raus und füttere sie ihm durch den After (After! Welch euphemischer Ausdruck für Arsch!)! Gopfertorisiechnomauhueremischt! 😡