«Nächster Halt: Brunnadernstrasse…»

Allein im Tram sitzend hatte ich vorhin den Gedanken, dass es doch eigentlich schade ist, dass die Haltestellen von dieser Automatenfrauenstimme angesagt werden. Zwar wird man mit allerlei nützlichen Informationen versehen, wie z. B.: «Nächster Halt: Brunnadernstrasse. Weiterfahrt Richtung Saali. Umsteigemöglichkeit auf die Linie 5, Richtung Ostring, und auf die RBS-Linie G, Richtung Gümligen-Worb». Dies ist wirklich praktisch, gerade, wenn man nicht häufig auf einer Strecke verkehrt.
Aber früher, als noch die Schofföre diesen Job zu tun hatten, war das jedesmal ein ganz persönliches Erlebnis: Botz, dieser Trämeler hat wohl gestern ein wenig zu lange gefeiert, bei dieser Bier-Stimme!, oder: Hm, der ist bestimmt schwul, so wie der diese Haltestelle ausspricht!, konnte man sich alben überlegen.
Ein Highlight war es jeweils, wenn sich unerwarteterweise eine Frauenstimme zu Wort meldete. Man fühlte förmlich einen Ruck durch die Passagiere gehen, wenn sich wohl jeder (männliche) Fahrgast dachte «Uiuiui, e Frou am Stüür. Wenn das nume guet geit!» ;-).
Manchmal aber kam gar keine Ansage. Dann durfte man sich den Grund dafür selbst zurechtlegen: hatte der Trämler keine Lust? War es böser Wille? Hatte er es vergessen, oder Angst vor Mikrophonen, oder keine Ahnung, welche Haltestelle es war?