Fette Grooves, hohe Töne und tief geschachtelte Sätze

Jetzt weiss ich, was sein Geheimrezept ist: Zum Frühstück isst er Groove, beim Znüni gibt’s ein Stück Musikalität, am Mittag eine gehörige Portion Rhythmus und Taktgefühl, zum Zvieri ein Redli Inspiration, und am Abend gönnt er sich abwechslungsweise Genialität und Kreativität. Kein Wunder spielt er wie ein junger Gott, der Rico Baumann! Ich könnte mir gut vorstellen, dass er mit dem Hi-Hat unter dem Kopfkissen schläft. Oder sich des Nachts gemütlich in der Bass Drum einrollt. Jedenfalls ist er definitiv mit Drumsticks in den Händen zur Welt gekommen.

Was ich hingegen immer noch nicht ganz verstehe, ist, wie Dave Blaser, der Lead- und damit per Definition lauteste und höchste Trompeter der Band, das mit den hohen Tönen macht; gurgelt er vor dem Konzert prophylaktisch mit Vita-Merfen, damit seine Lippen, die bei den sieben- und achtgestrichenen Fissen und Gissen (f#“““‘ oder g#““““, immerhin!), die er mit traumwandlerischer Sicherheit und sagenhaften 500 dB in den Raum pustet, zwangsläufig in blutige Fetzen gerissen werden, wieder einigermassen zusammenheilen? Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären.

Hast Du auch so Freude wie ich an dem dreifach geschachtelten Satz von vorhin? Ich sage: Gäbe es keine Jazzmusik und keine Big Band, die mich montagabends von grösserem Unsinn abhielte, ich verbrächte den grössten Teil meines Lebens mit der Konstruktion absurder Schachtelsätze! Das wäre ein Leben und Lesen!

Drum sei also dankbar, gibt’s das Swiss Jazz Orchestra. So kannst Du den Montagabend mit besserem verbringen, als der Lektüre meines Blogs. Halleluja.

Und gute Nacht.

Ach, was ich noch sagen wollte: Die neue CD, Sincerely Yours, Swiss Jazz Orchestra, die ist also echt der Hammer! Die geht zu beiden Ohren rein, und bleibt dann da, und dann bringt sie den ganzen Körper in Wallung und man kann nicht mehr still auf dem Tabourettli sitzen, sondern MUSS einfach rhythmisch zu wippen beginnen, bis dann später das Tanzbein mit einem durchgeht und man nur noch ekstatisch durchs Zimmer wirbelt! Ich nehme an, unsere Nachbarn hatten ein Mordsgaudi, als sie mir durchs Fenster beim Musikhören zusahen. Naja, hören konnten sie die Musik wahrscheinlich auch, sogar durch die doppelverglasten Fenster, bei der Lautstärke, auf die meine Stereoanlage eingestellt war …

Jedenfalls kann ich das silberne Doppelscheiblein jedem empfehlen! Und zwar zum Kauf!

GMF live!

Wooowww!! Wenn’s wieder mal einen Bahnhofsplatzumbau gibt, werde ich dafür stimmen! Und ich werde hoffen, dass es wieder ein grosses Einweihungsfest gibt! Und ich werde hoffen, dass wiederum Grand Mother’s Funck spielen!

So wie heute Nacht.

Botzblitz! Gegruhft und gefunckt haben die bis an den Bach aben. Und als Höhepunkt betrat sogar das [Zitat:] „Maskottchen“, eine 60-jährige Dame, die Bühne, und dieses Maskottchen hat dem Publikum auch vei eingeheizt, sowohl mit gesanglichen Einlagen, als auch mit gewagtem Hüftschwung. Der Wahnsinn in Stützstrümpfen!

Am Ende des Konzertes hiess es: Me cha de dert links no CDs choufe, und weil ich gerade am Strumpf war, wollte ich diese CDs kaufen. Jedoch fand ich dort links nichts, was einem CD-Verkaufsstand geähnelt hätte, und so schlich ich mich hinter die Bühne, um mich zu erkundigen, wo ich Tonträger erwerben könne. Im Tibits, lautete die Antwort, aber ins Tibits wurde ich nicht mehr eingelassen: „Nenei, isch zue hie, du nümme chasch da inecho, isch zue, nenei!“ beschied mir ein gebrochendeutschsprechender Geschäftsführer. Ich also zurück hinter die Bühne, und klagte dem Gitarristen im knallorangenen Anzug mein Leid. Der hatte erbarmen, und machte sich extra für mich auf die Socken, um das Köfferli mit den CDs zu suchen. Kurze Zeit später kehrte er wieder, offenbarte mir die Pracht von sage und schreibe 8 pressfrischen CDs zum Schnäppchenpreis, fragte nach meinem Namen und stellte sich selber als Bärni vor. So bin ich nun mit einem weiteren Turbinenmusiker duzis (der es morgen bereits wieder vergessen haben wird, aber item) und um 8 CDs reicher. Eine super Sache! In den nächsten Wochen wird die wgChutz unter den Klängen von Grand Mother’s Funck erbeben! Ich freue mich!

PS: Vor lauter Lob sollte ich es nicht unterlassen, zu erwähnen, dass ich bereits heute Nachmittag am Fest war. Unter anderem habe ich da den Konzerten von Tango Media Docena und Gundi beigewohnt, die mir beide sehr gefallen haben. Nur leider war mir weder die Gelegenheit noch die finanzielle Flüssigkeit vergönnt gewesen, CDs dieser Bands zu erwerben. Nunja. Nächstes Mal dann.