Ach Migros, schon wieder du …

Ich sei ein Migros-Kind, dachte ich immer. Jedoch finde ich mich schon wieder dabei, wie ich ebendiese Migros mit einigem Kopfschütteln zu betrachten mich gezwungen sehe. Und dies beileibe nicht zum ersten Mal, das kann ich mit Fug und Recht behaupten.

Was ist davon zu halten, wenn der Cumulus-Bon, der einem an der Kasse ausgehändigt wird, so aussieht?

Ein Kassenzettel mit ... merkwürdigen Zeichen drauf.
Ich bin mir nicht so ganz sicher, was mir die Migros hier mitteilen will.

Ob sie da den Informatikschnupperstift damit beauftragt haben, dem Röhrencomputer UTF-8 beizubringen? Ob böse, böse Hacker am Werk waren? Ob der Drucker einfach einen gottlosen Kater vom Vorabend auskurieren musste? Das wird’s wohl sein. Dabei war damals noch gar keine Fasnacht. Ach so, kürzlich ja auch nicht … àpropos: Ob sich die Pizzeria Corona in Schlieren nun umbenennt?

Liebe Migros-Bank!

Liebe Migros-Bank

Wir müssen ein ernstes Wörtchen miteinander reden. Was ich heute gelesen habe, schlägt dem Fass den Boden aus. Jedenfalls meinem persönlichen Orthografie- und Grammatikfass.

Eine gut unterrichtete, hier aber anonym bleibende Quelle hat mir folgendes Bildmaterial zukommen lassen:

Der wohl idealste Artikel des Tages.

Wer nicht auf den ersten Blick am liebsten lauthals losschreien möchte, der möge sich eine andere Website als die Meine zum Gemüte führen. Wem es aber, wie mir, sämtliche Zehennägel durch die stahlkappenbewehrten Sicherheitsschuhe nach oben klappt, wenn er des Wortes „optimaler“ ansichtig wird, der kann mir wohl nachfühlen, dass ich ob derlei – nun – Geschreibsel nicht nur ungläubig den Kopf schütteln kann, sondern mich mit Leib und Seele in bluthöchstdruckige Rage hineinsteigere.

Dabei müsste ich es ja eigentlich besser wissen: Immerhin hat die Migros in der Vergangenheit mehr als einmal bewiesen, dass sie das mit der Sprache nicht allzu genau nimmt, sei es nun auf Deutsch, auf Französisch oder auf Englisch.

Aber beim „optimaler“ fängt es ja erst an! Da nennen sie sich selber „Migros Bank“. Migros Bank, mit Deppen Leer Zeichen! Ich glaub’s nicht! Handelt der Artikel etwa von der Migrosfiliale in der Gemeinde Bank oder was? Allerdings würde es mich sehr wundern, wenn die Migros, die ja kaum in Frankreich oder Deutschland Fuss zu fassen vermag, ebendies in Ungarn täte.

Weiter geht es mit der „Persönlichen Anlageberatung“, die konsequent gross geschrieben wird. Und dabei meine ich nicht die Anlageberatung, bei der die Grossschreibung aufgrund der Tatsache, dass es sich dabei um ein Substantiv handelt, vollkommen korrekt ist. Nein, beim Adjektiv persönlich stört mich die offenkundig falsche Grossschreibung. Man komme mir jetzt nicht mit „Ehjagäu, das isch haut d Bezeichnig vo däm ganz spezielle Produkt, wo d Migros-Bank da abietet. Das isch e Eigename!“ FÜDLEMÖÖGGE EIGENAME sage ich da, und NÜT ISCH! Das ist falsch und basta.

Man kann von Glück sagen, dass mir der Artikel nicht vollständig vorliegt. Wer weiss, welche sprachlichen Abgründe sich mir sonst noch offenbart hätten, die mich zu weiteren Adrenalinschüben, Haarraufereien und Verzweiflungsschluchzern getrieben hätten. Magengeschwür ahoi, sage ich da nur!

Liebe Migros-Bank. Bitte, bitte erbarmt euch meiner und verabschiedet euch wenigstens vom unbestreitbar falschen „optimaler“. Etwas Optimales kann man schlicht nicht steigern. Genauso wenig übrigens wie etwas Ideales, wenn wir schon beim Thema sind. Schreibt euch das hinter die Ohren.

Und damit … gute Nacht.

Ach, Migros, wie schindluderst Du mit unserer schönen Sprache!

Bald ist Ostern und die Migros macht Reklame für irgendsoeine Aktion:

Superhäslis … aso bitte!

Echt jetzt, liebe Migros? „Superhäslis“??? Welcher grammatikalische Geier hat euch denn da wieder mal ins Hirn gekackt? Auch wenn sich ein Häsli vermehrt, so bleibt es sicher mal S-los am Ende: Ein Häsli, zwei Häsli. Da ändert auch ein Super-Präfix nichts!

Soll ich in Zukunft drei Öpfelis und fünf Birelis bei euch bestellen? Zwei Lauchs und 17 Erdbeeris? Schoggieilis? Specktranches? Pouletschenkels?

Gibt’s auf dem Bauernhof nebst den Häslis auch Kühlis und Kälblis, Schäflis und Lämmlis, Geisslis und Gitzis, Söilis und Färlis? Weizenkörnlis und Grashälmlis?

Ihr seid doch grammatikalische Tubelis. Lölis und Glünggis. Idiots und Depps.

Oder handelt es sich etwa um einen Tippfehler und die Familie Hösli ist jetzt super? Weshalb dann aber das Häsli? Fragen über Fragen.

Liebe Migros, gebt doch bitte besser darauf acht, was ihr schreibt. Auch wenn ihr sparen und Stellen streichen müsst, so reicht es doch wohl immer noch für ein professionelles Lektorat. Den Stift, der offensichtlich diese Werbekampagne ausgebrütet hat, könnt ihr ja wieder zum Telefondienst einteilen.

Die Leiden des jungen Hausmanns

SCHEISSE, sage ich! Und SCHLECHT! Und: SCHWEINEREI!

Mit der vollen Ladung schönster Sch-Wörter eröffne ich also den Reigen schauriger Schimpfwörter. Und was bringt mich dazu, derart unflätig die Röhren des Internets zu befüllen? Unser Scheiss-Glettyse, das verdammte. Das süderet wie ein Wald voller Affen, und als ob Hemmli gletten nicht schon arg genug wäre, muss das verfluchte Billigding immer derart über den Ärmel oder den Kragen pissen, dass die Chose tropfnass wird und gewiss nie mehr trocknen wird. Da brauche ich pro Hemd gut und gerne mal ein halbes Stündchen länger! Dabei noch nicht mal eingerechnet ist die Zeit, die ich jetzt – zwingend! – für diesen Beitrag aufwenden musste! Es ist eine Souerei, ist es!

Das Bügeleisen der Hölle nennt sich übrigens ganz harmlos und hinterlistig MIOSTAR MI 4000. MIOMIST WÄH 00 würde da wesentlich besser passen. Affenteil, das. Rrrrrregt mi uf!

Ich weiss GANZ GENAU, dass der Herr Herbert Bolliger, der oberste Chef meiner geliebten Migros (denn eigentlich bin ich ja ein Migroskind), bei sich zu Hause sicher nicht mit diesem Dingsbums seine Hemmli glettet. Der würde sich derewäg aufregen, dass dieses Unding schon längst aus dem Sortiment entfernt worden wäre. Oder aber er lässt seine Frau die Hemden bügeln. Oder eine arme Haushälterin. So wird es wohl sein.

So ein Tyrann.

Grüessech, uf Widerluege!

Wahnsinn und Leitschbihd sind die Worte, die mich durchzucken, wenn ich daran denke, was ich soeben an der Migroskasse erlebt habe. Noch nie – nie! – wurde ich derart – derart!! – schnell – SCHNELL!!! – bedient wie heute Abend in der Eigerplatz-Migros. Ich hatte kaum den letzten Artikel auf dem Band deponiert, da nannte mir die unbegreiflich speditive Dame hinter der Kasse auch schon den geschuldeten Betrag. Staunend streckte ich ihr erstmal die Kumuluskarte entgegen, welche sie mit gewiefter Routine in absurder Geschwindigkeit erfasste, und bezahlte. Beim Einpacken wurde mir bewusst, WIE SCHNELL das ganze vonstatten gegangen war und so konnte ich es mir nicht verkneifen, das charmante Fräulen darauf hinzuweisen: „Dir sit itz aber ungloublech speditiv gsi, i ha gloubs no nie sone schnäui Kassierere atroffe!“ gestand ich ihr und auch die Dame am Förderband hinter mir bestätigte meine Aussage mit einem zustimmenden Raunen. „Ehja, u öppe no chli im Stress“, entgegnete mir Mrs. Superspeed lächelnd aber leicht gehetzt, derweil sie bereits die nächste Kundin abfertigte.

Ich möchte nur betonen: Selbst wenn ich mich als Amateurrobocop versuche, werde ich nie im Leben auch nur annähernd einen Bruchteil der Bearbeitungsgeschwindigkeit dieser übermenschlichen Kassiererin erreichen! Also: So glatt es auch ist, Kunden ihre Waren selber scannen zu lassen: eine echte Kassiererin wird man nie und nimmer ersetzen können. Basta.

PS: Wer mich rügen will mit dem Hinweis, man sage nicht Kassiererin, sondern Kassierin, dem präsentiere ich einen Essay unseres Freundes Konrad Duden.