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Einen hübschen Gürtel aus Rosen

Eine Gürtelrose also. Fachbegriff: Herpes Zoster. Der Fall sei sonnenklar. Da müsse man jetzt abwarten und könne mit einer Schütteltinktur den Juckreiz lindern.

„Schütteltinktur“! Schon alleine dieses Wortes wegen hat sich der Anruf gelohnt! Und „Herpes Zoster“! Wow!

Gesagt hat obige Weisheiten nämlich die Frau Doktor am Medizinertelefon und zugehört habe ich. Mit meinem Krankenkassenmodell bin ich verpflichtet, vor Ärztekonsultationen zuerst zum Hörer zu greifen und telefonisch meine Bobochen und Wehwehchen zu schildern, was ich heute Morgen getan habe, nachdem ich hatte feststellen müssen, dass sich der rote Ausschlag am Rücken einen weiteren, kleinen Ableger unter der linken Schulter zugelegt hat, und weil ich nicht sicher war, ob da nicht vielleicht bald einmal ein Alien aus mir heraus bricht, suchte ich fachmännischen – in diesem Falle eher: fachschfräuischen – Rat am Telefon und stelle soeben fest, dass dieser Satz bedrohlich lang zu werden scheint, weswegen ich ihn jetzt mit einem Punkt abschliesse.

So eine Gürtelrose, wurde ich belehrt, die könne bei Leuten, welche die Spitzenblateren hinter sich haben, einfach mal so ausbrechen, wenn es ihr gerade passe, und offenbar hat sich meine Gürtelrose vor einer knappen Woche dazu entschlossen. Und seit heute hat sie sogar einen Namen.

Ich tinktiere jedenfalls die juckenden Stellen nun mit meiner Schütteltinktur (welch ein Wort!) und hoffe, dass sich die zwei munzigen Fleckchen nicht etwa derartig ausweiten.

Gute Besserung. Danke.

Ohn‘ Telefon, ohn‘ Kommunikation

Ich habe ein erstaunlich internetfreies Wochenende hinter mir. Dies nicht ganz freiwillig, allerdings wohl auch nicht zu meinem Schaden. Als störend kann höchstens empfunden werden, dass nebst dem fehlenden Internet auch das Telefon geschwiegen hat. Und zwar sowohl ein- als auch ausgehend. Und dies kam so:

Irgendwann im Verlaufe des Sonntagnachmittages wurde es still auf der Telefonleitung. Das Freizeichen blieb aus, wenn wir den Hörer abnahmen, und wenn wir versuchten, von beliebigen mobilen Telekommunikationsendgeräten auf unseren Festnetzanschluss zu verbinden, wurden wir umgehend mit einem Besetztzeichen abgewimmelt.

Auch die Internetverbindung verhielt sich verdächtig ruhig, soll heissen: War dem Tod näher denn dem Leben. Kein einziges Bit fand den Weg weder nach aussen noch nach innen.

„Ja super, hei di Giele bi Orange wider mau öppis küngelet! Gratuliere!“, dachten wir, und geduldeten uns.

Am Montagmorgen: Totenstille auf allen Leitungen. Also griff ich zum Hörer meines vorübergehenden mobilen Telekommunikationsendgerätes und wählte die Gratishotline von Orange. Ich wählte mich wie ein Wilder durch den automatischen Sprachdienst, um am Ende Bescheid zu kriegen, ich sollte bittesehr auf die andere Hotline, die für die technischen Fragen, anrufen, die wo elf Rappen pro Minute kostet. Was ich dann auch tat. Oder besser gesagt: versuchte, denn 0900er-Nummern sind von meinem vorübergehenden mobilen Telekommunikationsendgerät gesperrt. Ebenso von dem Corni seinem, und von den flitterwochigen Roman und Inés war in diesem Moment keine grosse Schützenhilfe zu erwarten.

Dann also ab in die Telefonkabine, notabene mit dem grossen, dicken Ordner, der alle Orange- und Swisscom- (und sonstigen) -Unterlagen enthält. Postcard in den Schlitz, und — dann der Ärger: Offensichtlich funktioniert die Postcard an den öffentlichen Telefonen bereits nicht mehr. Dann halt wieder zurück in die WG, um alles vorhandene Münz zusammenzukratzen, denn wer weiss, wie lange man in der Warteschlaufe verweilen muss, bis man endlich an die Reihe kommt, und das kann dann teuer werden.

Mit genügend Kleingeld ausgestattet startete ich den zweiten Versuch. Die Warteschlaufe entpuppte sich als angenehm kurz, und der orange Herr am anderen Ende der Leitung als angenehm freundlich und hilfsbereit. Bereits nach kurzer Zeit hatte er das Problem als sich in der Swisscom-Zentrale befindlich eruiert.

So wählte ich dann halt die zum Glück kostenfreie Störungsnummer der Swisscom, wo ich nach Nennung der gestörten Telefonnummer vom sympathischen Frollein als „Herr Hellfiger“ begrüsst wurde. Nunja, Häfliger ist für deutsche Zungen allem Anschein nach ein komplizierter Name.

Jedenfalls wurde für unseren Anschluss ein Trouble-Ticket eröffnet, und am Abend um sieben ereilte mich der Telefonanruf eines weiteren freundlichen Frolleins (arbeiten da eigentlich ausschliesslich freundliche Frolleins, bei der Swisscom?), sie müssten uns einen Techniker ins Haus schicken, und das würde „am Zischtig morge zwüsche achti u zwöufi“ passen. Hey! Hervorragend! Ich liebe präzise Zeitangaben!

So blieb ich denn heute Morgen zu Hause, des Technikers harrend, der da kommen möge.

Er kam, sah, und schraubte. „E Churzschluss uf dr Leitig“ diagnostizierte er, flickte die Chose, und Telefon und Internet funktionieren seither wieder Reibungslos.

Das ist denn auch der Grund, dass ich hier und jetzt bloggen kann. Ist die Technik nicht ein gar wundersames Ding?

Kling, Telefon, klingelingeling

Düdlüdlüdlü hat das Telefon gerufen, und damit äusserst unsanft Patent Ochsners Föhn unterbrochen, was schon von vornherein einen gewissen Unmut in mir hervorgerufen hat. Mit „Mänu Friedli“ meldete ich mich, und wurde mit einem nicht eben schönen Dialekt konfrontiert: „Grüezi, da isch Dschennifer So-und-so vom Forschigsinschtituut Link in Züriii. Mir sueched de Ullrich Friedlii, sind siiie das?“ Ja, klar bin ich das, deshalb melde ich mich auch mit einem Mänu vor dem Friedli! Klever kombiniert, Knallfrosch!

Ich verneinte und konnte so die Dame relativ problemlos abwimmeln. So wie heute Mittag, als mir ein Herr von einem Schlüsselverlustanhängerrücksendedienstleistungsanbieter einen ebensolchen Schlüsselverlustanhänger zwecks Rücksendung andrehen wollte. „Nei, i ha no nie e Schlüssu verlore, und ja, i ha scho sone wunderbare Schlüssuahänger“, notlog ich. Eine kleine Lüge in Ehren kann nicht mal ich verwehren.

Wer hat Telefonmarketing erfunden? Würde sich die betreffende Person bittesehr gehörig von jemandem verprügeln lassen? Danke!

Frohe Kunde – per Telefon!

Wir dürfen uns auf Montag freuen. Denn mein E-Mail hat Früchte getragen!

Beim gestrigen Nachhausekommen traf ich auf meinen einigermassen erstaunten Vater, der mich frug, ob ich einen Herrn S. kenne. Sofort erinnerte ich mich: S., so heisst der vom ewb, der wo doch da mit den Uhren, der wo ich ihm ein Mail geschrieben habe, der heisst S.! — Jaja, der habe drum heute angerufen, so mein Vater weiter. — Wie bitte, angerufen? — Ja, so richtig, per Telefon.

Also, ich will rekapitulieren, was da genau gegangen ist: Herr S. hat bei uns zu Hause angerufen, ich war nicht da, mein Vater nahm den Hörer ab. Es gehe um die Uhr, hat der Mann am anderen Ende gesagt. — Mein Vater verstand Bahnhof. — Um die elektrische Uhr am Bundesplatz, um die ohne Zeiger, gehe es. — Mein Vater verstand Hauptbahnhof. — Eh, er habe hier ein Mail von Manuel Friedli vor sich, wegen dieser Uhr. — Meinem Vater dämmerte es, und er liess sich aufklären. Die Aufklärung lautet nun also folgendermassen, dass Herr S. vor zwei Wochen seinen Mitarbeitern den Auftrag erteilt hat, die Ersatzuhr zu montieren (und nicht etwa monieren, wie ich das fälschlicherweise getippt hatte). Ich denke, die sind eis i d Beiz go suuffe, sonst wäre doch diese Uhr schon lange montiert! Item. Herr S. will sich jedenfalls jetzt nochmal drum kümmern, und am Montag dann wird die Ersatzuhr ganz, ganz sicher! eingebaut. Na, da bin ich mal gespannt!