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Auf nach Montreux! … hoffentlich

Grossartiges Timing: Morgen Samstag findet der 41. Schweizerische Brass-Band-Wettbewerb statt, und ich liege im Bett. Nicht etwa aus Faul-, sondern vielmehr aus Krankheit.

Nun gut, die Tatsache, dass ich mich zu diesem Umstand bereits wieder schriftlich zu äussern vermag, stimmt mich zuversichtlich: Mit Hilfe des guten, alten NeoCitrans werde ich mich bis morgen genügend aufpäppeln, um zumindest die 15 Minuten auf der Bühne des Auditorium Stravinski zu überstehen.

Trotzdem bin ich wohl mehr denn je auf deine gedrückten Daumen angewiesen! Also hopp, wünsch uns Erfolg (denn eine Glückssache darf es nicht sein)!

37.8 °C. Leider weder Wasser- noch Lufttemperatur.

Schon merkwürdig, eigentlich, was für einen Unterschied so ein lumpiges Grad Celsius machen kann. Vorausgesetzt, es kommt vom Körperinneren her. Mit 36.8 °C ist alles schön und gut, aber kaum dreht der Hypothalamus, dieser heimtückische Heizer, das Ventil um ein Grädchen rauf, ist fertig lustig.

Immerhin ermöglicht unsere moderne pharmazeutische Industrie es mir, dem fiebrigen Dämmerzustand zu entfliehen. Hiess es im Mittelalter wohl: „Fieber? Aderlass!“, so lautet heutzutage das Gebot der Stunde: „Fieber? NeoCitran©®™!“ Und siehe!, es wirkt bereits! Der Schweiss dringt mir aus allen Poren, dass Gott erbarm, und das kann nur eines bedeuten: Mein Heizer, Herr H. Ypothal-Amus, hat auf Geheiss der novartis’schen Pharmazeutika die Körperkernsolltemperatur auf ein erträgliches Mass reduziert und so befinde ich mich nun im Zustande der Kühlung.

Völlig doof, eigentlich: Zuerst heizen, wie ein Wald voller Affen, dann schwitzen wie derselbe, nur, um am Ende wieder bei 0, bzw. um die 36.5 °C, zu landen. Das ist ja genau so, wie wenn Du im Haus die Heizung aufs Maximum stellst und dann merkst: „Öu blöd, heiss!“ und dann die Fenster aufreisst, um Dir Linderung zu verschaffen. Völliger Energieirrsinn. Also, ich persönlich werde wohl niemals das Minergielabel erhalten.

Aber merkst Du, wie ich gesprächig werde? Wohl geht meine erhöhte – und mittlerweile künstlich gesenkte – Temperatur mit einer ausgewachsenen Logorrhoe einher! Das trifft sich gut, denn ich habe viel zu erzählen: Da wäre zuallererst natürlich der Faust am Stadttheater Bern (der wo gestern Premiere hatte, die ich mir natürlich nicht entgehen liess), dann könnte ich die Geschichte von der Spinne und dem zuckenden Bein erzählen, oder mich über mein geflicktes Velo freuen!

Aber ich glaube, das hat Zeit bis zum nächsten Beitrag. Da ich ja nun ans Bett gefesselt scheine (übrigens e sehr guete Momänt – zwei Tage vor meinen Ferien!), habe ich Zeit und Musse, mir die Langeweile zu vertreiben. Wenigstens etwas Gutes am Ganzen.

Gute Nacht!

Groove: Die beste Medizin

Kränkelig fühlte ich mich allenthalben, am Montagabend, und wusste nicht so recht, wie es mit mir weitergehen sollte. Ich werweisste: Bleibe ich zu Hause, kuriere mich mit Wadenwickeln und bitterer Medizin, damit ich mich morgen wieder ins Büro schleppen mag und nach einem verpatzten Wochenstart halbherzig in die Tasten greife? Oder fasse ich mir ein Herz, nehme den weiten weg ins Hübeli auf mich, gönne mir heisse Rhythmen, die mir sicherlich mehr einheizen als der heisseste Kamillentee, damit ich morgen voller Elan programmiere, was das Zeug hält, den besten Code meines Lebens® schreibe und also nicht nur glücklich bin, sondern damit auch unsere Kunden glücklich mache?

Zugegeben: Eine rhetorische Frage. Mein Herz fasste ich mir allerdings erst, als das Swiss Jazz Orchestra mutmasslich bereits zu spielen begonnen hatte, und kam darum viel zu spät. Ich sagte mir, wenn’s mich putzt, dann will ich die letzte Ölung wenigstens bei guter Musik erleben! Im ersten Set erwischte ich dann nur noch 2 ½ Stücke, merkte aber schon nach den ersten Takten, dass meine Entscheidung die goldrichtige gewesen war: Mein Herz ging auf und der Schnupfen schwand, so eine Groove Night tötet eben alle Bakterien zuverlässiger als Novartis und Ciba-Geigy zusammen! Das obligate Bärner Müntschi in der obligaten Pause – welche diesmal etwas länger dauerte, da sich der den abwesenden Till Grünewald ansagetechnisch vertretenden Adi Pflugshaupt gemäss eigener Aussage die Ansagen fürs zweite Set noch aus den Fingern zu saugen hatte – das Müntschi, sagte ich, sollte sein übriges dazu tun, was es auch tat.

Nur hatte ich die Rechnung ohne den für den Abend musikalisch verantwortlich zeichnenden Philip Henzi gemacht: Hatte der Schlingel als zweitletztes Stück des Konzerts doch tatsächlich den Oberturbinenklassiker Give It Up von Randy Brecker aus dem Fundus gekramt! Give It Up! Was kann es Besseres geben, um einen Schnupfen loszuwerden!? NICHTS! Es ist das Allheilmittel schlechthin! Ich fühle mich noch immer derart fit, ich glaube, ich geh‘ nachher schnell einen Baum ausreissen.

Mein innerliches Mitgetanze – äusserlich verhielt ich mich absolut unauffällig – mag wohl seinen Anteil an meinem Entschluss gehabt haben, indem es meine Hirnzellen so richtig durchschüttelte. Der Entschluss, den ich fasste, lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Für jedes mal, da das SJO Give It Up spielt (und ich am Konzert anwesend bin) unterstütze ich das Wema-Kit-Projekt, pardon: We-Make-It-Projekt mit weiteren 50 Fränkli. Einfach so, weil Give It Up MINDESTENS sövel wärt ist. Ich schlage vor, du, Leser, Leserin, tust es mir nach.

Hossa!

Einen hübschen Gürtel aus Rosen

Eine Gürtelrose also. Fachbegriff: Herpes Zoster. Der Fall sei sonnenklar. Da müsse man jetzt abwarten und könne mit einer Schütteltinktur den Juckreiz lindern.

„Schütteltinktur“! Schon alleine dieses Wortes wegen hat sich der Anruf gelohnt! Und „Herpes Zoster“! Wow!

Gesagt hat obige Weisheiten nämlich die Frau Doktor am Medizinertelefon und zugehört habe ich. Mit meinem Krankenkassenmodell bin ich verpflichtet, vor Ärztekonsultationen zuerst zum Hörer zu greifen und telefonisch meine Bobochen und Wehwehchen zu schildern, was ich heute Morgen getan habe, nachdem ich hatte feststellen müssen, dass sich der rote Ausschlag am Rücken einen weiteren, kleinen Ableger unter der linken Schulter zugelegt hat, und weil ich nicht sicher war, ob da nicht vielleicht bald einmal ein Alien aus mir heraus bricht, suchte ich fachmännischen – in diesem Falle eher: fachschfräuischen – Rat am Telefon und stelle soeben fest, dass dieser Satz bedrohlich lang zu werden scheint, weswegen ich ihn jetzt mit einem Punkt abschliesse.

So eine Gürtelrose, wurde ich belehrt, die könne bei Leuten, welche die Spitzenblateren hinter sich haben, einfach mal so ausbrechen, wenn es ihr gerade passe, und offenbar hat sich meine Gürtelrose vor einer knappen Woche dazu entschlossen. Und seit heute hat sie sogar einen Namen.

Ich tinktiere jedenfalls die juckenden Stellen nun mit meiner Schütteltinktur (welch ein Wort!) und hoffe, dass sich die zwei munzigen Fleckchen nicht etwa derartig ausweiten.

Gute Besserung. Danke.

Nun ist es amtlich: Der Pfeiffer …

… hat mich erwischt. Und zwar eine eher aggressive Variante, bei der auch die Leberwerte nicht die besten seien, so mein Hausarzt. Drum hüte ich jetzt das Bett. Der Hals sieht in etwa noch gleich aus wie auf dem letzten Foto, das Fieber pendelt wohl zwischen 37 und 38 °C und meine Laune nähert sich dem Gefrierpunkt, habe ich doch in den letzten Tagen bereits den Abschiedsapéro von Dennis verpasst, kann heute Abend nicht jassen und morgen geht mir Romans Geburtstagsparty durch die Lappen.

Aber ich will nicht klagen. Es könnte schliesslich schlimmer sein. Stell‘ dir nur vor, ich hätte ZWEI Apéros verpasst, oder gar deren DREI Geburtstagsfiestas! Oder im Jass einen Kontermatch kassiert!