Ich sollte häufiger Tram fahren. Jaja! Da erlebt man die kuriosesten Sachen. Und begegnet den kuriosesten Leuten.
Heute hat’s ja so arg geregnet, dass ich mich von Tram an die Uni kutschieren liess. Und wie ich da so gemütlich an meinem Platz sass, fiel mir ein Herr auf. Korpulent, mit Bart und Gilet bekleidet, was aber am meisten auffiel war die Kopfbedeckung: ein Mutz, wie man ihn im Militär zu tragen gezwungen ist! Aber auch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn erst durch seine Lautäusserungen drang er mir wirklich ins Bewusstsein. Die gingen ungefähr so: «I ha Bärn no nie chönne schmöcke. E fertigi Tubustadt!», sagte er zu seiner Frau. Aber Obacht, schon ging die orale Umweltverschmutzung weiter; mit Blick aus dem Fenster möffelte er: «Itz lue dr mau die Arschlöcher a!» Ob er wohl sein Spiegelbild in der Tramscheibe entdeckt hatte? «Da geisch lieber i ds Ämmitau. Im Grabe hinde gones Bier suuffe, da weisch no, wo de bisch!»
Ganz genau. Im Ämmital weiss man noch, wo man ist! Wenn man nämlich in Bern ist, dieser Tubustadt, dann weiss man das alben nicht so genau. Da ist nämlich alles voller Arschlöcher. Aber ich bin ja jetzt gewarnt. Das nächste Mal sehe ich mich vor.
Nicht voller Arschlöcher, aber doch mit einigen kurligen Personen gespickt war die Stadt heute aus meiner Sicht. Es gibt doch tatsächlich Leute, die gehen mit hoch erhobenem Regenschirm durch die Unterführung! Ehjaja, plötzlich ist das Dach undicht, und *schwupps* ist die kunstvoll aufgetürmte Frisur zunichte gemacht, da muss man eben schon ein wenig vorsichtig sein. Und zur Not kann man sich mit dem Regenschirm bestimmt auch all diese Arschlöcher vom Leib halten, denn seit heute wissen wir es: Bern ist voll davon!
Gute Nacht.