E fertigi Tubustadt…

Ich sollte häufiger Tram fahren. Jaja! Da erlebt man die kuriosesten Sachen. Und begegnet den kuriosesten Leuten.
Heute hat’s ja so arg geregnet, dass ich mich von Tram an die Uni kutschieren liess. Und wie ich da so gemütlich an meinem Platz sass, fiel mir ein Herr auf. Korpulent, mit Bart und Gilet bekleidet, was aber am meisten auffiel war die Kopfbedeckung: ein Mutz, wie man ihn im Militär zu tragen gezwungen ist! Aber auch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn erst durch seine Lautäusserungen drang er mir wirklich ins Bewusstsein. Die gingen ungefähr so: „I ha Bärn no nie chönne schmöcke. E fertigi Tubustadt!“, sagte er zu seiner Frau. Aber Obacht, schon ging die orale Umweltverschmutzung weiter; mit Blick aus dem Fenster möffelte er: „Itz lue dr mau die Arschlöcher a!“ Ob er wohl sein Spiegelbild in der Tramscheibe entdeckt hatte? „Da geisch lieber i ds Ämmitau. Im Grabe hinde gones Bier suuffe, da weisch no, wo de bisch!“
Ganz genau. Im Ämmital weiss man noch, wo man ist! Wenn man nämlich in Bern ist, dieser Tubustadt, dann weiss man das alben nicht so genau. Da ist nämlich alles voller Arschlöcher. Aber ich bin ja jetzt gewarnt. Das nächste Mal sehe ich mich vor.
Nicht voller Arschlöcher, aber doch mit einigen kurligen Personen gespickt war die Stadt heute aus meiner Sicht. Es gibt doch tatsächlich Leute, die gehen mit hoch erhobenem Regenschirm durch die Unterführung! Ehjaja, plötzlich ist das Dach undicht, und *schwupps* ist die kunstvoll aufgetürmte Frisur zunichte gemacht, da muss man eben schon ein wenig vorsichtig sein. Und zur Not kann man sich mit dem Regenschirm bestimmt auch all diese Arschlöcher vom Leib halten, denn seit heute wissen wir es: Bern ist voll davon!
Gute Nacht.

5 Gedanken zu „E fertigi Tubustadt…

  1. Die Sache mit dem Regenschirm in der Unterführung ist gar nicht so weit hergeholt. Evtl. handelt es sich dabei um Zürcher, welche die Bärner Unterführung mit dem Zürcherischen Bahnhof verwechseln, dessen Unterführung (aufgrund der neuen Tramgeleise oben drüber) undicht geworden ist. Da standen wochenlang hässliche, billige Plastikkisten herum und fingen das Wasser auf.

  2. Nun, wie ich gehört habe, soll sich auch in Basel irgendwo eine undichte Unterführung oder Passerelle tummeln. Aber hallo, immerhin sind wir hier in der Bundesstadt! 🙂

  3. das geht ja alles noch, aber bei uns im büro war mal das flachdach undicht und man musste papierkörbe aufstellen, die das wasser auffingen…

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