Musik! Mehr Musik, und lauter, bitte!

Es sei eine Manie, gewissermassen eine kreative Ejakulation, oder auch creative sexy time explosion, um es in Borats Worten auszudrücken, was ich hier veranstalte, wenn ich soviel schrübe, fand der Dezi. Ich kann mich nicht erwehren! Ich muss der Welt Kunde tun von meiner neuesten Errungenschaft!

Schon den ganzen Tag über sitze ich im Büro und geniesse Musik. Ich tänzel‘ und ich swinge zu Lionel Hamptons Vibraphon, ich schwelge zu Patent Ochsners Texten, ich groove zu Grand Mother’s Funcks Rhythmen, ich frohlocke zu den Klängen Carmina Buranas, wippe taktisch zu Züri Wests Liedern und ich rocke zu Queens Musik, und dies alles, ohne meine Mitbürolisten musikalisch zu belästigen, denn siehe: Für Fr. 19.90 habe ich mir heute «DJ Headphones» geleistet.

Ich bin begeistert ob der Wirkung: niemand sagt mehr: «Dini Musig isch so scheisse! Me sött dr mit emne Hamschter ids Chnöi fahre!», und keiner findet: «Chönntsch chli liisliger?». Trotzdem gehe ich in meinem Sessel ab wie ein Zäpfli, und ich kann mich kaum zurückhalten, möchte ich doch am liebsten lauthals mitsingen und umhertanzen. Letzteres verhindert aber das 3 Meter lange Kabel. Und ersteres verhindert meine gute Erziehung (und der zur Zeit nicht vorhandene Alkoholpegel).

Schau, weil’s so schön ist, darfst du einen Blick auf die Verpackung meiner neuen M-Budget-Kopfhörer werfen. Ist sie nicht schön?

Wechselwetter

Ich mag dieses scheinheilige Wetter nicht. Am Morgen strahlt es, als könne es kein Wässerchen trüben, am Nachmittag trüben bereits dunkle Wolken den Himmel, und am Abend plätschert ein Wässerchen aus demselbigen. Nun, plätscherte es lediglich, so beklagte ich mich nicht, wenn aber ein Gewittersturm erster Güte, mit Donnerblitz und Windgischt, durch die Stadt tobt, so sehe ich mich gezwungen, mein Fahrrad im sicheren Hafen ankern zu lassen, und für teures Geld die öffentlichen Transportmittel zu bemühen. Was das wieder an Zusatzkosten generiert!

Dabei muss ich mir doch heute noch eine Guttere Linsenflüssigkeit leisten, meinen Augen zuliebe. Und Kopfhörer mit einem langen, langen Kabel, dem Bürofrieden zuliebe. Und die restlichen beiden SJO-CDs, dem guten Gewissen zuliebe. Und einen Fahrradschlauch, dem Vorrat zuliebe. Und mehr RAM, der Geschwindigkeit zuliebe. Und ein Kinobillet, dem Vergnügen zuliebe.

Und einen Finanzberater, dem Kontostand zuliebe.

Ich werde mich wohl auf die Linsenflüssigkeit beschränken müssen.