Wechselwetter

Ich mag dieses scheinheilige Wetter nicht. Am Morgen strahlt es, als könne es kein Wässerchen trüben, am Nachmittag trüben bereits dunkle Wolken den Himmel, und am Abend plätschert ein Wässerchen aus demselbigen. Nun, plätscherte es lediglich, so beklagte ich mich nicht, wenn aber ein Gewittersturm erster Güte, mit Donnerblitz und Windgischt, durch die Stadt tobt, so sehe ich mich gezwungen, mein Fahrrad im sicheren Hafen ankern zu lassen, und für teures Geld die öffentlichen Transportmittel zu bemühen. Was das wieder an Zusatzkosten generiert!

Dabei muss ich mir doch heute noch eine Guttere Linsenflüssigkeit leisten, meinen Augen zuliebe. Und Kopfhörer mit einem langen, langen Kabel, dem Bürofrieden zuliebe. Und die restlichen beiden SJO-CDs, dem guten Gewissen zuliebe. Und einen Fahrradschlauch, dem Vorrat zuliebe. Und mehr RAM, der Geschwindigkeit zuliebe. Und ein Kinobillet, dem Vergnügen zuliebe.

Und einen Finanzberater, dem Kontostand zuliebe.

Ich werde mich wohl auf die Linsenflüssigkeit beschränken müssen.

4 Gedanken zu „Wechselwetter“

  1. ich würde vorschlagen: pick-nick mitnehmen. das ist alleweil am günstigsten. oder nur geistige nahrung konsumieren. z.b. in form von „fracture“.

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