Das Bundeshaus

Ich war heute Abend zum ersten Mal in meinem ganzen, langen Leben im Bundeshaus. Ja, stell‘ dir vor, ich musste also volle 23¾ Jahre warten, bis ich unser Parlamentsgebäude von innen zu Gesicht bekam! Ist das schlimm? Es stimmt mich ja schon ein wenig nachdenklich. Naja, was soll’s, immerhin habe ich’s nun gesehen. Das heisst, ein ganz klein wenig davon habe ich gesehen. Das Berner Musikkollegium hatte sein alljährliches Bunderhauskonzert, und ich spielte mit, ein wenig Tambourin, ein wenig Triangel, und ein wenig Zymbalen. Bei so einem Konzert kann man dann natürlich nicht durch das ganze Haus wandern, und sich sattsehen. So habe ich eigentlich nicht viel mehr als die Eingangshalle bestaunen können. Und die Kuppel aus farbigen Glas, wo’s heisst „Unikum pro autobus, omni pro unikat“, oder so ähnlich, ich kann ja kein Latein, aber es heisst wohl soviel wie „Einer für alle, alle für einen“, soviel habe ich verstanden.
Wieviel kostet eigentlich eine Führung durchs Bundeshaus? Sowas soll’s ja anscheinend geben, munkelt man. Und wenn ich dann schon mal dabei wäre, würde ich mich mit Hut und Sonnenbrille, kurzen Hosen und Bauchtasche als Tourist verkleiden, und gleich eine ganze Touristenführung durch Bern machen. Allerdings im Sommer, und nicht jetzt, wo’s kalt ist und windig.
Was ich vielleicht noch anmerken muss, bevor ich’s vergesse: Ueli Maurer ist in Natura dicker, als er am Fernsehen jeweils den Eindruck macht, dicker vorallem auch als Viktor Giacobbo, der ihn in früheren Zeiten gar treffend zu imitieren wusste. Und Hermann Weyeneth, der sympathische (?) graumelierte Herr mit der modischen Brille, macht angesichts der Tatsache, dass er wegen eines symphonischen Orchesters, das ihm den Weg versperrt, den Hinterausgang benützen muss, einen relativ fassungslosen Eindruck. Otto Ineichen hingegen schafft es, das Gebäude zweimal zu verlassen, ohne es zwischendurch wieder betreten zu haben. Oder habe ich da wohl etwas verpasst?

PS: Ich schreibe übers Bundeshaus, und da ich zufälligerweise auf zwei wunderschöne Bilder desselben gestossen bin, seien diese hier verlinkt: Bild 1, Bild 2.

2 Gedanken zu „Das Bundeshaus

  1. „unus pro omnibus, omnes pro uno“ heisst das konkret. Die deutsche uebersetzung ist wohl ungefaehr richtig, bin jetzt aber nicht sicher, ob da nicht noch eine Nuance drin ist (im sinn „…alle fuer einES“ oder so).

    Da helfen 3 Jahre Latein auch nicht weiter, aber google und die Rede von Nationalratspraesident Max Binder zur Eroeffnung des neuen Bundesplatzes am 1. August 2004: http://www.parlament.ch/e/ra-re-binder-max-2004-08-01

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