Sone blödi Moore!

Er hat sich sträflich aufgeregt, und mir auferlegt, darüber zu berichten. Ich will der Aufforderung nachkommen, und seinem Verlangen nach öffentlicher Brandmarkung fehlbarer Personen Folge leisten.

Folgendermassen: Im Nelson’s Pub zu Bern befanden wir uns, und töggelten uns die Seele aus dem Leib. Gebracht hat’s nix, unsere Gegner waren überstark, und im Ganzen habe ich wohl während einer Stunde sagenhafte zwei Tore geschossen. Item. Das war ja auch nicht der Stein des Anstosses.

Nach der fatalen Leistung im Bereich Tischfussball verlegten wir unsere Tätigkeit ins Feld der Computerspiele, und vertrieben uns unsere Zeit mit teurem Geld an einem dieser Automaten, die etliche spannende Spiele beherbergen. Um fünf vor zwölf wurde es langsam ungemütlich: „Wir schliessen in zehn Minuten!“, tat uns die eine Bedienung kund, diejenige, die fliessend kalt und warm Hochdeutsch spricht und sowieso wahrscheinlich neu ist im Nelson, denn wir hatten sie noch nie dort gesehen, und uns — Stammgäste, die wir nun mal sind — wäre sie ja wäger aufgefallen, arbeitete sie denn schon länger dort. Item. Wir nickten artig und spielten eifrig weiter.

Um zwölf kam sie dann wieder, knappe 10 Sekunden, nachdem wir den letzten Zweifränkler in den Automaten eingeschossen hatten: „So, wir schliessen! Wollt ihr das Geld zurück? Geht jetzt, wir schliessen! Wenn Ihr das Geld zurück wollt, das geht dann auf unser Trinkgeld, ich fände das ja schon ziemlich asi, aber bitte!“ Ungefähr so hat es sich angehört. Wir konnten kaum zuhören, fachsimpelten wir doch gerade darüber, ob die gesuchte Hauptstadt nun Ouagadougou, Abu-Dhabi oder Riad sei, und sowieso reute uns der investierte Zweifränkler derart, dass wir kaum „Papp“ sagen konnten, ehe wir unsanft hinauskomplimentiert worden waren. „I hätt itz aber das Gäut wöue!“, tat mir der Corni in der Laube kund — denn wir hatten uns nicht dafürgehalten, „asi“ zu sein –, und auch ich musste eingestehen, dass ein zehnsekündiger Spielspass doch eine arg dürftige Ausbeute für zwei investierte Franken seien. Es tut unbedingt Not, dass der Nelson-Chef, der sich — und das muss nun einfach gesagt sein — stets absolut korrekt, und dem Corni gegenüber sogar kollegial, verhält, von der Unfreundlichkeit seiner neuen deutschen Dauerwellebedienung erfährt. Sowas geht doch auf keine Kuhhaut, so behandelt man keine Gäste, und schon gar nicht Stammgäste, die wir nun mal sind!

Item. Das war ja nicht einmal das einzige, was heute Abend Grund zur Veranlassung gegeben hätte. Bevor wir nämlich Fuss setzten in jenes unglückselige Lokal, spielten wir, und zwar Schach. Zuerst versuchten wir es auf der kleinen Schanze. Es gibt dort nämlich ein grosses Schachbrett am Boden, und einen Kasten mit den dazugehörigen Figuren. So dachten wir. Sowie wir den Kasten öffneten, wurden wir eines Besseren belehrt: keine einzige Dame zeigte sich, von den schwarzen Figuren fehlten auch noch ein Bäuerchen, und die weissen vermissten mindestens einen Turm und ein Rössli, oder war’s ein Läufer? Jedenfalls stellte die mangelhafte Präsenz von Spielfiguren ein unüberwindliches Hindernis dar, so dass wir den Ort zu verlassen gezwungen waren, und uns ein anderes Schachbrett, mit komplettem Figurensatz, aussuchen mussten. Ein solches fanden wir dann zwar auf der Bundesterrasse, trotzdem ist es eine Sauerei, wenn Schachfiguren entwendet werden. Wäre ich juristisch bewandert, und könnte ich es mir leisten, ich erstattete Anzeige gegen Unbekannt, wegen Blödsinns und Unfugs.

Und dann war da noch die Schnitzeljagd… die hat zwar nichts mit dem heutigen Abend zu tun, aber erwähnenswert ist sie allemal: Ich kam heute Nachmittag ins Büro, und fand ein Post-It am Bildschirm mit (ungefähr) dem folgenden Text: „Suchst du deine Tasse? Hinter dem Schirm ist nicht nur Mist!“ Was hatte das zu bedeuten? Ich schaute suchend umher — und prompt entdeckte ich, dass mein Kaffeetasse fehlte! Dezi grinste teuflisch, und ich wusste, was los war: ich hatte eine lange Suche nach der entführten Tasse vor mir. Der erste Hinweis war ja noch einleuchtend, das nächste Post-It befand sich hinter meinem Bildschirm. Spätestens beim 15. Zettel aber wurde es haarig. Der Wortlaut lautete ungefähr so: „Die Quersumme der 5. Primzahl entgegen G. Eine harte Platte.“ Die Quersumme der 5. Primzahl (11) hatte ich bald einmal herausgefunden. Dass mit dem „G“ die Erdanziehung gemeint war, sogar darauf kam ich, ich bin ja nun mechanisch gebildet. Dass aber mit der „harten Platte“ eine Harddisk gemein sein könnte, das habe ich nicht ohne Hilfe herausgefunden. Und sowieso stünde meine Bürokaffeetasse immer noch hinter den 6 Ordnern, wenn mir der Urheber dieser Schnitzeljagd nicht tatkräftig zur Seite gestanden wäre. Abschliessend kann ich nur sagen, dass dies eine ganz lustige Idee ist. Verstecke doch einmal deinem Bürokollegen die Computermaus, und führe ihn mit Post-Its über 100 Umwege zum Ziel! Es ist durchaus amüsant, und sorgt für den einen oder anderen Lacher!

2 Gedanken zu „Sone blödi Moore!

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