Ich bin der deutschen Sprache mächtig! Mächtig mächtig!

Diesmal bildete „Heute Abend scheint es geschneit zu haben“ den Stein des Anstosses. „Aber kennsch de du dr Ungerschied zwüsche «Scheinbar» u «Anscheinend»? Das isch genau verchehrt, was de da gschribe hesch!“, versuchte mich heute der Dezi zu belehren. Mich wollte der belehren! Mich, der ich doch in meiner Jugend die deutsche Sprache mit Löffeln gegessen habe, ach, was sage ich Löffeln!, mit Suppenkellen in mich hineingeschaufelt habe ich deutsches Sprachverständnis, als ich noch jung war! Dieses Wissen hat lange Jahre gereift und tritt nun unverkennbar zutage! Ich habe doch noch nie einen Rechtschreibefehler begangen, und in Grammatik- sowie Stilfragen bin ich ebenso unfehlbar wie der Papst in Religionsfragen. Im Grunde genommen verkörpere ich die deutsche Sprache an sich, und wer meint, in einem meiner Beiträge einen Orthographiefehler entdeckt zu haben, hat wohl einfach meine neueste Reform verpasst.

Jedenfalls kenne ich den Unterschied zwischen „anscheinend“ und „scheinbar“ sehr wohl! Lasse ihn mich dir erklären, oder mich ihn dir: „Anscheinend“ heisst so viel wie „es macht den Anschein, dass“, wohingegen ein „scheinbar“ dahingehend zu interpretieren ist, dass anscheinend alles anders ist, als es den Anschein macht. Na, alles klar? Dezi, noch Fragen?

3 Gedanken zu „Ich bin der deutschen Sprache mächtig! Mächtig mächtig!“

  1. „Im Grunde genommen verkörpere ich die deutsche Sprache an sich, und wer meint, in einem meiner Beiträge einen Orthographiefehler entdeckt zu haben, hat wohl einfach meine neueste Reform verpasst.“

    Auslassungspunkte, Mänu! Frag mal Amsi, der ist schliesslich Deutscher!

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