Langsam reicht’s mir

Cablecom gibt nicht auf!

«Grüezi Herr Friedli»!
Diese aufdringlichen Otelfingener können mich einfach nicht in Ruhe lassen! Wieder mal ist ein Brief der Cablecom eingetrudelt. Jeden Monat schicken die mir so ein Propagandaschreiben, um mich zum Umstieg auf ihr «unglaubliches Angebot» zu bewegen. Bäggelhäärige Siechen sind das. Denn das einzige, was mich an diesem Schreiben interessieren würde, fehlt: eine eMailadresse, an die ich mich wenden kann, um ihnen mitzuteilen, ich möchte dann in Zukunft bitte keine söttigen Briefe mehr bekommen, he, aues was rächt isch! Auch auf der Website findet sich weit und breit keine solche, ausser für «Business Solutions Customers». Was auch immer das ist. Ich bin damit jedenfalls bestimmt nicht gemeint.
Doch ich sehe Licht am Ende des Tunnels: in Miniaturschrift steht, eingezwängt in der unteren linken Ecke (zum Glück gibt’s Lupen!), das Angebot sei «gültig bis 31.12.05». Ich hoffe sehr, dass ich im Neuen Jahr dann keine Briefe der Cablecom mehr bekomme. Ansonsten werde ich mich einmal telefonisch mit diesen Brüdern auseinandersetzen.
Fortsetzung folgt… (vielleicht)

Späte Heimkehr

Eine Probe am Ar*** der Welt verspricht eine Interessante Heimreise.

Eine Probe mit der Brass Band Lützelflüh ist besonders deshalb interessant, weil man erst um 0:47 im Lützelflüh auf den Zug geht, und demnach um ca. viertelvorzwei in Bern ankommt.
Ich habe auf dieser langen Zugreise zum ersten Mal in meinem Leben im Zug das Notebook (andere, böse Zungen nennen mein Modell einen «Schlepptop») ausgepackt. Das fägt! Es gibt einem so eine professionelle Aura! Man vermittelt der Welt unbewusst «ich arbeite hier! Ich bin wichtig!» Auch wenn man gar nicht arbeitet, sondern mittels kismet versucht, irgendwelche WLANs zu finden. Gefunden habe ich einige, aber das soll nicht das Thema des Beitrags bilden.
Spannend sind allemal auch sprachliche Begebenheiten, die sich auf dem Heimweg zutragen. Der geneigte Leser weiss vielleicht, dass mein Heimweg an einigen Botschaften vorbeiführt, namentlich an der Englischen und der Israelischen (oder schreibt sich «Englischen» und «Israelischen» etwa klein? Tipps und Korrekturen bitte als Kommentar!). Ich radelte also an der englischen Gesandtschaft vorbei (worin besteht der Unterschied zwischen Gesandtschaft und Botschaft? Und Konsulat?), und warf den beiden dort wacheschiebenden Soldaten ein «Aabe» zu. Prompt warfen sie ein «Sälü» und ein «Aabe» zurück, woraufhin mir auffiel, wie schön es doch ist, dass man ein schlichtes «Aabe» sagen kann, und dies als freundliche Geste gedeutet wird! Genau so geht das mit einem «Morge» und einem «Nacht». Was hingegen eher schwierig werden dürfte, wäre ein «viertuvorvieri», oder «haubidrüü».
Item. Bei der ein Mann starken israelischen Botschaftswachmannschaft wiederholte ich meinen «Aabe»-Gruss, und was kam zurück? «Morge»! Ja, so verschieden kann die menschliche Wahrnehmung tatsächlich sein, dass mein Abend bereits jemandes Morgen ist!

Schwein gehabt!

Manchmal bleibt die gerechte Strafe zum Glück aus! Dankeschön, Glücksfee!

Ich kann mich glücklich schätzen. Wirklich glücklich. Unglaublich glücklich, eigentlich. Denn normalerweise wird Dummheit bestraft, und für eine solche Dummheit, wie ich sie mir geleistet habe, hätte ich eine Strafe eigentlich verdient. Dennoch bin ich gottenfroh, dass ich unbestraft geblieben bin. Schliesslich habe ich erst gestern das defekte Schaltkabel an meinem Fahrrad ausgetauscht, und heute mit grosser Freude festgestellt, dass so ein Schaltvorgang wie düre Anke vonstatten geht. Daher wäre es wirklich ausgesprochen Schade gewesen, wenn mir heute mein Fahrrad gestohlen worden wäre. Schliesslich habe ich es am Mittag vergessen abzuschliessen, und dies erst nach 16 Uhr bemerkt. Ich Huhn!
Ich kann mich wirklich glücklich schätzen.

Wieder mal nen Beitrag

Ach, wie ich dieses «nen» zu verabscheuen gelernt habe!

So, nun reicht’s endgültig, ich habe mich lange genug aufgeregt, ohne etwas darüber zu schreiben, aber genug ist genug, und heute ist’s soweit. Die Schlagseite in der neuen c’t-Ausgabe hat das Fass zum überlaufen gebracht.
Natürlich ist mir klar, dass die dort verwendete Sprache eine Persiflage der im Netz gebräuchlichen Ausdrucksweisen darstellt. Aber ich bin froh darum, dass ich nun endlich meinem Ärger Luft machen kann.
Ich zitiere:
(…) nimm nen tuch und klapps von unten nach oben (…)
Und weiter:
(…) Jetzt wissen wir endlich, wie man nen Baby wickelt!
Merkst du was? Seit Wochen schon ärgere ich mich darüber, dass man dieses «nen» immer häufiger antrifft. Nein, ich habe nichts gegen abgekürzte Schreibweisen, mitnichten. Aber man sollte sich schon im Klaren darüber sein, dass «nen» eine Abkürzung von «einen» ist. Formulieren wir also die vormals zitierten Textfragmente neu:
(…) nimm einen tuch und klapps von unten nach oben (…)
Und ebenfalls:
(…) Jetzt wissen wir endlich, wie man einen Baby wickelt!
Jaaa! Der Tuch, und der Baby! Was denn sonst? 🙄

Eine simple Suche nach «nen» fördert weitere Stilblüten zu Tage: «(…) dass jeder student nen 30-min-referat zu halten hat (…)», «(…) alle naselang brauchte ich nen neues blatt (…)», «mein stundenplan is vielleicht nen horrorteil, grausig!», «ich überlege schon ob ich net gleich nen zimmer in der uni beziehe…», «weil onkelchen in der nähe nen klassentreffen hatte (…)», «Kann man (…) irgendwie eintragen, dass nen passwort abgefragt wird (…)», …
Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Schade, schade. 😐