Späte Heimkehr

Eine Probe mit der Brass Band Lützelflüh ist besonders deshalb interessant, weil man erst um 0:47 im Lützelflüh auf den Zug geht, und demnach um ca. viertelvorzwei in Bern ankommt.
Ich habe auf dieser langen Zugreise zum ersten Mal in meinem Leben im Zug das Notebook (andere, böse Zungen nennen mein Modell einen „Schlepptop“) ausgepackt. Das fägt! Es gibt einem so eine professionelle Aura! Man vermittelt der Welt unbewusst „ich arbeite hier! Ich bin wichtig!“ Auch wenn man gar nicht arbeitet, sondern mittels kismet versucht, irgendwelche WLANs zu finden. Gefunden habe ich einige, aber das soll nicht das Thema des Beitrags bilden.
Spannend sind allemal auch sprachliche Begebenheiten, die sich auf dem Heimweg zutragen. Der geneigte Leser weiss vielleicht, dass mein Heimweg an einigen Botschaften vorbeiführt, namentlich an der Englischen und der Israelischen (oder schreibt sich „Englischen“ und „Israelischen“ etwa klein? Tipps und Korrekturen bitte als Kommentar!). Ich radelte also an der englischen Gesandtschaft vorbei (worin besteht der Unterschied zwischen Gesandtschaft und Botschaft? Und Konsulat?), und warf den beiden dort wacheschiebenden Soldaten ein „Aabe“ zu. Prompt warfen sie ein „Sälü“ und ein „Aabe“ zurück, woraufhin mir auffiel, wie schön es doch ist, dass man ein schlichtes „Aabe“ sagen kann, und dies als freundliche Geste gedeutet wird! Genau so geht das mit einem „Morge“ und einem „Nacht“. Was hingegen eher schwierig werden dürfte, wäre ein „viertuvorvieri“, oder „haubidrüü“.
Item. Bei der ein Mann starken israelischen Botschaftswachmannschaft wiederholte ich meinen „Aabe“-Gruss, und was kam zurück? „Morge“! Ja, so verschieden kann die menschliche Wahrnehmung tatsächlich sein, dass mein Abend bereits jemandes Morgen ist!

4 Gedanken zu „Späte Heimkehr

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