Thomas the Tank Engine!

Tschuu-tschuuuu! tönt es zur Zeit aus meinen Lautsprechern. Per Zufall bin ich auf Thomas the Tank Engine gestossen, von welchem es auf YouTube unzählige Episoden zu geniessen gibt. Mir als ferrophilem Zeitgenossen beschert dies natürlich Stunden und Stunden grössten Vergnügens, weshalb ich mich denn nun auch nicht mehr länger mit diesem Eintrag beschäftigen möchte, sondern mich wieder dem Filmvergnügen zuwende. Obgleich hier noch gesagt sein muss, dass dies für einen, der wie ich bei einem Eisenbahnunternehmen beruflich tätig ist, selbstverständlich unter der Rubrik Weiterbildung abgebucht wird.

Luzern bringt einen nicht um

Um es vorwegzunehmen: Ich lebe noch. Somit ist also erwiesen, dass man es überleben kann, an einem Samstag um sechs Uhr morgens auf den Zug zu müssen. Denn genau dies war bei mir der Fall.

Denjenigen Richtung Luzern hatte ich zu erwischen, und ich schaffte es sogar auf den 6:00er, worauf ich nicht wenig stolz bin. Ich meine, nicht schlecht, oder, für einen Samstagmorgen!

In Luzern dann kam ich fahrplangemäss um circa sieben Uhr an, wie von unseren Schweizerischen Bundesbahnen ja auch nicht anders zu erwarten war, transportieren die einen doch stets komfortabel, günstig und pünktlich an beliebige Orte im ganzen Land. (Schleichwerbung! Lohnerhöhung!)

Ich hatte eine halbe Stunde fürig, denn ich musste mich erst um siebenuhrdreissig beim KKL einfinden, um die Bühne für den Swiss Open Contest zu paratieren, und so flanierte ich denn noch beim See umenand und hatte hierbei die Gelegenheit, die Stadt Luzern auf elektronisches Zelluloid zu bannen. Nein, nicht die Stadt selber! Das Schiff „Stadt Luzern“! Regelrichtig majestätisch lag es da still und stumm in der Morgendämmerung vor Anker. Siehe!

Das Schiff, nicht die Stadt
Das Schiff, nicht die Stadt

Ja, das wär’s auch schon, denn die Musik ruft, und die Probe wartet. Bis dann denn!

Der Vergesslichkeit Strafe

Wer’s nicht im Kopf hat, hat’s gemeinhin in den Beinen. Ich habe es eher im Portemonnaie, oder aber eben auch gerade nicht, obwohl, im Portemonnaie hätte ich es schon gehabt, aber eben das Portemonnaie nicht. Blöderweise just dann, als wir ein GA-Reisli nach Spiez machen wollten, um dann mit der Blümlisalp via Thun wieder heimzukehren. Zu allem Pech merkte ich, dass das Portemonnaie noch zu Hause war, als die Kontrolleurin bereits vor mir stand. Ohne Portemonnaie habe ich weder GA noch ID noch Geld, und so war ich gezwungen, mir von Roman Fr. 43.- (!) auszuleihen, um ein ganzes Retourbillet zweiter Klasse von Bern nach Spiez zu lösen, und weil dies ein derart spezielles Vorkommnis ist, sei die hier der bildnerische Beweis geliefert:

Billett 1/1 Retour 2. Klasse Bern-Spiez
Billett 1/1 Retour 2. Klasse Bern-Spiez

So werde ich also morgen mich zum Billettschalter begeben, um mir achtunddreissig Franken rückerstatten zu lassen, denn die Schweizerischen Bundesbahnen erheben eine Bearbeitungsgebühr von Fünf Franken auf solchen Sachen, und das muss ich wohl oder übel akzeptieren. Aber lieber 5 als 43 Franken bezahlen. Und fürs nächste Mal weiss ich: Bevor de usem Huus geisch, kontrolliersch lieber nomau d Füdletäsche nachem Portmonee.

Ach ja: Auf die Blümlisalp haben wir es nicht geschafft, dafür haben wir in Spiez eine Runde minigegolft, was ich mit gutem Gewissen überhaupt nicht weiterempfehlen kann, denn auf neunzig Prozent der Bahnen geht es darum, möglichst geradeaus durch ein schmales Töörli zu preichen, und das wird mit der Zeit etwas öde, vorallem, weil eigentlich dieselben neunzig Prozent der Bahnen rampenschräg gebaut sind, und bei achtzehn Bahnen macht das eine ganze Menge schräger Bahnen, die man irgendeinmal dann auch einfach gesehen hat, und so werde ich das nächste Mal nicht mehr minigolfen, sondern die Blümlisalp nehmen. Denn dann werde ich mein GA dabeihaben. Ganz bestimmt!

Religion ist das Opium des Volkes …

… und Kaffee ist das Opium der Informatiker. Jedenfalls würde ich, so fürchte ich, einen normalen 8-Stunden-Arbeitstag nicht ohne eine angemessene Portion Koffein überstehen. Und das, obschon ich heute erst um neun Uhr anzutraben hatte!

Ich hatte heute also meinen ersten Arbeitstag bei einem grösseren schweizerischen Transportunternehmen, und entgegen bösen Wünschen ist alles gut verlaufen. Zwar noch eher Einführungs- als Arbeitstag, aber präsent war ich immerhin während achteinhalb Stunden. Nun weiss ich alles, was es über die SBB, hier im Plural, zu wissen gibt, und noch vielmehr über die SBB Informatik, und sozusagen jedes Detail über die SBB-Softwareentwicklung. Wie gut, dass alles streng vertrauliche Firmengeheimnisse sind, so muss ich dir nichts davon erzählen.

Jedenfalls konnte ich bereits beginnen, mein GA zu amortisieren. Ganze CHF 7.60 hätte ich ohne Generalabonnement ausgeben müssen. Wenn ich dieses Amortisationstempo aufrechterhalten kann, so lohnt sich meine Investition bereits nach zweihundertfünfundachtzigeinhalb Arbeitstagen. Ein Schnäppchen!

Ja, und dann startet heute das SJO mit einer Latin Night in die zweite Hälfte der Saison! Ist auch bereits überfällig!

So ein GA erfreut das Gemüt

Heute ist es zwar schon gestern, und wenn ich auf die Uhr schaue, muss ich eingestehen, dass das von mir gepriesene heute bereits morgen, und gestern somit vorgestern ist, aber was soll’s, ich wollte bloss darauf hinweisen, dass — aber beginnen wir von vorne.

Als ich am 30. Dezember 2007 ein Zugbillet erwarb, so tat ich dies nicht retour, sondern bloss einfach. Denn ich wusste, am 2. Januar 2008 würde ich kein Billet mehr lösen müssen. Denn dann gälte bereits das GA.

„Was, Mänu, du bisch bitterarme Studänt, und leischtisch dr es GA? Bonz!“, höre ich dich keuchen, jedoch gilt es hier, ein wenig Klarheit in die Welt zu bringen. Seit Anfang Jahr bin ich nämlich nicht mehr Kantonsangestellter bei den Informatikdiensten unserer Universität, sondern ich bin in die Privatwirtschaft gerutscht, oder jedenfalls in die Halbprivatwirtschaft. So zumindest würde ich die SBB bezeichnen. Die haben (bemerkst du den Plural? Ich lege Wert darauf!) mich eingestellt, und als sogenannten Fringe Benefit bekomme ich ein GA, wenn auch nicht gratis, so doch zumindest ein klein wenig vergünstigt, mit Betonung auf „klein wenig“.

Was aber hat es mit dem heute-gestern-übermorgen auf sich, das ich zu Beginn des Beitrages angesprochen habe? Es ist so: Gestern, respektive vorgestern, erreichte mich endlich das Couvert mit dem FVP-GA, das mir in diesem Jahr etliche Gratisfahrten bescheren wird. Ich fahre fürderhin also gratis mit öffentlichen Verkehrsmitteln umenand, was mir ein unverhohlen gutes Gefühl vermittelt. Wie gesagt konnte ich bereits am 2. Januar davon profitieren, und heute wieder, und auch vorgestern schon, und sowieso ist ein GA ein wunderbare Sache. Schon alleine deswegen, weil ich nun das Halbtax nicht mehr benötige.

Ja, das Halbtax. Gestern ging ich zum Bahnhofbilletschalter, um mich zu erkundigen, ob ich noch ein Batzeli zurückbekomme, wenn ich das Halbtax abgebe. Und das ging so:

Wie eigentlich jedesmal, wenn ich irgendwo Schlange stehe, bin ich in der falschen Schlange angestanden. Das heisst: Ich wartete, währenddem vor mir die alte Frau ein munteres Schwätzchen mit dem Schaltermann hielt, und an den umliegenden Schaltern speditiv Kunde um Kunde abgefertigt wurde. Ich sagte mir, dass Aufregen keinen Sinn hat, schliesslich war ich hier, um Geld zu bekommen, und dafür wartet man doch gerne, nidwahr. Als ich dann endlich an die Reihe kam, war ich deshalb gelassen und entspannt, frohen Mutes und gut gelaunt.

Ich erklärte dem Schalterbeamten mein Anliegen, und er begriff, führte aus und vollstreckte: Ich händigte mein druckfrisches GA, das altbackene Halbtax sowie die Identitätskarte aus, er begutachtete alles gründlich, und meinte zu meinem semi-transparenten GA, dass er sich an das neue Design noch gewöhnen müsse. Ich hingegen finde das Design ganz formidabel, es sieht edel aus. Item. Im Endeffekt wurden mir hundertundneun Schweizerfranken ausgehändigt, und das ist sehr anständig, wenn man bedenkt, dass ich letzten September hundertfünfzig solche bezahlt hatte.

Nun bleibt mir nichts weiter mehr übrig, als dich darum zu bitten, mir für kommenden Montag einen guten Arbeitsbeginn bei den SBB zu wünschen. Ich werde mein Bestes geben, die Züge nicht entgleisen zu lassen.