Vermisst: Ein linker Handschuh

Ich bin untröstlich! Mein Handschuh ist weg! Darum hier die offizielle Vermisstmeldung:

Vermisst wird ein linker Handschuh, Modell Militär-Schwarz-Leder. Verloren muss ich ihn heute auf dem Velo haben, zwischen 17:10 und 17:25 auf dem Weg von mir zu Hause zum Stadttheater, wo wir mit der RBB die Dernière des Fausts vollführt haben. Oder aber er ist mir im Stadttheater selber aus der Jackentasche geschlüpft. Oder aber danach auf dem Weg vom Künstlerausgang zum Casino-Parking. Oder dann wieder auf dem Weg vom Casino-Parking zum Kornhausrestaurant, denn als ich mich da von der restlichen RBB verabschiedet habe, habe ich sein Fehlen bemerkt.

Solltest Du also an einem dieser Orte zufälligerweise auf einen alten, schmierigen, schwarzen Lederhandschuh getroffen sein (Grösse M): Das ist meiner! Ich bin froh um jedes Lebenszeichen, denn obwohl ich nicht nur gute Erinnerungen an meine Militärzeit habe, so ist mir doch der Handschuh ein lieber Begleiter in kalten Zeiten geworden, und nur sehr schwer werde ich über seinen Verlust hinwegkommen. Falls überhaupt. Denn noch ist Winter, und der Fahrradlenker kalt umlüftet bei geschwinder Fahrt. Ich bin also schwer darauf angewiesen, meine Finger vor Klammheit zu schützen. Und ein rechter Handschuh alleine vermag nur halb zu wärmen.

Bitte, Handschuh, melde dich! Und bitte, Leser, Leserin, melde dich, wenn du meinen Handschuh findest! Der Finderlohn beträgt ein Ragusa, oder ein Bier nach Wahl! Oder sonst was, was Du Dir wünschst! Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten!

Danke.

Und gute Nacht.

37.8 °C. Leider weder Wasser- noch Lufttemperatur.

Schon merkwürdig, eigentlich, was für einen Unterschied so ein lumpiges Grad Celsius machen kann. Vorausgesetzt, es kommt vom Körperinneren her. Mit 36.8 °C ist alles schön und gut, aber kaum dreht der Hypothalamus, dieser heimtückische Heizer, das Ventil um ein Grädchen rauf, ist fertig lustig.

Immerhin ermöglicht unsere moderne pharmazeutische Industrie es mir, dem fiebrigen Dämmerzustand zu entfliehen. Hiess es im Mittelalter wohl: „Fieber? Aderlass!“, so lautet heutzutage das Gebot der Stunde: „Fieber? NeoCitran©®™!“ Und siehe!, es wirkt bereits! Der Schweiss dringt mir aus allen Poren, dass Gott erbarm, und das kann nur eines bedeuten: Mein Heizer, Herr H. Ypothal-Amus, hat auf Geheiss der novartis’schen Pharmazeutika die Körperkernsolltemperatur auf ein erträgliches Mass reduziert und so befinde ich mich nun im Zustande der Kühlung.

Völlig doof, eigentlich: Zuerst heizen, wie ein Wald voller Affen, dann schwitzen wie derselbe, nur, um am Ende wieder bei 0, bzw. um die 36.5 °C, zu landen. Das ist ja genau so, wie wenn Du im Haus die Heizung aufs Maximum stellst und dann merkst: „Öu blöd, heiss!“ und dann die Fenster aufreisst, um Dir Linderung zu verschaffen. Völliger Energieirrsinn. Also, ich persönlich werde wohl niemals das Minergielabel erhalten.

Aber merkst Du, wie ich gesprächig werde? Wohl geht meine erhöhte – und mittlerweile künstlich gesenkte – Temperatur mit einer ausgewachsenen Logorrhoe einher! Das trifft sich gut, denn ich habe viel zu erzählen: Da wäre zuallererst natürlich der Faust am Stadttheater Bern (der wo gestern Premiere hatte, die ich mir natürlich nicht entgehen liess), dann könnte ich die Geschichte von der Spinne und dem zuckenden Bein erzählen, oder mich über mein geflicktes Velo freuen!

Aber ich glaube, das hat Zeit bis zum nächsten Beitrag. Da ich ja nun ans Bett gefesselt scheine (übrigens e sehr guete Momänt – zwei Tage vor meinen Ferien!), habe ich Zeit und Musse, mir die Langeweile zu vertreiben. Wenigstens etwas Gutes am Ganzen.

Gute Nacht!