NINA? Nein, NINO!

Schliesslich heisst es ja auch der Zug und nicht die Zug. Und so ist es nur recht und billig, dass die Niederflur-Nahverkehrszüge, kurz: NINAs, der BLS auch einen männlichen Kollegen zur Seite gestellt bekommen. Und eine männliche Nina heisst dann eben NINO.

Dass es genau einen NINO gibt, war mir schon des Längeren bekannt. Stets halte ich Ausschau, wenn ich am Bahnhof bin, ob ich ihn erspähe, diesen Einzelgänger, dieses Unikat. Wie schön wäre es, welchen Seltenheitswert würde ich verspüren, könnte ich auch nur einmal einen einzigen Blick auf diesen magischen Zug werfen! Gar einmal darin zu fahren würde wohl ein ewiger Traum bleiben, die Chance, diesen einen Zug anzutreffen ist schon gering genug, und dass er dann gleich noch in die richtige Richtung führe, das grenzte dann schon an ein Wunder.

Doch nun fertig mit dem Konjunktiv! Er hat seine Schuldigkeit getan und macht nun Platz für den Indikativ, der wesentlich angebrachter ist in einer solchen Situation! Denn, siehe, lese, was mir widerfuhr!

Wir waren ganz gemütlich am Schwarzwasser, hatten dort, wo es sich mit der Sense vereint, ein Feuer entfuchen und bruten unsere Würste, tullen und liechen, wie das anständige Kleinkinder eben so zu tun pflegen, und frohen uns des Lebens und der Glut.

Alsbald war die Zeit gekommen, den Heimweg unter die Füsse zu nehmen, und so marschierten wir stracks durch die Dunkelheit des Waldes zurück zur Bahnstation, bestiegen den Zug und liessen uns gen Bern chauffieren.

F. W. und S. Y. aus B. verabschiedeten sich (beziehungsweise: schotten sich verab) bereits in Köniz, und ich möchte sagen, dies war ein grosses Glück. Nicht etwa, dass ich der Gesellschaft dieser Dam- und Herrschaften abgeneigt wäre, im Gegenteil. Jedoch erreichte mich Sekunden, nachdem der Zug wieder an Fahrt aufgenommen hatte, eine telefonische Benachrichtigung von F., welche ich natürlich nicht erhalten hätte, wäre F. nicht ausgestiegen. Ich befände mich dann im Fall im NINO, gäu!, tat F. mir Kund. „WAAAAS?! Nid wahr, ehrlech? Ugloublech!“, entfuhr es mir in Höllenlautstärke mitten im Zug, so dass sich mehr als nur ein Augenpaar zu mir wendete und mehr als nur etliche Köpfe ein missbilligendes Schütteln vernehmen liessen (das klang übrigens ungefähr so: sch-sch-SCHH-SCHHHHH-SCHH-sch [was natürlich dem Geräusch von wehendem Haar entspricht {es hatte nämlich kaum Kahlgeschorene im Zuge, aber item}, aber item], aber item).

In Bern angekommen rannte ich sofort zur Lokomotive und gewahrte in der Tat den Schriftzug (Haha! Schriftzug! Lustig!) NINO, was mich mit unbändiger Freude und meine Kamera mit zwei Bildern füllte, die ich gerne mit dem Rest der Welt teile, denn so bin ich nun mal. Grosszügig und teilfreudig.

Siehe, staune:

NINO in GrossaufnahmeNINO in der Totalen

Ein vorgängiges Fiderluege! mit starkem Verb

Ich weiss ja nicht, ob’s mir morgen noch reicht, etwas zu schreiben, also hole ich das mal nicht nach sondern vor, und in eben diesem Moment bin ich mir nicht mehr so ganz sicher, ob da Kommata hingehören oder nicht, aber ich lass es mal so stehen, nidwahr.

Auso. Morgen ist Donnerstag, und am Freitag in aller Herrgottsfrühe muss ich mich schon auf die Socken machen, damit ich dann um 6 Uhr, ja, du hast richtig gelesen: um 6 Uhr! auf der Schütz bin, um mein Gepäck in den Car zu laden, der mich und ungefähr 60 andere junge und junggebliebene Leute, vom Rüedu chauffiert, nach Bornholm im schönen Dänien transportieren wird, wo wir dann während 2 Wochen ein bisschen musizieren werden. So einen Ausflug nennt man Orchesterlager, und das Orchester nennt sich orchestra giovane, und bereits dieser Name impliziert ja die Junggebliebenheit der Mitmusikanten.

Wenn ich nun daran denke, dass ich also morgen noch packen muss und Dänienkronen kaufen muss und das Haus in einem einigermassen passablen Zustand hinterlassen muss und wohl noch einkaufen muss und vorher noch arbeiten muss und ja nichts vergessen darf, dann wird mir schon ein wenig blümerant zu Mute. Deshalb wasserpfeifle ich nun zur vorgängigen Entspannung gemütlich vor mich hin und lasse mich durch Jamiroquai mit Blow You Mind berieseln, es gibt kaum ein besseres Mittel gegen Blümeranz.

Blümeranz, respektive blümerant, ist solch ein schönes Wort, dass ich es nicht einfach so alleine hier stehen lassen kann. Ich will ihm also noch einen ebenso schönen Compagnon kredenzen, und erzähle darum, was ich heute Abend gemacht habe. Und zwar: Ich buk eine Züpfe. Da, da war er, hast du ihn erkannt? Buk heisst der Compagnon. Eine der schönsten Vergangenheitsformen überhaupt, und ich nutze die sich bietende Gelegenheit und lasse einen weiteren Link fallen, der der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben muss. Es handelt sich hierbei um die Website der Gesellschaft zur Stärkung der Verben, die es sich zum Ziel gesetzt hat, starke Verben zu fördern. Was starke Verben sind, das fragst du am besten deinen Deutschlehrer. Ich kann bloss sagen: Wäre äschern ein starkes Verb, so lautete der Indikativ Präteritum nicht äscherte, sondern arsch, und der Konjunktiv II ürsche. Sind sie nicht wunderbar, die starken Verben? Einen ganz herzlichen Dank an Marc für den Link.