Abenteuer Tramfahrt

Eine Tramfahrt, die ist lustig, eine Tramfahrt, die ist schön! Und wenn das Tram spinnt, ist sie sogar noch ein richtiges Erlebnis. Aber alles der Reihe nach.
Die alljährliche Linsenkontrolle hatte ich erfolgreich hinter mich gebracht („Es isch aues genau so, wie’s sött sy, Herr Friedli. Sehr schön!“. Das freut mich!), und den ExWi-Schäftli-Schlüssel retourniert. Es konnte also heimwärts gehen. Zuvor machte ich einen kurzen und extrem ereignislosen Abstecher auf den neuen Bundesplatz. Wie viele Leute es dort hatte! Obschon rein gar nichts lief: die Wasserfontänen schwiegen stumm vor sich hin, und nach einigen Minuten wurde ich der Warterei überdrüssig. Ich hätte zwar schon gerne gesehen, wie die beiden Typen, die es sich in ihren Liegestühlen mitten auf dem Platz bequem gemacht hatten, geduscht worden wären. Aber da sie schon tropfnass waren, als ich ankam, wäre auch das nur halb so sehenswert gewesen. Item.
Am Zytglogge bestieg ich dann das Füfitram. Und ich war sehr froh darüber, denn just in diesem Augenblick begann es zu regnen. Ich fuhr also durch die Gegend und erfreute mich ob meiner Trockenheit, als wir auch schon bei der Luisenstrasse ankamen. Und da begann es dann. Türen auf, Leute rein&raus, Türen wieder zu. Abfahrt. Bis dahin alles normal. Aber… fährt dieses Tram nicht gerade etwas langsam? Wieso überholt uns da ein alter Mann auf seinem Velosolex? Und das erst noch hogerobsi? Und es ruckelt auch so merkwürdig. Nach 20 Sekunden -das entspricht etwa zwei Metern- kommt dann die Ansage: „Thunplatz“. Naja, wir sind zwar noch kaum abgefahren, und das Heck des Trams hat die Luisenstrasse noch nicht mal verlassen, aber was solls. Wir ruckeln behäbig weiter, die Autoschlange hintendran wird länger und länger. Endlich kommt langsam der Thunplatz in Sicht. Die Stimme aus dem Lautsprecher meldet: „Brunnadernstrasse. Weiterfahrt Richtung Ostring, Anschlussmöglichkeiten…“. Noch etwas früh für die Brunnadernstrasse, wenn wir noch nicht mal beim Thunplatz angekommen sind, oder? Immerhin habe ich aus dem Fenster eine perfekte Aussicht auf die Grossbritannische Botschaft. Aber lange sinnieren kann ich nicht, denn schon erschallt ein „Burgernziel“, und das ist doch schon besser, immerhin ist das Burgernziel ebenso ein Kreisel wie der Thunplatz. Doch da: „Sonnenhof“. Hui, das geht ja rassig! Und schon ist das Tram endlich den Berg raufgekraxelt, und lässt mich am „Ostring“ alias Thunplatz aussteigen. Bis auf 2, 3 mutige Fahrgäste verlassen die meisten anderen das mittlerweile sehr merkwürdig riechende Gefährt. Zu recht, wie ich meine. Denn beim Abfahren steigt aus dem vordersten Fahrgestell dicker, schwarzer Rauch auf, und auch das Geräusch tönt nicht eben vertrauenserweckend. Aber wenn’s nicht mehr weiterfahren kann, ist das auch nicht schlimm, es warten ja schon 2 weitere Trams hintendran, die können dann schieben.
Was passiert wohl heute Abend, wenn ich mit dem Bus zum Zieglerspital fahren muss? Man darf gespannt sein!

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