Migros Freudenberg: Asphaltwüste

Alle Büsche sind weg und durch Asphalt ersetzt. Das ist schade. Zum Glück gibt’s da noch mit Lupe einkaufende alte Frauen und freundliche Kassierinnen!

Ich war wieder mal in einer Filiale der Migros Aare Genossenschaft, zum Einkauf. Dort haben sie ja vor geraumer Zeit den Vorplatz umgestaltet, sprich: Alle Büsche weggerissen, die Mäuerlein abgebrochen und das ganze mit schwarzem Asphalt überzogen. Nun hat dieser Ort den Namen Asphaltwüste redlich verdient! Zudem wurden die Veloparkplätze entfernt. Kann mir bitte jemand erzählen, wozu das alles gut sein soll? Nun muss ich jedesmal, wenn ich dorthin gehe, mein Fahrrad mitten auf diesen trostlosen Platz stellen. Ich bin geneigt, dies eine Frechheit zu nennen (nicht mein Hinstellen, sondern die Entfernung der Parkplätze). Was für ein Tamtam gemacht wird, wenn in der Altstadt ein paar wenige Autoparkplätze Opfer der Umstrukturierungsmassnahmen werden, leuchtet mir ja nur halbwegs ein. Dass sich aber niemand darüber aufregt, dass vor dem Freudenberg-Migros sämtliche Veloparkplätze restlos entfernt werden, ist mir schlicht unbegreiflich!
Item, genug gemault, nun kommt der lustige Teil. Selbstverständlich gehört zum Einkauf jeweils das Betreten des Warenhauses. Und im Warenhaus drin sah ich zwei ältere, um nicht zu sagen: alte Frauen, die Glühbirnen kauften. So weit, so gut. Was mir aber auffiel, war, dass diese Damen eine grooosse Lupe dabeihatten, augenscheinlich, um das Kleingedruckte auf den Packungen zu lesen.
Was mich anfangs belustigte, stimmte mich nach kurzem nachdenken verständnisvoll. Wenn das Flexionspotenzial der Augenlinse mit fortschreitendem Alter nachlässt, muss man sich eben zu helfen wissen. Kommt hinzu, dass diese Frauen mit diesem Monstrum von Lupe locker jeden Handtaschenentreissdieb K.O. schlagen könnten.
Beim Bezahlen dann sass wiederum jene sümpathische Kassierin, von welcher bedient zu werden ich schon einmal das Vergnügen hatte, und deren Name uns gerade entfallen ist, an der Kasse, und wiederum begrüsste sie mich mit einem strahlenden Lächeln.
Als ich dann noch fast vergessen hätte, den Tee mit einzupacken, mahnte sie mich, immer noch strahlend lächelnd, ihn nicht zu vergessen. Ich kann es bloss nochmal wiederholen: Das ist eine echte Frohnatur!

4 Gedanken zu „Migros Freudenberg: Asphaltwüste“

  1. Tja, wenn der Platz vor der Migros eine Asphaltwüste ist, was ist denn die Tramwendeschlaufe des Fünfers?
    Akkurat Asphalt, und dafür schönes gelbes Kies um die paar verbliebenen Bäume.
    Ei, ei, das haben die Stadtgärtner doch toll gemacht. Richtig gut verpacktes Grün und das alles damit der Platz e chli e gattig macht für die Besucher des Paul Klee Zentrums.
    Ich kaufe eher im Coop als im Migros, weil mir die Migros-Oberen etwas zu politisch geworden sind. Aber ich glaube, ich kenne die Verkäuferin auch. Die strahlt wirklich wunderbar.

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