Heute Morgen

An einem Morgen wie dem söttigen sollte man natürlich wissen, wo es die besten Gipfeli der Stadt gibt. Man könnte sich dann, wüsste man es, vorfreuen, währenddem man den Thunstrassstutz abenfahrt. Ich weiss es aber eben nicht, und also überlegte ich mir, wo ich denn hingehen könnte, um ein solch Gebäck käuflich zu erwerben.

Über diesen Gedanken vergeht die Zeit wie von selbst, und die Meter spulen sich fast selbstständig unter den Velorädern hinweg, und eh‘ man sich’s versieht, fährt man dann durch die Stadt, wo einem auf dem Bundesplatz die Düfte frischer Kräuter und knackiger Gemüse via Nasenlappen durch die Nebenhöhlen wehen, nachdem man auf dem Casinoplatz fast eine junge Frau überfahren hätte, da man gar tief in Gipfeligedanken versunken war, und so einen Morgen findet man dann einfach schön, weil doch jetzt das Wetter auch wieder schöner ist, und wenn’s nochli warmet, kann man vielleicht sogar wieder mal ins Marzili gehen, und nicht einmal der Anblick eines grusigen VW Touareg oder Dschiip Gränd Tscherokki oder gar eines Hummers können einem den Morgen versiechen, wobei mir der Hummer heute morgen glücklicherweise erspart blieb.
Jedenfalls bahnte ich mir den Weg in die Marktgassfiliale vom Reinhard und frug nach einem Gipfeli. „Tuet mr leid, da hani gar keni me!“ kam der niederschmetternde Bescheid, der mich dazu veranlasste, mein Glück in der Mensa versuchen zu wollen. Dass ich das freundliche Frollein darauf aufmerksam hätte machen können, dass ja vielleicht eine ihrer Kolleginnen noch ein Gipfeli gehabt haben könnte, kam mir natürlich erst in den Sinn, als ich bereits den Schanzenstutz hinaufrochelte.

Glücklicherweise hatte es in der Mensa tatsächlich noch einen Haufen Gipfeli, und eines davon befindet sich mittlerweile in meinem Bauch, jedenfalls der grösste Teil davon, der Rest klebt in Brösmeliform in meiner Tastatur. Nun kann ich also frohgemut zu Arbeiten beginnen. Vorher gebe ich mich aber erst mal dem hemmungslosen Wassergenuss hin. Proscht.

5 Gedanken zu „Heute Morgen“

  1. Ich will auch eines. 🙂

    Tsss, tsss, Mänu: Wetterst immer über die Autofahrer und überkarrst auf dem Casino-Platz – wo Fussgänger vermutlich Vortritt haben (die Verkehrsführung dort habe ich leider noch nicht im Detail begriffen) – selbst fast eine junge Frau…

  2. Die Verkehrsführung habe ich auch nicht recht begriffen. Ich bin aber sicher, dass sich dort KEIN Fussgängerstreifen befindet. Im Übrigen habe ich heute Morgen meinen Fauxpas wieder ausgebügelt. Man lese den nächsten Beitrag…

  3. Pingback: Mänus Tagebuch

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