Bombenstimmung im Bahnhof Bern!

„Chemie isch, wenn’s chlepft u tätscht“, pflegte er zu sagen, mein Tertiachemielehrer, der jeweils ein Taschentuch, den Taschenrechner sowie ein Paar Unterhosen dabei hatte und nebenbei Volkstanz betrieb. Er zeichnet sich verantwortlich für das gar nicht mal so verständliche Werk Verständliche Chemie, aber da er abgesehen vom chlepft u tätscht mit dem heutigen Beitrag rein gar nichts zu tun hat, wollen wir nun zum Punkt kommen.

Chlepft u Tätscht. Darum geht’s. Heute war im Bahnhof Bern fürwahr eine Bombenstimmung. Zum Coop war noch ein knappes Durchdringen, aber der Treffpunkt war bereits gesperrt, als wir kurz nach einundzwanzig Uhr dort ankamen. Polizei. Sanität. Feuerwehr. Securitrans. Militärpolizei. Und viele, viele Gaffer allenthalben. Sogar eines orangen Bombensprengroboters wurde ich gewahr. Aber der Polizist am rot-weiss gestreiften Absperrband wollte von einer Bombe nichts wissen. „Das chöit dr morn ir Zytig läse“, war die äusserst unbefriedigende Antwort auf die Frage, was denn auch in Gottes Namen los sei, dass der halbe Bahnhof gesperrt sei. Aber uns täuscht man nicht so einfach.

Schlussamend, als der Hubi bereits mit dem Zug verreist war, standen wir selbzweit auf Seiten der Bahngleise am Absperrband, und frugen noch einmal, weshalb denn hier gesperrt sei? Und ob man die Bombe nicht einfach schnell mal sprengen könne? Der walliser Securitransler meine, mit schnell-schnell sei da nichts gemacht. Der berner Securitransler stellte sich dumm und frug: „Wär het öppis vonere Bombe gseit? Dadervo weiss i nüt.“ Jaja, stell dich nicht dümmer, als du… aber item. Der Walliser schob nach, der Grund für die Absperrung sei bloss ein defekter Billettautomat, und diese Antwort hat zugegebenermassen ein gewisses Mass an Originalität erfüllt.

Da plötzlisch tätschte es, eben, es chlepfte und tätschte. Da wussten wir sofort: hier war Chemie am Werk! Hier ist eine Bombe explodiert worden! Und tatsächlich wurde einige Zeit später der Durchgang freigegeben, so dass man von den Gleisen wieder zum Treffpunkt gelangen konnte. Eine Horde Menschen strömte uns entgegen, darunter die gesamte Belegschaft des Bahnhofmacdonalds mit ihren lustigen Techlikappen, die soeben eine zweistündige Zwangspause verbracht hatte.

Ich bin nun jedenfalls sehr gespannt auf die Berichte morgen in der Zeitung. Ich hoffe, der Polizist hat nicht zu viel versprochen.

Und als kleine Randnotiz zum Schluss könnte ich noch anfügen, dass die neue Velostation im Bahnhof wahrscheinlich noch ganz hübsch wird. Ich denke, die wird mir gut gefallen. Ich freue mich jedenfalls bereits darauf, wenn ich sie endlich einmal von innen bestaunen kann 😀 .

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