Nun ist es klar: Frankreich wird Weltmeister

Meine Welt ist wieder in Ordnung. Nach dem Italien-Deutschland-Match hatte ich geglaubt, ein Fluch laste auf mir, der diejenige Mannschaft rausfliegen lässt, die ich gerne eine Runde weiter sehen würde.

Aber gestern bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass dem nicht so ist. Schliesslich ist Frankreich nun im Final, und kann da Italien mit 2:1 vom Platz putzen.

Und zum Schluss noch dies: Ich bin ich gestern — wieder mal — zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich im Regen durchaus velofahren lässt. Wenn’s auch schüttet wie aus Kübeln, braucht man bloss fünf Sekunden in die Pedale zu treten, dann ist man so nass, dass man den Regen gar nicht mehr spürt.

50 Mal 30 Zentimeter Bildschirmfläche

Noch selten habe ich mich so aufs Arbeiten gefreut, wie heute. Das hat einen ganz bestimmten Grund: Seit gestern Nachmittag steht an meinem Arbeitsplatz ein neuer Monitor. Ein 23-Zoll-Breitleinwand-Monster-Riesen-Ding! Das ist nun ein ganz anderes Arbeiten. Endlich sehe ich im Eclipse, was ich eigentlich programmiere, und kann daneben erst noch den Firefox offen haben, um zu testen, was ich da töggele, denn selbstverständlich steht der alte Monitor auch noch da, und zwei Bildschirme sind schon ziemlich sexy 🙂 .

Ich habe das Gefühl, heute schreibe ich ganz, ganz viele Zeilen. Super!

Bräteln an der Aare ist ein Heidenspass

Bräteln fägt schon ungemein.

Gestern war’s an der Aare, heute, nun ja, nicht so ganz. Das heisst, die Aare war schon irgendwo in der Nähe, nur leider halt von dutzendmeterdicken Schilfgürteln von unserem Plätzchen getrennt. Und das, nachdem wir stundenlang durch die Gegend gegurkt waren, um eine halbwegs adäquate Grillierakkommodation zu lokalisieren!

Aber das macht nichts. Wer will schon in der Aare einen Schwumm nehmen, wenn er vielzuviele Würste essen und vielzuviele Getränke trinken musste. Ich wäre nullkommaplötzlich dem Bachbett entgegengetaucht, das weiss ich. Da war es doch besser, der Aare erst wieder in Bern einen Besuch abzustatten.

War es das wirklich? Eigentlich hätten alle Alarmglocken schrillen sollen, als ich auf der Temperaturanzeige ein rotes 17.37 C erblickte. Taten sie aber nicht. Hätten sie aber besser. Denn ich musste bitter dafür büssen, dass ich mich hatte überreden lassen, die Aare zu beschwimmen. So kalt hatte ich das aber noch nie erlebt! Ich musste dann mit Hubi auch etliche Zeit mich an die arktischen Temperaturen gewöhnen, und etliche Zeit bedeutet in diesem Zusammenhang zwischen 30 und 300 Minuten. Trotz dieser langen und intensiven Vorbereitungszeit für das grosse Abenteuer Arktik-Aare-Schwimmen musste mir beim endgültigen Eintauchen ins kalte Nass ein anhaltender und gellender Kälteschrei entfahren. Sorge dich also nicht, wenn du um ca. 19 Uhr ein Gemöögge vernommen hast. Das war bloss ich. Auch wenn du in Zürich oder Genf wohnst und jemanden schreien hörtest, wie am Spiess: Keine Angst, wenn’s darauf ankommt, kann ich unglaublich laut pääggen 😉 .

Und weil Essen und Schwimmen müde macht, und Basketball sowieso, aber das ist eine andere Geschichte, muss ich jetzt meinen unterkühlten Körper — den Kühlkörper sozusagen — ins wärmende Bett legen. Pfuus guet.

Noch ein WM-Beitrag…

Frankreich ist eine Runde weiter. Das mag ich ihnen gönnen, speziell dem Herrn Zidane, der ja seine Karriere sonst ziemlich glanzlos hätte beenden müssen. Seit dem Sommer ’98, als ich in einem französischen Bistro den WM-Final Frankreich-Brasilien live miterlebt habe, bin ich eh ein kleiner Frankreich-Fan.

Und wenn wir schon beim Thema WM sind, kann ich gleich wieder zurück auf die Problematik des Hupens kommen. Heute habe ich keinen Lärm vernommen. Entweder sind die Hupen der Peugeots, Citroëns und Renaults um einiges schwächer als jene der Alfa Romeos, Fiats, Lamborghinis und Maseratis, oder aber die Franzosen sind ein gesittet Volk von einig Brüdern wenn’s ums Feiern eines Fussballsieges geht. Ganz im Gegensatz zu den Italienern und — wir haben es von This vernommen — den Schweizern.

Da lobe ich mir die Holländer. Wie der Hubi zu berichten wusste, fuhren deren Fans nach der Achtelfinalqualifikation nämlich mit den Fahrrädern durch die Strassen Berns und veranstalteten ein Klingelkonzert. Das hat Stil! Das ma due! Das ist bewunderns- und nachahmenswert! Wenn sich bitte alle Fans aller Nationen daran ein Beispiel nehmen würden!

Tschüss, WM!

Schade, wir haben’s nicht geschafft. Naja, immerhin haben wir die Vorrunde überstanden. Und jetzt kann ich mich voll und ganz aufs Fänen für Argentinien konzentrieren.

Und aufs Anti-Fänen gegen Italien. Die haben mich gestern aufgeregt, so richtig! Ich fuhr unbekümmert mit dem Velo nach Hause, aber so unbekümmert war ich dann nach kurzer Zeit nicht mehr. Dieses Gehupe! Die Strassen waren verstopft mit trötenden und johlenden Fiatten, Alfa-Romeö und Lanciä. Nichts gegen Freude, Heiterkeit und ein wenig Ausgelassenheit, aber wenn mir einer mit seinem Fussballhorni mitten in den Kopf hupt, wenn ich mich neben seinem Auto vorbeizuschlängeln versuche, dann hört der Spass auf. Und wenn jeder Zweite dies tut, ist wirklich Matthäi am Letzten. Alles war recht ist, aber ich hoffe, dass Italien im Viertelfinale gegen die Ukraine rausfliegt. Erstens gibt’s dann nicht mehr so einen cheiben Lärm, und zweitens können wir uns dann rühmen, immerhin gegen einen Halbfinalisten rausgeflogen zu sein 😉 .