Khur, Züri, og. Ein Wochenende wie kein zweites.

Chur ist gefährlich. Die Konzertsäle sind akkustisch so furztrocken, dass ich ausser meiner Snare gar nichts mehr höre, und so beginnen meine Nachschläge, sich im Verhältnis zum Orchester selbstständig zu machen. Aber item.

Chur ist gefährlich. Zwar kostet ein Gin Tonic ungefähr 15 Franken, aber nach dem dritten (oder vierten?) spielt das auch keine Rolle mehr, und wenn man dann zu den Tequilarunden übergeht, hat man sowieso keinen Überblick mehr über das Budget.

Chur ist gefährlich. Da steht man zum Beispiel harmlos auf dem Trottoir und berät, wohin man gehen will, schon ist ein Türsteher zur Stelle und fordert einen auf, doch bitte weiterzugehen, denn «ihr khönned do nit aifach ummaschtah!», oder wie so ein bündnerischer Türsteher auch immer spricht (kann mir da jemand weiterhelfen? Kommentare erwünscht!).

Zürich ist auch gefährlich. Zürich verursacht Kopfschmerzen und leichtes Unwohlsein in der Magengegend (oder war etwa einer der Tequilas am Vorabend verdorben?), und in zürcher Trämmern mööggt die Ansagefrauenstimme die nächste Haltestelle in einer derart pietätlosen Lautstärke durch das Gefährt, dass es einem schier den Deckel lupft und das Trommelfell zu einem Salto mortale animiert.

Retrospektiv betrachtet war das Wochenende aber eines der schöneren, die’s gibt, und ich vermisse das og bereits jetzt ein bisschen. Zudem hoffe ich, dass der Schmidi, wenn er sich jemals auf mein Blog verirren sollte, am retrospektiv seine Freude haben wird.

Und damit mich die Marlen an der nächten KMB-Probe nicht ungespitzt in den Boden rammt, muss ich jetzt wohl noch kurz kundtun, dass sie es war, welche die geharnischte Bemerkung bezüglich meiner Schreibdisziplin, in welche sich in letzter Zeit der Schlendrian eingeschlichen hatte, hat fallen lassen. Was ich hiermit getan hätte. Somit — Guet Nacht.

Von der Konditionierung Pawlow’scher Hunde

Nicht, dass dieser Beitrag auch nur im Entferntesten etwas mit der Konditionierung Pawlow’scher Hunde zu tun hätte, aber der Titel tönt halt einfach so unnachahmlich wissenschaftlich und hochgestochen, dass ich nicht resistieren konnte, ihn zu verwenden. Ich hoffe, meine hochwohlgelöbliche Leserschaft, um wieder einmal einen von mir in höchstem Masse geschätzten Terminus zu verwenden, hegt darob keinen Groll mir gegenüber.

Wie dem auch sei. Das Schachspiel, um zu des Pudels Kern vorzustossen, und hier geht es nicht um der Prudenz‘ Kern, sondern wirklich um denjenigen des Pudels, das Schachspiel, so war ich also im Begriffe, zu erläutern, ist eines der Komplizierteren, die existieren auf diesem unserem Planeten. So erstaunt es denn auch nicht weiter, dass ich meistens den Kürzeren ziehe, wenn ich mich erdreiste, gegen Corni eine Partie zu wagen. Nun gut, letzten Montag habe ich wieder einmal ein Remis herausgeschlagen, was aber weniger meinem Können als vielmehr seiner desolaten Endpielfähigkeit zuzuschreiben ist (exgüseh, aber mit Dame und König muss man gegen einen einsamen König einfach gewinnen, da gibt’s keine Entschuldigung, mein Lieber!).

Nun, also, und sowieso. Heute habe ich mich breitschlagen lassen, eine weitere Partie zu wagen. Nicht gegen Corni, sondern gegen Dezi. Die Partie läuft eigentlich noch, das heisst, wir haben noch nicht zu Ende gespielt, aber so wirklich am Spielen sind wir momentan auch nicht. Facebook nimmt uns zu sehr in Beschlag.

Womit wir beim Thema wären: gestern habe ich vom Philipp erfahren, dass er im Facebook ist, und seitdem lässt es mich nicht mehr los. Was man da für Möglichkeiten hat! Wieviele lustige Gadgets man da zu seinem Profil hinzufügen kann! Dagegen sieht das StudiVZ echt alt aus.

Und so muss ich mich denn auch schon verabschieden, denn bestimmt gibt’s wieder etwas Neues auf Facebook. Und der Kopierer will ja auch ausgenutzt sein, nidwahr.

Ich pflege Füsse!

… und dabei weiss ich gar nichts davon! Aber beginnen wir von vorne.

Kürzlich habe ich eine relativ geharnischte Bemerkung über mich ergehen lassen müssen, weil nun doch schon einige Zeit seit meinem letzten Beitrag vergangen ist. Ich will nun also Abhilfe schaffen, indem ich — ein weiteres Mal — einen Schwank aus meinem Leben erzähle. Zwar hat es mit mir nicht direkt etwas zu tun, aber was soll’s. Es muss nun einfach gut genug sein, um einige Zeilen zu füllen.

Aaaalso. Ein Serverneustart hat den positiven Nebeneffekt, dass der installierte Telefonbeantworter wieder funktioniert (nein, fürchte dich nicht, dies wird kein technischer Beitrag). So hat denn auch vor einigen Tagen jemand angerufen, und aufs Band, resp. die Festplatte gesprochen.

Oui, bonjour monsieur *** ***.

Hoppala, Französisch! Und erst noch mit starkem Akzent. Puh, zum Glück habe ich das nicht abgenommen, sonst hätte mir eine französische Kommunikation sondergleichen geblüht. Denn der angedeutete Name, der sich unter den Sternchen versteckt, lautete weder Manuel Friedli, noch sonst irgendwie bekannt. Item, weiter geht’s:

Je téléphone pour prendre une rendezvous pour soin des pieds.

Wie bitte? Fusspflege? Ich!? Neinnein, da sind Sie an den falschen geraten, werte Madamm (denn eine solche war am Draht)! Wenn ich Füsse pflege, dann höchstens meine eigenen. Und ob man diese Behandlung als Pflege bezeichnen kann, sei jetzt mal dahingestellt.

Jedenfalls habe ich nicht, so wie ich drum gebeten wurde, zurückgerufen. «Die merkt de scho, dass si sech het verwäut gha», dachte ich mir. Doch da! Ein paar Tage später hatte ich wieder einen Anruf auf dem Beantworter, von derselben Nummer aus. Diesmal leider nur eine Sekunde lang, und das einzige aufgezeichnete Geräusch war das *klick* des aufgehängtwerdenden Telefonhörers. Ich bin gespannt, wie oft es die arme Frau noch versucht. Vielleicht sollte ihr mal jemand sagen, dass 031 351 28 34 nicht die Nummer eines Pedicuristen ist.

Ich hätte gerne mein Diplom, bittesehr.

…mängisch passiert’s eifach, und dann muss ich schreiben. So wie jetzt.

Ich komme nicht umhin, meinem Unmut Luft zu verschaffen. Zwar hält er sich in engen Grenzen, aber trotzdem will er Kunde getan sein. Und also künde ich.

Wer regelmässig ein Auge auf mein Blog wirft, wird vor einiger Zeit gelesen haben, dass ich eine Physikprüfung absolviert habe, eine mündliche. Nun gut, es waren deren Zwei, um nicht zu sagen: Anderthalb, aber das ist eine andere Geschichte. Was zählt, ist, dass ich mein zweites Nebenfach abgeschlossen habe, und zwar schon vor über zwei Monaten. «Die Cheibe löh sech Zyt!», hatte ich mir ständig gedacht, in Erwartung meines Abschlussdiplomes. Doch irgendwie dünkte es mich ja schon Merkwürdig, dass ich seit meiner Prüfung nichts mehr gehört hatte von der Uni, sei’s nun vom Dekanat oder vom Sekretariat.

Wie gut, dass es einen Dezi gibt! Der ging nämlich, währenddem ich mir in Bornholm die Mütter aller Sonnenbrände zuzog, aufs Sekretariat und erkundigte sich, was denn da genau los sei. «Ja, da müesst dr zersch no d Prüefigsgebühre zahle, Momänt, i sueche nech grad e Yzahligsschyn use», war so in etwa die Antwort, die er bekam (so stelle ich mir das jedenfalls vor, selber dabei war ich ja nicht, ich musste Hautkrebs züchten).

Ja, danke! Und weshalb wird einem das nicht früher mitgeteilt? Zum Beispiel könnten wir Prüflinge ja bei der Prüfungsanmeldung darauf hingewiesen werden, dass wir noch Fr. 75.-Prüfungsgebühr zu entrichten hätten. Oder zum Beispiel könnte uns Prüflingen direkt nach der Prüfung ebenselbiges mitgeteilt werden. Oder zum Beispiel könne man uns Prüflingen nach absolvierter Prüfung ein E-Mail mit entsprechendem Tipp schicken. Aber nein, die Universitas Bernensis zieht es vor, ihre Studenten im Dunkeln tappen zu lassen.

Naja. Ich sollte mich nicht beklagen. Immerhin werde ich am Donnerstag, Dezi sei Dank, endlich mein Diplom in Empfang nehmen können. Vorausgesetzt, das Dekanat hat Zeit für mich. Die Öffnungszeiten lassen jedenfalls nichts Gutes vermuten: Donnerstag und Freitag jeweils 9 bis 11 Uhr. Tja, ein wenig Pläuschlen muss da wohl auch noch drin liegen, für die Dekanatsmitarbeiter.

Poul! POUL!

Wie sich in zwei Wochen eine Stadt verändern kann! Die Trams fahren durch die neue Wendeschleife am Bahnhof, die Gleise sind mehr oder weniger fertig verlegt, und frischer Asphalt ziert den Hirschengraben. Genau darüber fuhr ich heute Morgen mit dem Velo, Richtung Schanzenstutz.

Vor der Signalanlage wurde ich eines alten Ehepaares ansichtig. Die Frau entfernte sich in Richtung City West, während der Mann über den Fussgängerstreifen zum Schanzenstutz wackelte, also in dieselbe Richtung wie ich, bloss, dass ich nicht wackelte, sondern fuhr. Sowie das Fraueli bemerkte, dass ihr Mann nicht mehr da war, ging’s los: «Poul!», rief sie ihrem Gatten hinterher. «Poul, hingerdüre! POUL!» Doch der Päuli liess sich nicht beirren. Man kann es zwar nie wissen, aber ich denke, es war nicht sein sturer Schädel, sondern sein ältliches Gehörorgan, das ihn weiterschlurfen liess, weg von seiner Frau, die munter weiter «Poul, Poul!» schrie, mit einem derart piepsigen Stimmli, dass sich auch meine schlagzeuggeschädigten Ohren gehörig anstrengen mussten, es zu vernehmen.

Ich hatte erbarmen und tippte dem Herrn von hinten leicht auf die Schulter, worauf er sich verwundert umdrehte. Ich machte ihm klar, seine Frau schreie verzweifelt nach ihm. Er schaute mich mit grossen Augen an, hielt dann nach seiner Frau ausschau, erblickte sie und täselte davon.

Wo er wohl nun umherspazieren würde, wenn ich nicht getippt hätte?