Brasilianisches Schweizerpoulet

Von wegen „Schweizer Poulet“! Im Denner gibt es Fleisch in ganz schön verwirrender Packung zu kaufen. Siehe die Vorderseite:

Pouletbrust mit Schweizerkreuz
Was erwarten wir von der Beschriftung „Schweiz“ und dem Schweizerkreuz? Schweizer Fleisch, nicht?

Wundervoll! Endlich gibt es also schweizer Poulet zu kaufen, einigermassen artgerecht aufgezogen und ohne unnötigen Antibiotikaeinsatz gezüchtet! Schliesslich prangen prominent ein Schweizerkreuz und die Aufschrift „Schweiz – Suisse – Svizzera“ auf der Verpackung. Bravo, Denner! Gut gemacht!

Auf der Rückseite erlebe ich dann die herbe Enttäuschung:

Poulet - Herkunft Brasilien
Wo ist nun das schweizer Poulet hingekommen?

„Pouletfleisch (Herkunft: Brasilien)“ steht da zu lesen! Wie bitte? Nicht, dass ich etwas gegen Brasilien hätte! Obzwar ich noch nie dort gewesen bin, bin ich überzeugt, dass es ein schönes Land mit netten und freundlichen Menschen und umwerfender Natur sein muss. Trotzdem – ich will kein Pouletfleisch aus Brasilien essen. Höchst überflüssig, zu betonen, dass ich eine Reise um den halben Globus für mein Hühnerbrüstli ablehne, auch bin ich nicht so ganz sicher, ob die Hühner und Güggeln in Brasilien ein angenehmes Dasein bis zu ihrem Tode fristen. Wenn ich da an den Kassensturzbericht über die Trutenmast in Deutschland denke, will ich mir gar nicht ausmalen müssen, wie es erst in Brasilien mit den Hühnern zu- und hergeht.

Ganz abgesehen davon ist es nichts anderes als eine Frechheit und Schweinerei, die Vorderseite mit einem Schweizerkreuz zu schmücken, wenn kein einziges Gramm schweizer Fleisch drinsteckt.

Mit Kamille das Bad putzen

Heute beim Putzen habe ich es herausgefunden: Der Badreiniger, den wir seit geraumer Zeit benutzen, riecht nach diesem Tee, den man immer dann trinkt, wenn man krank ist. Aufgefallen ist mir das selbstverständlich aus aktuellem Anlass. Hingegen ist mir entfallen, welcher Tee es ist. Lindenblüten. Oder Kamomille. Ja, letzterer, glaube ich.

Wobei ich mir hiergleich die Frage stelle, weshalb die Franzosen in ihrer Version der Kamille ein überflüssiges „mo“ eingebaut haben. Könnte mir das mal jemand erklären?

Und zum Schluss noch dies: Unser Badreiniger, der befindet sich in dieser Sprüheflasche aus dem Denner (aus demselben Denner übrigens, in dem ein äusserst verfängliches Fleischregal steht), der Flascheninhalt aber ist nicht mehr zwangsläufig der originäre. Das macht es nun schwierig, den Ursprung desselbigen zu eruieren, könnte es sich doch einerseits um ein Nachfüllprodukt aus dem Denner, oder aber auch um eines aus der Migros handeln. Oder sogar – und nun werden meine Gedankengänge wild! – aus dem coop!

Wie dem auch sei. Einen Kamillenreiniger empfehle ich niemandem.