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Einmal Bern – Wittdün, bitte!

So eine Reise, die bietet immer wieder Erzählstoff. Von Bern nach Zürich Flughafen war ja alles wie gehabt, bloss, dass die zweite Klasse derart überfüllt war, dass ein Klassenwechsel unumgänglich war.

Von Zürich Flughafen nach Hamburg gibt’s auch nicht viel zu sagen, bloss, dass es sich auszahlen kann, mit Kinderwagen unterwegs zu sein, da man so bei der Gepäckaufgabe prioritär behandelt wird.

Von Hamburg Flughafen nach Hamburg Altona gibt’s ebenfalls kaum was zu erzählen, ausser, dass beim Flughafen der Lift defekt war und wir so Koffer, Kind und Kegel über die Treppe zum Perron bugsieren mussten. Und dass es in Hamburg Altona genau einen einzigen, munzigen Lift gibt, der überdies andauernd mit Leuten besetzt ist, die offenbar zum Spass liftfahren, und man so gut und gerne mal eine Viertelstunde wartet, bis man an die Reihe kommt.

Dann aber von Hamburg Altona nach Niebüll, da gibt’s was zu erzählen, obwohl – oder vielleicht eben gerade weil – wir es mit dem Zug gar nie bis nach Niebüll geschafft haben. Und das kam so:

Zu Beginn war in diesem Regionalbummler schon mal die Klimaanlage defekt. Es scheint ja ein Hobby der Deutschen Bahn zu sein, dass man seine Kunden in – sagen wir mal – wohltemperierten Wagen umherchauffiert, wohei in diesem Zusammenhang das Wort chauffieren zu einer ganz neuen Bedeutung gelangt. Aber eine defekte Klimaanlage vermag uns nicht zu schrecken, verschwitzt waren wir sowieso schon. Dass der erste Halt, in Elmshorn, dann aber nicht wie geplant eine Minute dauerte, sondern ungefähr deren vierzig, das schreckte uns dann schon mehr, schliesslich hatten wir einen Anschluss zu erwischen.

„Wir haben technische Probleme mit einer Weiche, die sich nicht mehr schalten lässt“, liess sich der Zugchef durch die Lautsprecher vernehmen. „Sie müssen jetzt leider alle aussteigen, und sich auf Fahrsteig 2 begeben, dann muss der Zug zurücksetzen und auf das andere Geleise fahren, dann können Sie wieder einsteigen. Leider dürfen sie nicht sitzen bleiben, weil dies ein Rangiermanöver ist. Ich habe lange mit dem Fahrdienstleiter diskutiert, aber der ist da leider sehr streng.“ Bravo. Also alles raus, aufs andere Perron, in der Hitze nochmal zehn Minuten gewartet, bis der Zug umparkiert hatte und dann wieder eingestiegen.

Nächste Lautsprecherdurchsage: „Soooo. Wir verkehren aktuell mit einer Verspätung von 40 Minuten. Die Anschlüsse auf die Inseln Föhr und Amrum werden wir nicht schaffen. Ich komme darum nun durch die Wagen, und wenn ich Ihre Fahrkarten kontrolliere, teilen Sie mir bitte mit, ob sie auf die schönen Inseln Föhr oder Amrum wollen, und wieviele Personen Sie sind. Wir werden dann Taxen organisieren, die sie zum Fähranleger in Dagebüll bringen.“ Na gut, immerhin kümmern sie sich um uns, dachten wir, und warteten auf den Kondukteur.

20 Minuten später die nächste Durchsage: „Also, meine Damen und Herren: In Husum erwarten sie ein Taxi und ein Grossraumtaxi. Alle, die nach Föhr oder Amrum wollen, steigen also in Husum aus und begeben sich zu den Taxen.“ Tja, und wir? Ich zweifelte, dass der Kondukteur unsere Gepäck- und Personenmenge in Rechnung hatte, und begab mich auf die Suche nach ihm. „Ich weiss ja nicht, mit wievielen Personen Sie für Amrum rechnen, aber wir müssten dann auch noch mit“, sagte ich ihm, als ich ihn gefunden hatte. „Wieviele?“, wollte er bloss wissen. Ich beschied ihm, und er bestellte sofort Taxi-Nachschub.

Kurz vor Husum kam dann noch die letzte Durchsage: „Meine Damen und Herren, nochmal eine schlechte Nachricht: Nach einer defekten Klimaanlage in den Wagen und einer defekten Weiche haben wir nun noch eine defekte Klimaanlage in der Lok. Und da ich meine Kollegin da vorne nicht so leiden sehen will, müssen wir die Lok in Husum austauschen. Wir werden also nochmal einen längeren Aufenthalt haben. Ich glaube, damit haben wir heute alles erlebt, was man erleben kann.“ Ich kann dieser Aussage eigentlich nur beipflichten.

Immerhin aber klappte das mit den Taxis in Husum, und sie verfrachteten uns mit grosser Eile nach Dagebüll, wo uns schliesslich noch über eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt der Fähre blieb.

Von der Fährfahrt gibt’s nun wieder nichts zu berichten, denn wir sind weder auf Grund gelaufen noch abgesoffen, und so können die Ferien nun eigentlich beginnen und wir können Energie tanken. Wenn die Rückreise nämlich so verläuft, wie die Hinreise, werden wir die bitter nötig haben.

Schlussbericht

In diesem Buenos Aires geht ja alles drunter und drüber: Die Busfahrer sind alles verkappte Michael Schumacher (die Mehrzahl von Schumacher, ist die auch Schumacher?) und fahren wie die Irren durch schmalste Strassen, die breiten Strassen wiederum sind voller röhrender Autos, die unzähligen, an Häuserfassaden montierte, Klimaanlagen tropfen ihr Kondenswasser munter auf die Trottoirs (die Mehrzahl von Trottoir ist Trottoirs!), die Ambulanzen veranstalten ein Konzert aus circa 10 verschiedenen, sich abwechselnden Martinshornklängen, die Strassen- und Flohmärkte scheinen sich ungehemmt über das ganze Stadtgebiet auszubreiten, die Touristenmassen verstopfen die Touristenmagnetorte, die Tangotänzer tanzen allenthalben Tango und dazwischen stolpern schüchtern und staunend zwei kleine Schweizerlein durch diese Metropole, lassen sich die Sommersonne aufs Haupt brennen (und erwerben dabei eine ganz ansehnliche Bräune, die leider mit der Landung am Flughafen Zürich bereits abgeklungen zu sein scheint) und den Rucksack stehlen (letzteres aber immerhin nicht absichtlich) – kurz: Es ist super dort.

Einhergehend mit dem Rucksackverlust geht derjenige meiner Digitalkamera, was die Fotoausbeute um ungefähre 50 % reduziert, was aber insofern keinen Unterschied macht, als auch die verbleibenden 50 % noch nirgendwo online eingesehen werden können.

Und nun bin ich wieder hier, in der wohlorganisierten Schweiz, im schnuckeligen und ruhigen Bern, wo alles seinen gewohnten Gang geht, wo die Leute nervös werden, wenn der Bus 2 Minuten später fährt, als auf dem Fahrplan angegeben, wo sowieso nur 3 Tram- und 15 Buslinien verkehren, im Gegensatz zu den 6 U-Bahn- und 311 Buslinien in Buenos Aires. Zugegeben, es braucht tatsächlich einige Busse mehr, um 13 Millionen Menschen zu transportieren.

Mittlerweile habe ich mich wieder an die winterlichen Temperaturen gewöhnt, die derzeit beinahe schon frühlingshaft sind. Ich kann demnach getrost in den Abend entschwinden, dem Huerebibeli entgegen. Willkommen zurück! Schönen Abend!