Von traurigen tschechischen Robotern

Ich hatte eigentlich keine Hoffnung, es zum laufen zu bringen, aber zu Unrecht, wie sich herausstellen sollte. Und zwar heisst es auf der Verpackung „Systemvoraussetzungen: Windows XP oder Mac“, und da ich weder ein Betriebssystem aus Redmond noch eines aus Cupertino besitze, und zwar aus dem einfachen Grund, weil es mich reut, Geld für etwas auszugeben, das ich legal gratis und erst noch mit einem guten Gewissen bekommen kann, hatte ich, wie gesagt, eigentlich keine Hoffnung, es zum laufen zu bringen. Trotzdem: Die Hoffnung stirbt zuletzt, und schliesslich ist es ja mit Flash realisiert, also besteht trotz allem eine Chance, es auch bei mir zum laufen zu bringen, auch wenn ich – Du weisst es – eigentlich keine Hoffnung hatte, es zum laufen zu bringen.

Ich kopierte einfach mal den Inhalt der DVD auf die Festplatte und begann zu googlen, was ja mittlerweile ein in den Duden aufgenommenes und somit korrektes deutsches Verb zu sein scheint. Ich konnte mich leider noch nicht persönlich davon überzeugen, da mein Duden noch aus der Tertia stammt und also schon einige Jahre auf dem Buckel hat, wenn nicht sogar schon zehn. Sollte sich unter meiner Leserschaft jemand mit einem Duden neueren Datums befinden, so bin ich natürlich um jeden Hinweis in dieser Sache dankbar. Insbesondere denke ich da an die journalistisch Tätigen, bei denen ich einen Duden allerneuesten Datums erwarte.

Wo war ich? Richtig, hier:

Ich wurde fündig! Für mein Betriebssystem gibt es eine Demo-Version, mit der sich auch die Vollversion spielen lässt, wenn man irgend eine Datei an den richtigen Ort kopiert, was ich flugs tat, weshalb ich nun mit grosser Begeisterung am spielen bin. Das liebens- und absolut spielenswerte Spiel stammt aus einer tschechischen Spieleschmiede und nennt sich Machinarium. Viel Spass, sei’s nun auf Windows, Mac oder Linux!

Die Siedler deluxe

Man gönnt sich ja sonst nichts, habe ich mir gesagt, zudem ist bald Weihnachten und mein Konto ungewöhnlich prall gefüllt, und damit das nicht so bleiben musste, habe ich mir ein Auto gekauft.

So, bist du drauf reingefallen? Ich und Auto, das ist wie Blocher im Bundesrat: geht einfach nicht. Neinnein, natürlich kein Auto habe ich mir geleistet, bloss indirekterweise die wahrscheinlich teuerste Frisur der Welt. Und das kam so:

Eine Frisur kostet beim Coiffeur meines Vertrauens nach wie vor dreissig Schweizerfranken, so auch letzten Freitag. Das war denn auch nicht das Teure daran. Das Teure war bloss die Lage des Coiffeursalons. Der liegt nämlich fast direkt neben dem Drachenäscht, dem Spieleladen Berns schlechthin. Und dort wurde es nun haarig.

Im Drachenäscht gibt es nämlich eine Turbinen-Sonder-Superexklusiv-3D-Limitierteauflage-Edition des Allzeitklassikers Die Siedler von Catan, meinem ganz persönlichen Lieblingsspiel. Bei dieser Spezialausgabe ist nicht nur der Preis exorbitant hoch, sondern die Landschaftskärtchen sind dreidimensional modelliert und alle Figuren handbemalt, und obendrein ist das Ganze in einer hölzernen Schatztruhe verpackt, was dem ganzen Ensemble das gehörige Brimborium verleiht.
„U wennischo bim Cuafi bi, chani ja o no schnäu bim Drachenäscht mau das Super-Siedler go aluege, luege choschtet ja nüt“, dachte ich mir also letzten Freitag, und was dabei rauskam, siehst du auf folgenden Bildern. Ich nenne es eine Investition in die Zukunft.

Kleine Zwischenbemerkung am Rande: Ich persönlich finde die Tatsache noch ganz amüsant, dass mich im nächsten Jahr mein 1.-Klass-GA weitaus weniger kostet als dieses Spiel!