Sparsames urinieren

Eine Frage, die mich schon im alten Jahr beschäftigte, bringe ich nun aufs Tapet und hoffe, dass sich irgend ein intelligenter Physiker finden wird, der mir dazu einen gescheiten Kommentar schreiben kann. Natürlich darf’s auch ein dummer Physiker sein, oder ein intelligenter Nicht-Physiker, oder ein unintelligenter Nicht-Physiker, solange nur die Antwort einleuchtend ist und korrekt.
Nun denn: Da ich des öfteren in der dunklen Jahreszeit am späten Nachmittag grössere Mengen Tee trinke, ist es unumgänglich, dem durch die Nieren gereisten Abwasser seien Lauf zu lassen, vorzugsweise auf einer Toilette. Was ich mich nun gefragt habe: wieviel mehr Energie wird benötigt, wenn ich im 1. Stock mich entleere anstatt im Parterre? Der Hintergrund dieser Frage ist, dass das Wasser, welches durch die Spülung den Bach runter geht, ja irgendwie zum WC transportiert werden muss, und wenn es bis in den 1. Stock hinauf gepresst werden muss, benötigt das doch sicherlich mehr Energie, als wenn es nur bis in den Spülkasten im Parterre zu fliessen hat. Schliesslich gilt ja wohl auch beim Spülwasser das Gesetz der Energieerhaltung, und die potentielle Energie liegt im 1. Stock höher als im Erdgeschoss (wieso eigentlich „Geschoss“? Aber das gehört nicht hierher).
Man kann die Frage fortführen: ab welchen Höhenunterschied lohnt sich -vom energietechnischen Standpunkt aus gesehen- der Gang zur tiefergelegenen Toilette? Wenn ich in meinem ExWi, anstatt im 2. Obergeschoss abzuorten, den Lift bis in den -2. Stock nehme, und mich weiter fort begebe bis ins B-Geschoss, spare ich dann Energie? Oder müsste ich sogar bis ins IWI hinunterfahren? Oder gar zur Hölle? Nur, dass da leider kein Lift hinfährt.
Zu Bedenken ist ferner natürlich nicht nur die direkte Energieeinsparung, sondern auch die indirekte, resultierend aus meinem reineren ökologischen Gewissen, welches sich bei mir einstellen würde, wenn ich wüsste, mit dem Druck auf die Spültaste weniger Energie verbraucht zu haben, als wenn ich dies auf der Toilette im 2. Obergeschoss getan hätte, was sich in Endeffekt in einem geringeren Energieverbrauch aufgrund niedriger Herzfrequenz und ruhigeren Atmens manifestieren würde, du verstehst?
Ich bin gespannt auf wilde Rechnungen und abstruse Argumentationen. Die Diskussion ist hiermit eröffnet.

3 Gedanken zu „Sparsames urinieren

  1. Für die Toilettenspülung wendet das Wasserwerk deines Vertrauens (ob ExWi oder Mänu: EWB!) Energie auf, und zwar indem es das angelieferte Wasser unter Druck setzt. Das Wasser im Spülkasten steht bekanntlich nicht mehr unter Druck, also wird beim Auffüllen des Kastens die Energie vom Restdruck des Wassers (Wasserwerkdruck – benötigter Druck um es zum Kasten zu pumpen) bei der Düse in Wärme umgesetzt worden sein. Wird das Wasser die Schüssel runtergespült, fliesst es durch die Abwasserrohre ab, was sage ich da! Es wirbelt dort nur so rum und gibt so seine kinetische Energie in Form von Wärme an sich selber ab. Wenn wir annehmen, dass bei der ARA das Wasser von allen Toiletten mit der gleichen kinetischen Energie ankommt, so hat das Wasser der hohen Toilette auf seinem Weg mehr rumgewirbelt und dürfte so genau die Wärmemenge mehr ans Abwassernetz abgegeben haben, wie die Düse der tiefen Toilette aufgrund des höheren Leitungsdrucks wärmer geworden ist. Generell muss man davon abraten unendlich tief gelegene Toiletten zu benutzen, da da der Leitungsdruck unendlich ist und die Düse beim Kastenfüllen unendlich hoch wird und somit verglüht. Allzu hoch gelegene Toiletten stehen insofern nicht zu Verfügung, als dass Wasserwerk nur Wasser mit einem gewissen endlichen Druck bereitstellt und der Spülkasten jener Toilette somit nicht mehr gefüllt werden könnte. Somit kommt also eine Toilettenmenge in Frage, deren Elemente sich in einem endlichen, nicht allzu grossen Höhenunterschied im Vergleich zum Wasserwerk befinden. Welche Du daraus auch immer wählst, es ist dem Wasserwerk ziemlich egal, da es allen Toiletten diesselbe Wassermenge bei demselben Druck liefert und somit bei allen die gleiche Energie aufwendet. Energetisch am günstigsten, aber gesellschaftlich manchmal problematisch ist es sich die Toilette zu sparen und einfach in einen Busch deiner Wahl zu urinieren. Hoffentlich bringen diese sanitärtechnischen Betrachtungen ein wenig Licht ins dunkel. Prost!

  2. von „energetisch am günstigsten“ kann hier keine Rede sein. Um zu besagtem Busch zu kommen, müsstest du ja noch 2 Stockwerke zurücklegen. Viel effizienter wäre es, wenn dir ein Kommiliton den Reissverschluss öffnen würde und du gleich an deinem Sitzplatz im ExWi pinkelst. Wenn dus geschickt anstellst, kannst du so sogar noch Energie gewinnen! Natürlech würde so im gesamtem Vorlesungssaal-System trotzdem Energie verbraucht (-> der arme Kommiliton). Es gibt also nur eine Lösung: Windeln

  3. Lass uns das Problem bei seiner Wurzel packen: Wäre es nicht energetisch am sinnvollsten, wenn du etwas weniger Tee trinken würdest. Dies würde zusätzliche Energie einsparen, welche nicht mehr fürs Zubereiten des Heisswassers benötigt werden würde.. könntehätte

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