Über(hol)mut tut selten gut

Es war eines der schönsten Überholmanöver, die ich jemals vollbracht habe: Von langer Hand vorbereitet und minutiös geplant:

Beim Casinoplatz sichtete ich den Velofahrer, unweit vor mir. Ich pedalte, was das Zeug hielt, und eingangs Bundesplatz hatte ich ihn eingeholt. Im eleganten Schwung schwang ich mich vor ihn, dabei knapp einen langsam die Strasse überquerenden Renter verfehlend. Wirklich, so eine Passgenauigkeit, das soll mir erst mal einer nachmachen!

Die Freude währte aber nur kurz. Ein *rättäpäng-ffffffffffftschschsch-klong-balong-balong* riss mich aus dem Geschwindigkeitsrausch auf den Boden der Tatsachen und der platten Reifen zurück. Ich habe keine Ahnung, wie es passiert ist, geschweige denn, was überhaupt, ich kenne einzig das Resultat: Mein Fahrrad steht nun ohne Luft im lädierten Rückrad bei der Kantonalbank, und den restlichen Weg ins Büro habe ich zu Fuss hinter mich gebracht.

Das hat mir immerhin Gelegenheit gegeben, wieder mal am Bahnhof ein 20 Minuten zu behändigen. Und so weiss ich nun dank John Twenty, dass Isabel auf deutsch die Elisabeth ist. Schon wieder was gelernt.

Nachtrag: Dem Bolzli zuliebe sei hier die Geschichte des John Twenty in Bild ohne Ton verlinkt. Viel Vergnügen: Die 20-Minuten-Geschichte.

5 Gedanken zu „Über(hol)mut tut selten gut

  1. ich überhole nie…
    werde aber oft überholt,
    auch an der von Dir erwähnten Stelle.
    Wenn ich ehrlich bin, wäre ich an Stelle des Überholten glaub ziemlich schadenfreudig gewesen,
    und hätte vermutlich vor lauter Unaufmerksamkeit die nächste Baustelle gerammt.

  2. Ich hätte mich auch schadengefreut, keine Frage. Und die Vorstellung, dass sich wenigstens jemand ob meines platten Reifens freuen kann, machte mir das ganze ein wenig erträglicher.

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