Die Uhr, zum Letzten

… so hoffe ich zumindest, denn ich möchte auch wieder einmal über etwas Anderes schreiben können, als immer nur über diese ewige Uhr am Bundesplatz. Ich hoffe nun, dass mein letztes E-Mail seine Wirkung fachgerecht entfalten kann, und so die Uhr bald — endlich! — die richtige Zeit anzeigen wird. Lies, was ich geschrieben habe:

Sehr geehrter Herr S. (*)

Mit grosser Freude durfte ich letzte Woche feststellen, dass die Uhr am Bundesplatz endlich ersetzt wurde. Ich möchte mich dafür bei Ihnen und Ihrem Team für Ihre Bemühungen bedanken.
Trotz Allem fühle ich mich verpflichtet, Ihnen mitzuteilen, dass die Uhr eine Stunde vor geht. Möglicherweise hat sie bei ihrem Aufenthalt beim Doktor die Umstellung zur Winterzeit verpasst, oder aber sie wehrt sich auch noch 26 Jahre nach Einführung der Sommerzeit standhaft gegen die ständige Umstellerei.
Wie dem auch sei, ich bin überzeugt, dass einer Ihrer Mitarbeiter mit einer geschickten Drehung des Schraubenziehers die Uhr zur Raison bringen kann.

 

Mit freundlichen Grüssen,
Manuel Friedli

(*): Name der Redaktion bekannt

So. Wenn das nicht wirkt, reisse ich die Uhr höchstpersönlich von der Wand. Und montiere eine Sonnenuhr.

Wieder aufs Podest!

Vorbei, aus, fertig. In einem Jahr dann wieder. Bis dahin darf sich die RBB freudig und voller Stolz als drittbeste Brass Band der Schweiz in der ersten Stärkeklasse bezeichnen! Mit der Startnummer 9 spielten wir um 15:07, direkt vor der Pause, und ich war nervös wie immer. Eine gute, tüchtige Montreux-Nervosität hatte mich gepackt, wie alle Jahre.

Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen, ich bin so heiser vor lauter  «Ärr-be-be-be-beeeeeeh» schreien, dass mir jeder Tastendruck im Halse kratzt. Nicht vorenthalten will ich dir aber die Rangliste, die du hier einsehen kannst. Viel Vergnügen, und einen ganz herzlichen Dank an all jene meiner hochwohlgelöblichen Leserschaft, die uns kräftig die Daumen gedrückt haben!

Montreux, wir kommen!

So, fertig lustig, jetzt gilt’s ernst! Wieder ist ein Jahr vorüber, und das kann nur eines bedeuten: Montreux steht vor der Türe! Nun, es steht nicht mehr nur vor der Türe, es ist schon beinahe eingetreten: Morgen, am 24. November, findet der 33. Schweizerische Brass Band Wettbewerb statt, und wie es sich gehört nimmt die RBB daran teil. Um 10 Uhr ist die Verlosung der Startreihenfolge, und irgendwann zwischen ungefähr 13 Uhr und Spätabends kommen wir dran. Drück‘ uns die Daumen! Wir können’s gebrauchen!

Die Uhr ist da, die Uhr ist da! Nur leider …

Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Ich gebe es zu: Heute Nachmittag beschlich mich eine unweigerlich pessimistische Stimmung, und so vorbereitete ich– falsch. … und so bereitete ich einen Beitrag vor, der kund tat, ich hätte die Uhr am Bundesplatz aufgegeben. Denn des Morgens hatte ich verpasst, zu schauen, ob nun ein Zeitanzeigegerät an selbigem Platz montiert sei, und so dachte ich mir, «bereitisch mau e negative Bitrag vor, de bisch uf dr sichere Site». Jedenfalls fuhr ich dann kurz nach 17 Uhr am Bundesplatz vorbei, und was sah ich? EINE UHR! Und erst noch eine mit zwei Zeigern! Ich war so hocherfreut, dass ich mich um nichts weiter kümmerte, und insgeheim stimmte ich Lobeshymnen auf unsere zuverlässige Verwaltung an. Ja! Bern, das ist eine Stadt, wo auch auf die kleinsten Bürgerwehwehchen eingangen wird! Hier nehmen die Regierenden den einfachen Bürger ernst! Hier kann man sich an jemanden wenden, wenn einen der Schuh drückt! Hier werden Sie geholfen!

So dachte ich.

Spät des Abends fuhr ich noch einmal am Bundesplatz vorbei. Die Uhr zeigte zwanzig nach Mitternacht. Hubis Armbanduhr (und der vertraue ich blind. Blind!) zeigte zwanzig nach Elf. Oh Mann! Muss ich nun morgen schon wieder ein E-Mail schreiben? Langsam komme ich mit doof vor!

Frohe Kunde – per Telefon!

Wir dürfen uns auf Montag freuen. Denn mein E-Mail hat Früchte getragen!

Beim gestrigen Nachhausekommen traf ich auf meinen einigermassen erstaunten Vater, der mich frug, ob ich einen Herrn S. kenne. Sofort erinnerte ich mich: S., so heisst der vom ewb, der wo doch da mit den Uhren, der wo ich ihm ein Mail geschrieben habe, der heisst S.! — Jaja, der habe drum heute angerufen, so mein Vater weiter. — Wie bitte, angerufen? — Ja, so richtig, per Telefon.

Also, ich will rekapitulieren, was da genau gegangen ist: Herr S. hat bei uns zu Hause angerufen, ich war nicht da, mein Vater nahm den Hörer ab. Es gehe um die Uhr, hat der Mann am anderen Ende gesagt. — Mein Vater verstand Bahnhof. — Um die elektrische Uhr am Bundesplatz, um die ohne Zeiger, gehe es. — Mein Vater verstand Hauptbahnhof. — Eh, er habe hier ein Mail von Manuel Friedli vor sich, wegen dieser Uhr. — Meinem Vater dämmerte es, und er liess sich aufklären. Die Aufklärung lautet nun also folgendermassen, dass Herr S. vor zwei Wochen seinen Mitarbeitern den Auftrag erteilt hat, die Ersatzuhr zu montieren (und nicht etwa monieren, wie ich das fälschlicherweise getippt hatte). Ich denke, die sind eis i d Beiz go suuffe, sonst wäre doch diese Uhr schon lange montiert! Item. Herr S. will sich jedenfalls jetzt nochmal drum kümmern, und am Montag dann wird die Ersatzuhr ganz, ganz sicher! eingebaut. Na, da bin ich mal gespannt!