Wahrlich, ich sage euch!

So kommet her, und lasset euch gesagt sein. Es begab sich aber vor nicht allzulanger Zeit. So kamen die Menschen.

Und sie frugen: Weshalb aber stehet hier dieser Buchstabe?

Und er aber sprach: Wahrlich, ich sage euch. Es muss sich handeln hierbei um einen Fehler in der Schrift!

Und die Leute frugen, und also frugen sie: Was aber sollen wir anfangen damit?

Er aber antwortete, und also sprach er: So gehet hin, ihr, die ihr seid voller Zweifel, und schreibet den Betreibern dieser Seite des Netzes. Und also teilet ihnen mit, es habe sich ein Fehler in der Schrift eingeschlichen auf dieser ihrer Seite im Netz. So gehet hin und saget ihnen, sie mögen korrigieren diesen Fehler, auf das Besserung und Linderung einkehren mögen auf dieser unserer Erde.

… oder wie würdest du es umschreiben, wenn aus dem profanen Egelsee plötzlich ein göttlicher Engelsee wird? Gefunden auf map.search.ch.

Die Uhr ist beim Doktor

Es antwortet!

Für die Jungmannschaft unter meiner hochwohlgelöblichen Leserschaft will ich noch einmal kurz in Erinnerung rufen, dass ich kürzlich ein E-Mail geschrieben habe, weil die Uhr am Bundesplatz ihrer Zeiger beraubt wurde. Nun denn, heute kam die Antwort.

Nach wie vor scheint das ewb für die Uhren im öffentlichen Raum zuständig zu sein, wir mir der nette Herr Loosli vom Tiefbauamt mitgeteilt hat. Er hat dahingehend Abklärungen getroffen, und mir die Antwort der zuständigen Stelle direkt weitergeleitet. Demnach ist der Antrieb der Uhr kaputt. Zur Reparatur wurde sodann das Uhrwerk mitsamt den Zeigern ausgebaut. Nun ist aber irgendetwas so gräuslich kaputt, dass die Uhr zum «Doktor» (sic) geschickt werden muss. Immerhin sollte morgen eine Ersatzuhr installiert werden. Ich bin ja mal gespannt.

SJO-Gala-Night

Dass am Montag ein solcher Beitrag erscheint, hat beinahe schon Tradition, wenngleich mir langsam die Ideen ausgehen, was ich über die Thematik noch neues schreiben könnte, ist meine Begeisterung für das SJO doch gemeinhin bekannt. Und trotzdem ist halt nicht jedes Konzert genau gleich, so dass ich auch heute wieder von einer Individualität berichten kann.

Es war Gala-Night. Der Specialguest war zwar Roman Schwaller, den ich erst seit heute als grossen Sexophonisten kenne, aber trotzdem kam kaum ein Stück ohne Posaunensolo aus. Und wie meistens spürte man auch heute den dem SJO ganz eigenen Chop-Factor, pardon: Tschopp-Faktor. Ein echter Showman ist er, der Andreas, oder Matthias?, Tschopp. Wie nun sein wirklicher Vorname lautet, darauf konnten sich Roman Schwaller und Till Grünewald, die sich die Ansagen teilten, bis am Schluss nicht einigen. Obgleich ich Tills Variante, also dem Andreas, mehr Glauben schenke.

Und nach dem Konzert folgte der Schock des Abends. Wir sassen noch gemütlich an unserem Tischchen, als gerade der Tobias Friedli vorbeirauschte. Ja, das ist der vom Schlagzeug, der mit dem schönen Nachnamen, bei dessen Klang man unweigerlich an die schönen, grünen Weiten des lieblichen Emmentals denken muss, denn da stammt ein echter Friedli her. Er rief gerade einem Musikerkollegen etwas zu, und ich konnte zuerst gar nicht glauben, dass jene Wörter wirklich seinem Munde entstammten. Diesem Mund, dem ich stets, ganz selbstverständlich, ein wunderbar ländliches Berndeutsch angedichtet habe. «Nääi, er kännt mich überhäupt nööd!», tönte es! Breites Züritüütsch, der Dramatik halber hier ein wenig überspitzt wiedergegeben, aber nichtsdestotrotz Züritüütsch! Da also krachte meine Traumwelt in sich zusammen, und ich bin also nun definitiv in der Realität gelandet. Von nun an glaube ich an nichts mehr.

Uhr minus Zeiger gleich E-Mail

Wenn schon nichts passiert, so muss man halt etwas zum Passieren bringen, mit anderen Worten: Eine Aktion starten. Wie du vielleicht auch bemerkt hast, fehlen der Uhr am Bundesplatz die Zeiger. Was soll man mit einer zeigerlosen Uhr anfangen? Eben. Ich habe also dem Tiefbauamt wieder mal ein E-Mail geschrieben …

Sehr geehrte Damen und Herren,

an der Südfassade des Café Fédéral (Bärenplatz 31, Ecke Bundesplatz)
befindet sich eine Uhr, wie sie an vielen öffentlichen Plätzen in der
Stadt Bern anzutreffen ist. Leider fehlen ihr seit geraumer Zeit die
Zeiger, was das Ablesen der Uhrzeit zu einem sehr schwierigen, wenn
nicht gar unmöglichen Vorhaben verkommen lässt.
Als Zugehöriger jener Bevölkerungsschicht, die weder Armbanduhr noch
Mobiltelefon besitzt, bin ich immer sehr froh, wenn ich im öffentlichen
Raum eine funktionierende Uhr antreffe, um mir meinen Tagesablauf mit
Hilfe der zur Verfügung gestellten Zeitinformation strukturieren zu
können. Umso schmerzlicher ist für mich deshalb der Verlust der Zeiger
an besagter Uhr.
Ich wollte mich deshalb bei Ihnen höflich erkundigen, ob, und falls ja,
wann die Uhr wieder instand gestellt werden wird.

Freundliche Grüsse,
Manuel Friedli

Ich freue mich bereits auf die Antwort!

Hesch e Zigarette? Nid? De tätschi dr eis.

Es gibt Situationen, die stimmen einen einfach nachdenklich. Und einen ziemlichen Bitz ärgerlich. So wie heute.

Wir hatten soeben die Beiz verlassen und unterhielten uns unter den Lauben, als zwei Typen auf uns zu kamen. «Heit dr e Zigarette?», frugen sie, und wir verneinten wahrheitsgetreu. Aus irgend einem Grund diskutierte der eine, der blondhaarige, noch weiter mit C. (Name der Red. bekannt), und plötzlich, aus heiterhellem Himmel und nicht vorherzusehen,*tätsch* schlug er ihm die Faust ins Gesicht. Ich konnte gar nicht glauben, was da passiert war, und kann es immer noch nicht. Der Typ ging von dannen, derweil der zweite zu erklären versuchte: Schwierige Kindheit, Eltern verloren, halb Finne (was auch immer daran so schlimm sein mag). Er erlebe solche Situationen fast jedes zweite Wochenende, es tue ihm Leid, und mittlerweile kam der Schläger wieder um die Ecke gebogen. «He, git’s Puff?», wollte er von weitem wissen, und marschierte bereits mit aggressivem Schritt auf uns zu. Der Erklärer konnte ihm zu verstehen geben, dass alles in Ordnung sei, und dass er wieder gehen solle. So ging er, und bald darauf auch sein Kumpan, dem alles Leid tat («Göht itze, bevor är mit sine Kollege zrügg chunnt!»). C.s Backe war derweil auf beachtliche Grösse angeschwollen, und mit einer Portion Eis (zum Kühlen) aus der Beiz, die wir keine 10 Minuten vorher verlassen hatten, machten wir uns auf den Heimweg.

Und nun bin ich hier, und nachdenklich. Was geht in so einem Menschen vor, dass er einfach aus dem Nichts dreinschlägt? Einem Anderen mitten ins Gesicht? Da muss in Kopf eine grosse Stellwerkstörung vorliegen. Ein totaler Stromausfall. Ein nuklearer GAU. Ein grober Entwicklungsfehler. Ich kann das einfach nicht verstehen.  Man hätte eigentlich sofort zurücktätschen müssen, immerhin waren wir zu dritt. Aber mit einem Faustschlag rechnet ein vernünftiger Mensch ja nicht, wenn er am Reden ist. Und so waren wir allesamt zuerst einmal nur baff, als es tätschte. Ich kann es immer noch nicht gänzlich fassen.