Wochenendeinkäufe

Es lohnt sich immer, am Samstag um halb vier noch schnell einkaufen zu gehen. Dann kann ich sicher sein, dass ich etwas erlebe, das mich aufregt (und dann kann ich’s hierhin schreiben).
Als ich heute also in der hoffnungslos überfüllten Marktgass-Migros die Zutaten für das Tiramisú zusammen hatte, stellte ich mich in eine der kilometerlangen Schlangen, die sich vor den Kassen zu bilden pflegen. Ich dachte mir, jetzt hätte ich aber einen sauguten gemacht, denn vor mir befand ich ein kleines Gööfi mit Einkaufskörbchen, und ich dachte: eh, sones chliises Chind cha ja gar nid viu iichoufe. Recht hätte ich – wenn’s denn allein gewesen wäre! Kurz bevor der Bube an die Reihe kam, erschienen hinter mir -wild gestikulierend und schrill schnatternd- zwei Hühner, will sagen: Frauen, die eine offensichtlich die Mutter, die andere die Grossmutter des Kleinen, dessen einzige Daseinsberechtigung allem Anschein nach darin bestand, für Mutter und Grossmutter den Platz in der Schlange zu besetzen. Frauen (besonders ältere Frauen), das wissen wir alle, die können einkaufen! Aus den wenigen Artikeln in Einkaufskörbli vom Goof wurden im Handumdrehen meterhohe Berge mannigfaltigster Konsumgüter, die auf dem Fliessband der Kasse in einem nicht enden wollenden Strom langsam dahinschmolzen. Mit Betonung auf langsam. Und plötzlich, wie vom Güegi gestochen, pfitzte die Alte schon wieder davon und kam wenige Minuten später mit noch mehr Zeug zurück! Zu diesem Zeitpunkt war es, als ich aufgehört habe, mich aufzuregen. Es hatte ja doch keinen Sinn. Und als ich dann circa 30 Minuten später an die Reihe kam, hatte ich mich auch schon wieder ganz beruhigt.

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