Bahnhofsprecher

Bähnler haben diesen ihnen eigenen Tonfall. Das ist mir zwar schon vor etwa zwei Wochen aufgefallen, aber zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten, und da ich heute wieder Zug gefahren bin, ist es mir wieder in den Sinn gekommen.
Der durchschnittliche Tonumfang einer von einem Bähnler gesprochenen Ansage beträgt knapp einen viertel Ton. Der Text ist natürlich meistens auch nicht sehr spannend: „Gleis 4, Einfahrt des Intercity Richtung Lausanne – Genf“ heisst es da etwa, oder „Meine Damen und Herren, wegen einer Baustelle verzögert sich die Abfahrt des Zuges um wenige Minuten“, so wie z. B. heute in Rubigen. Oder war’s Ostermundigen? Egal.
Ich denke ja, dieses monotone Geleier wird allen SBB-Angestellten in der Ausbildung vermittelt. Wie könnten sie sonst alle gleich tönen? Achte dich einmal, und es wird auch dir auffallen!

4 Gedanken zu „Bahnhofsprecher

  1. Da gibts aber meiner Meinung nach einige „lustige“ Unterschiede, insbesondere wenn die Sprachen englisch und französisch ins Spiel kommen…

  2. Auch ganz nett sind die Ansagen in der S-Bahn von Luzern nach Giswil-Hergiswil. Ich muss da jeweils nur bis Horw fahren, aber ich amüsiere mich jedes Mal, wenn der (wahrscheinlich) Original Bayer seine Ansage macht.

  3. Ich nehme jetzt mal an, dass Du, lieber Mänu, einen echten Bähnler am Mikrophon hattest – das ist ja heute die Ausnahme, meistens kommt nur das Tonbändli bzw. der Computer, und der hat nicht nur keinen Tonumfang, sondern auch keine Betonung. Klar, wie sollte er auch, wenn er nur aus Satzbestandteilen ein Sätzli zusammenbrünzlen muss.

    Item, ich könnte jetzt stundenlang über die SBBschen Ansagen anekdotieren, aber etwas nervt mich am allermeisten, und das hast auch Du schon beschrieben, ohne es zu merken: Das Gesetz des fehlenden ersten Haltes!

    Der Intercity nach Westen fährt stets nach Lausanne-Genf, und dass er auch in Freiburg hält, wird einem erst ganz am Schluss gesagt: Nämlich in der Wendung „ohne Halt bis Freiburg“. Gut, Freiburg ist nun mal nicht der wichtigste Halt schlechthin, aber schon gegen Osten wird es komischer: Denn da fährt der IC stets nach „Zürich-Flughafen, Winterthur, St. Gallen, usw.“ Ach ja, und in Zürich? Jaja, ohne halt bis Zürich, ich weiss. Und schliesslich ist ja Zürich in Zürich-Flughafen mitenthalten.

    Nun aber kommen die wirklichen Hits: Von Freiburg zurück fuhr der Interregio immer nach „Konolfingen, Langnau, Wolhusen, Luzern“; ach ja, via Bern… Und den Hammer erlebte ich einmal, als ich spät nachts von Zürich heimfuhr, im „Intercity nach Gümligen, Münsingen, Thun, ohne halt bis Bern“ 😥

  4. Da hast du recht. Wass du nun aber vergessen hast, ist jener Zug, der von Zürich nach Bern fährt, ohne Halt bis Olten, und dann in Olten gar nicht anhält, sondern durchfährt, weil’s der Lokführer vergisst. DAS nenne ich effizienten Bahnbetrieb: die „kleineren“ Bahnhöfe einfach überspringen, resp., -fahren! 🙂

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