EMF Luzern

Okay, schreibe ich trotzdem noch etwas. Schliesslich findet ein eidgenössisches Musikfest nicht alle Tage statt, und auch nicht alle Jahre.

Ich war also gestern mit Münsingen dort. Das wär’s eigentlich schon, viel mehr gibt es gar nicht zu sagen. Dabei sein ist schliesslich alles, der olympische Gedanke zählt, das Resultat ist nicht so wichtig 😉 . Einige Punkte, die wir nicht bekommen haben, nehme ich auch auf meine Kappe: im Triptych, unserem Selbstwahlstück, ist mir der Klassiker passiert, etwas, das ich schon lange, lange nicht mehr zustande gebracht habe: anstatt eines schönen *Tschinngggg*-Beckenschlages (Genitiv!), brachte mir ein Vakuum bloss einen *Fluppfffhh*-Rohrkrepierer. Das letze Mal ist mir das im vergangenen Oktober am Konzert mit dem OG in Kefalonia passiert…

Bügelfalten sind super! Oder wären es zumindest…

Ich bin so ein Huhn, es ist unglaublich. Vorhin, beim gletten (für die hauchdeutsche Leserschaft: bügeln) meines weissen Hemmlis (wiederum für die Brüder und Schwestern aus dem grossen Kanton: Hemdes), das ich morgen am Eidgenössischen brauchen werde, ist mir in den Sinn gekommen, was ich in England verpasst habe. Und zwar hatte es in unserem Zimmer — und nicht nur in unserem, neinnein, in jedem Zimmer! — eine Hosenbügelfaltenbügeleinrichtung! Ein merkwürdiges, in der Wand verankertes Teil, in welchem man die Hosen einspannen, den Timer stellen, und nach 30 Minuten druckfrische Bügelfalten in Empfang nehmen konnte. Hätte nehmen können, muss ich sagen, denn ich habe es selbstverständlich verpasst, diese Höllenmaschinerie auszuprobieren. Dabei hätte mir so eine Bügelfalte bestimmt herausgezeichnet gestanden, zumal es meine schwarzen Konzerthosen wirklich nötig hätten, wieder mal so richtig geglättet zu werden.

Item, ich werde auch so morgen den einen oder anderen Ton treffen. Mehr dazu gibt’s eventuell ein andermal, jetzt muss ich ins Bett, immerhin fährt morgen mein Zug bereits um 6:36 (Gleis 2. So viel weiss ich bereits. Vorbereitung ist alles). Gutes Nachti!

½Tax, Postcard & Legi: sie sind wieder da!

Aah, ich habe mein ½Tax, meine Postcard und meine Legi wieder! Wie, du weisst gar nicht, worum’s geht? Dann lass es dir erklären:

Bei unserer Ankunft am Flughafen Basel letzen Montag wurde mir klar, dass mit englischen Pfunden in der Schweiz kein Blumentopf zu gewinnen, geschweige denn ein Bahnbillet zu erstehen ist. Ergo suchte ich einen Postomaten auf und hob ab. Geld natürlich, was denn sonst. Und beim Geldeinordnen und Chärtliversorgen muss es passiert sein, dass sich obengenannte drei Karten selbstständig gemacht und ohne mein Wissen davongeschlichen und sich auf dem Fussboden ein wenig hingelegt haben.

Im Bus vom Flughafen zum Bahnhof läutete der Lea sein Natel (vergib mir, ich konnte nicht widerstehen, diese ach-so-schweizerische und in diesem Zusammenhang erst noch genusbezüglich inkorrekte Formulierung zu verwenden 🙂 ). Der Willu war dran. Ein Mann habe ihm soeben meine Legi, meine Postcard und mein Halbtax überreicht. Ich schaute in mein Portemonnaie, und musste bas erstaunt feststellen, dass dort, abgesehen von abgehobenen Geld, gähnende Leere herrschte.

Und vorhin konnte ich diese meine Kärtli wieder in Empfang nehmen. Und zwar über etliche Umwege, so dass ich nun dem Willu, dem Löru und der Steffi nochmal meinen ganzen, herzlichen Dank ausspreche.

Wenn wir gedanklich schon am Flughafen sind, können wir uns ebensogut zeitlich noch ein wenig zurückverschieben, und im Geiste nach England zurückfliegen. Und wenn wir dann dort sind, kann ich dir die 2. Tranche der Reise mitteilen.

Allzuviel gibt es zwar nicht mehr zu erzählen. Erwähnenswert sind aber ganz bestimmt die architektonischen Gepflogenheiten. In England bestehen alle Häuser (ALLE Häuser. Wirklich alle!) aus Backstein. Das sieht hübsch aus: roter Backstein, brauner Backstein, gräulicher Backstein, gelber Backstein, braun gefleckter Backstein, grosser Backstein, kleiner Backstein, und was man sich noch alles vorstellen kann. Es gibt in England keinen Backstein, den’s nicht gibt. Man hat das Gefühl, die Häuser seien aus dem makellos gepflegten Rasen (in England gibt’s keinen Grashalm, der länger ist als ⅜ Inch = 0.9525 cm 😉 ) gewachsen, und nicht von Menschenhand dorthin gestellt worden, so naturverbunden wirkt dieser Backstein.

Den unglaublich unglaublichen Check-In am liverpooler John-Lennon-Airport (dort steht eine Statue vom John! Ich habe sie gesehen!) erzähle ich dir ein andermal. Im Moment bin ich viel zu sehr abgelenkt von den Fussball-WM-Buchstaben-Bildern, die über meinen Bildschirm flackern. Vgl. ascii-wm.net.

Des Sommers Grund. Und mein Aszendent.

Weshalb gibt’s den Sommer? Nun, aus genau einem Grund: damit ich mitten in der Nacht in T-Shirt und kurzen Hosen den Heimweg antreten kann, ohne frieren zu müssen. Was kann es schöneres geben?!

Ich liebe Sommer!

Und als Bettmümpfeli noch dies: mein Sternzeichen ist Widder, der Aszendent Schütze, so zumindest hat es die Seite von Peter L. Blume, dem geprüften Astrologen, herausgefunden. Was mir das bringt? Nun, nichts. Ich glaube nicht an Horoskope, als Student einer exakten Wissenschaft widerstrebt es meiner genetischen Veranlagung, abergläubisch zu sein. Dann glaube ich schon eher daran, dass mir der Einfränkler, den ich seit Ewigkeiten in meinem Hosensack umhertrage, Glück bringt. Aber dass ich nun endlich weiss, was mein Aszendent ist, das ist doch immerhin schon etwas. Und dass ich es nun hier niedergeschrieben habe, und somit immer wieder nachschauen kann, wenn ich’s mal vergessen sollte, rechtfertigt erst recht diesen kleinen Exkurs.

Gute Nacht.

Welcome Back!

Ich bin zurück. Nun, was soll ich sagen… England ist super! Ich will mich so kurz wie möglich fassen, du wirst ja wohl nicht ein seitenlanges Referat lesen wollen.

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: mit dem Hotel. Das Cedar Court Hotel in Huddersfield ist der Hammer (naja, 4 Sterne lassen auch einiges erwarten, nicht wahr). Bekanntschaft mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad und Whirlpool habe ich bereits am 2. Tag gemacht, und ich habe sofort beschlossen, dass ich auch mal einen Whirlpool haben will, wenn ich einmal gross bin. Und auch ein englisches Zmorgenbuffet! Eines mit Spiegeleiern, gekochten Tomaten, gebratenem Speck, weissen Böhnchen an roter Sauce, frittiertem Toastbrot, mit Würstchen, Melonen, Birnen, Erdbeeren, Litchis, Orangen, Grapefruits, Pfirsichen und Ananas, mit Orangensaft, Tomatensaft, Cranberrysaft, Apfelsaft, Birnensaft, Grapefruitsaft, mit Milch, Kaffe, Tee und Wasser, mit Gipfeli, normalem Toast, Ruchbrot und Weggli, mit 7 Käsesorten, Honig und Konfitüre. Genau so eines also, wie’s im Hotel jeden Morgen gegeben hat. Der einzige Nachteil dabei ist, dass das Frühstück so an die 2 Stunden dauert, bis man sich durchs Sortiment gefuttert hat…

Das Zweitwichtigste an einer Reise ist das Wetter. Wozu habe ich eigentlich lange Hosen mitgenommen, Pullover und eine Jacke? Wenn’s dann sowieso immer schön und heiss ist! A propos heiss: heiss war’s vorallem am Freitag auf der Marschmusik, und mit dieser Überleitung (die mir, bei aller Bescheidenheit, wirklich hervorragend gelungen ist 😀 ) kommen wir zum Hauptthema und dem eigentlichen Grund für die Reise.

Die RBB hat an den Whit Friday Contents in der Region Saddleworth teilgenommen, und das bedeutet, dass wir am Freitagnachmittag im Car von Dorf zu Dorf gefahren sind, eine kurze Marschmusikstrecke abgespult haben und anschliessend — stehend und ohne Perkussion, so verlangt es die Tradition — einen Marsch vorgetragen haben. Dann sofort im Sauseschritt ab in den Car und ins nächste Dorf, und schon ging der ganze Zirkus von vorne los. So schafften wir bis um Mitternacht 6 Dörfer; der Abschluss bildete Delph, welches der Kenner aus dem Film «Brassed Off« kennt.

Wie gesagt: es war heiss. Sehr heiss. So heiss, dass ich gedacht habe, ich müsse im Schweiss ertrinken. Aber trotz der Hitze haben wir uns wacker geschlagen, und bis jetzt wissen wir bereits, dass wir an drei Orten gewonnen haben, einmal Marschmusik, einmal Konzertmarsch, und einmal habe ich vergessen, was, jedenfalls hat es aber einen Wanderpokal gegeben (der am Sonntag Abend tüchtig eingesoffen wurde). Und wir haben noch nicht einmal alle Resultate erfahren…

Am Samstag stand ein Besuch in York auf dem Programm. Wie es der Zufall wollte, befindet sich dort das National Railway Museum, das weltweit grösste Eisenbahnmuseum (Eintritt frei!). Für mich als Eisenbahnnarr war ein Besuch ganz klar ein Muss. Da gab’s allergattig Lokomotiven zu bestaunen, aber leider hatten wir nur ganz kurz Zeit, um 14:00 Ortszeit begann ja der WM-Match England – Paraguay. Und den wollten wir dann schon in einem echten englischen Pub live erleben.

Fussballmässig hat sich das zwar nicht gelohnt, was ist schon 1:0!, aber die Stimmung war super, und nachdem ich in der ersten Halbzeit fast eingeschlafen wäre, brachten mich einige Pints gut durch die 2. Hälfte. A propos Pints: ich habe genau einmal den Fehler gemacht, ein Pint of Bitter zu bestellen, man soll ja die landesspezifischen Kulinaritäten ausprobieren, nidwahr. Aber… wääh. Bitter ist wirklich bitter, zu bitter für mich. Also habe ich mich von da an ans bewährte Lager gehalten.

Und weil sich der Artikel schon in die Länge zu ziehen droht, scheint es, als müsste ich ein andermal weiterfahren. Es gibt ja noch so viel zu erzählen! Da sind die Backsteinhäuser, der englische Rasen, der RechtsLinksverkehr (danke für den Hinweis, Daniela), da gibt’s die After-Eight-Glace, die komischen Münzen, den unglaublich mühsamen Check-In in Liverpool, das bittere Leitungswasser… Hm, nun habe ich eigentlich schon alles verraten. Macht aber nichts, das kann ich dann beim nächsten Beitrag als Gedächtnisstütze benutzen.