Kikker-Gargoyle

Musikmachen bildet. Schon vor einer Woche habe ich dies festgestellt. Und heute habe ich es bestätigt bekommen. Weisst du zum Beispiel, was Frosch auf Holländisch heisst? Kikker. Oder Wasserspeier auf Englisch? Gargoyle. Worauf sich mir unverzüglich die Frage aufdrängt, ob auch Goyle eine Bedeutung hat. Und wenn ja: was heisst dann Crabbe? Und Hermione1 und Ronald und Harry und Hagrid? Aber wir driften ab, das heisst: ich.
Wo ich so wichtige Dinge lerne? Auf dem Nachhauseweg, nach dem Musizieren. Jedoch habe ich noch nie so etwas gelernt, wenn ich von der KMB nach Hause gekommen bin. Nein, für solche Sachen benötigt man zumindest eine Brass-Band. Oder zumindest ein Probenlokal, das nahe bei importanten Gebäuden liegt, wie zum Beispiel die Kaserne, welche eine Tierhandlung in ihrer Nähe beherbergt, der ich heute über den Weg gelaufen bin. Und in deren Schaufenster befand sich eben so ein Kikker-Gargoyle mit beleuchtetem Wasserstrahl, jedenfalls, wenn man der Verpackung glauben schenken will, denn live erleben konnte ich ihn leider nicht, und ich bedaure dies sehr.
Wieviele Schnecken es wieder hat! Schon letzten Montag, als ich mich dem Egelsee entlang heimwärts begab, ist mir dies aufgefallen. Man könnte meinen, nach dem letzten Sommer seien alle Schnecken verdurstet. Jedoch scheinen sie sich um so stärker vermehrt zu haben! Jedenfalls war der Weg förmlich gepflastert mit diesen ekligen Nacktschnecken. Und ich war nur mit meinen Turnschuhen unterwegs, deren Sohle grossmehrheitlich aus Löchern besteht. Garstig, wirklich. Und heute, da bin ich im Rosengarten auf eine Häuserschnecke getreten. Um die tut es mir leid. Häuserschnecken finde ich nämlich nicht halb so eklig wie diese nackten, schleimigen, schleichenden *würg*-Viecher.
Das soll mich nun nicht mehr kümmern. Ich geh schlafen, und die Schnecken sollen sich von mir aus einen schönen Abend machen. Solange sie morgen verschwunden sind, ist mir alles andere egal.

1: Hermione heisst sie im Englischen, und Hermine auf Deutsch. Nur damit du weisst, dass die kein Tippfehler ist. 😉

Happy Birthday, Linux!

Tux wird 13! Bis vorhin wusste ich das nicht, aber Slashdot hat mich in diesem Artikel schlauer gemacht. Also will auch ich meinem bevorzugten Betriebssystem die Ehre erweisen und eine Gratulation aussprechen. Alles Gute zum Geburtstag. Möge das Böse allmählich verdrängt werden. Speziell jetzt, wo Microsoft den Austritt aus einer UN-Software-Standards-Gruppe bekannt gegeben hat, wie ebenfalls bei Slashdot zu erfahren war.

Ein lehrreicher Abend

Musikmachen bildet insofern, als dass man spätabends nach der Probe auf dem Nachhauseweg beim Rosengarten vorbeikommt, und dort einiges über Rosen lernen kann. Wusstest du nämlich, dass zum Beispiel die Moosrose anno 1696 erstmals in Carcassonne aufgetaucht ist? Solltest du mit diesem Carcassonne nicht viel anfangen können, so sei dir verraten, dass es sich dabei um ein französisches Städtchen handelt. Des weiteren solltest du dich aber auch mal im Drachennest nach Carcassonne erkundigen, das lohnt sich auf alle Fälle.
Noch viel mehr hätte ich über Rosen lernen können, wenn nicht die Speicherkapazität meines Hirnes dem Spuk ein Ende bereitet hätte. Ich bin mir jetzt schon nicht mehr ganz so sicher, ob’s wirklich die Moosrose und 1696 war. Ich muss morgen wohl nochmal dahin gehen.
Des vielen Lernens überdrüssig fuhr ich mit meinem Wege fort, bis ich bei der Laubegg auf zwei junge Damen traf, die den Campus Muristalden suchten. Den konnte ich ihnen problemlos zeigen, ich musste ja genau in die Richtung. Was mir aber schon zu denken gab, war die Tatsache, dass die eine der beiden dort wohnt. Hmmmm… wie kann man an einem Ort wohnen, und ihn nicht finden, wenn man sich keine 300 Meter davon entfernt befindet? Diese Hühner haben den Bus genommen, und als sie plötzlich bei der Schosshalde-Haltestelle waren, merkten sie wohl, Ups, jetzt sind wir aber zu weit gefahren. Ok, das kann ja mal passieren, aber weshalb haben sie nicht einfach den Bus genommen und sind einige Haltestellen zurückgefahren? Kann denn das so schwierig sein? Manchmal gibt’s wirklich Leute, die mir grosse Rätsel aufgeben…

Abenteuer Tramfahrt

Eine Tramfahrt, die ist lustig, eine Tramfahrt, die ist schön! Und wenn das Tram spinnt, ist sie sogar noch ein richtiges Erlebnis. Aber alles der Reihe nach.
Die alljährliche Linsenkontrolle hatte ich erfolgreich hinter mich gebracht («Es isch aues genau so, wie’s sött sy, Herr Friedli. Sehr schön!». Das freut mich!), und den ExWi-Schäftli-Schlüssel retourniert. Es konnte also heimwärts gehen. Zuvor machte ich einen kurzen und extrem ereignislosen Abstecher auf den neuen Bundesplatz. Wie viele Leute es dort hatte! Obschon rein gar nichts lief: die Wasserfontänen schwiegen stumm vor sich hin, und nach einigen Minuten wurde ich der Warterei überdrüssig. Ich hätte zwar schon gerne gesehen, wie die beiden Typen, die es sich in ihren Liegestühlen mitten auf dem Platz bequem gemacht hatten, geduscht worden wären. Aber da sie schon tropfnass waren, als ich ankam, wäre auch das nur halb so sehenswert gewesen. Item.
Am Zytglogge bestieg ich dann das Füfitram. Und ich war sehr froh darüber, denn just in diesem Augenblick begann es zu regnen. Ich fuhr also durch die Gegend und erfreute mich ob meiner Trockenheit, als wir auch schon bei der Luisenstrasse ankamen. Und da begann es dann. Türen auf, Leute rein&raus, Türen wieder zu. Abfahrt. Bis dahin alles normal. Aber… fährt dieses Tram nicht gerade etwas langsam? Wieso überholt uns da ein alter Mann auf seinem Velosolex? Und das erst noch hogerobsi? Und es ruckelt auch so merkwürdig. Nach 20 Sekunden -das entspricht etwa zwei Metern- kommt dann die Ansage: «Thunplatz». Naja, wir sind zwar noch kaum abgefahren, und das Heck des Trams hat die Luisenstrasse noch nicht mal verlassen, aber was solls. Wir ruckeln behäbig weiter, die Autoschlange hintendran wird länger und länger. Endlich kommt langsam der Thunplatz in Sicht. Die Stimme aus dem Lautsprecher meldet: «Brunnadernstrasse. Weiterfahrt Richtung Ostring, Anschlussmöglichkeiten…». Noch etwas früh für die Brunnadernstrasse, wenn wir noch nicht mal beim Thunplatz angekommen sind, oder? Immerhin habe ich aus dem Fenster eine perfekte Aussicht auf die Grossbritannische Botschaft. Aber lange sinnieren kann ich nicht, denn schon erschallt ein «Burgernziel», und das ist doch schon besser, immerhin ist das Burgernziel ebenso ein Kreisel wie der Thunplatz. Doch da: «Sonnenhof». Hui, das geht ja rassig! Und schon ist das Tram endlich den Berg raufgekraxelt, und lässt mich am «Ostring» alias Thunplatz aussteigen. Bis auf 2, 3 mutige Fahrgäste verlassen die meisten anderen das mittlerweile sehr merkwürdig riechende Gefährt. Zu recht, wie ich meine. Denn beim Abfahren steigt aus dem vordersten Fahrgestell dicker, schwarzer Rauch auf, und auch das Geräusch tönt nicht eben vertrauenserweckend. Aber wenn’s nicht mehr weiterfahren kann, ist das auch nicht schlimm, es warten ja schon 2 weitere Trams hintendran, die können dann schieben.
Was passiert wohl heute Abend, wenn ich mit dem Bus zum Zieglerspital fahren muss? Man darf gespannt sein!

Abendspaziergang

Ein Besuch im «Mr Pickwick» ist besonders dann zu empfehlen, wenn man danach zu Fuss heimwärts trotten kann, denn dann macht man spannende Erfahrungen, jedenfalls ich.
Zuerst mal erfuhr ich, dass das Zytglogge-Urinoir wegen «Unterhalts- und Malerarbeiten» (o. ä.) gesperrt ist. Weshalb genau, weiss ich nicht, ich kam nicht mehr dazu, das Schild genau zu lesen, meine Blase hatte zu grossen Druck. Ist ja auch nicht so wichtig. Die nächste Erfahrung lauerte bereits auf der Kirchenfeldbrücke. Ich befand mich mitten auf der Brücke, das heisst: in der Mitte zwar schon, aber doch nicht ganz, denn ich stand nicht mitten auf der Strasse, sondern am Rand, beim Geländer. Dort erfreute ich mich ob meinen Speicheltropfen, welche sich mit wildem Getrudel in die unbändigen Wassermassen der schönen, schönen, schönen, grünen Aare ergossen. Und auf einmal war ich ganz alleine auf der grossen Brücke. Ich überlegte mir: «Wenn i itze da abegumpe, de merkt das ke Sou!» Letzten Endes kam ich aber dann doch zum Schluss, dass dies keine so vernünftige Idee wäre. Wer würde dann am nächsten Wochenende an den og-Konzerten die wichtige Vibraphonstimme übernehmen? Und es wäre doch reichlich unfair, der RBB, die heute (bzw. heute schon gestern) mit grossen Mühen einen neuen Schlagzeuger gefunden hat, den anderen Schlagzeuger quasi wegzunehmen. Zumal ich noch viele Noten im Rucksack hatte, und die hätte dann der Fredi in mühsamer Arbeit alle wieder aufkopieren müssen, und das grenzt schon fast an unnötige Papierverschwendung. Und dann hatte ich ja noch meine Perkussionsschlägel im Wert von über 500 Franken dabei, und um die wäre es nun wirklich schade gewesen.
So in Gedanken versunken stand ich also dort am Geländer, als ein Auto vorüberfuhr, und mir zurief (das heisst: der Fahrer des Autos): «Nid springe, ’s bringt nüt!» Ach! Herzlichen Dank auch für den Tipp! Das hatte ich auch nie vor. Wenn ich’s aber wirklich im Sinn gehabt hätte, dann hätte ich mich auch von einem flüchtig vorüberschiessenden Wagen nicht davon abhalten lassen. Wenn dir wirklich etwas daran gelegen hätte (wäre?), dann hättest du sofort angehalten und mich in ein Gespräch verwickelt!
Nun ja, was solls, wie gesagt, ich bin ja nicht gesprungen. Zum Glück auch, denn sonst hätte ich die nächste Erfahrung nicht machen können! Die Tram-Erfahrung. Ich habe herausgefunden, dass sich der Satz «I am a Tram» reimt (das ist Englich und macht nicht den geringsten Sinn, was uns aber nicht weiter beschäftigen soll). Das ist aber noch nicht meine Tramerfahrung. Die Tramerfahrung hatte (machte?) ich, als ich auf dem Helvetiaplatz auf den Tramgleisen stand, und gen Thunplatz blickte. So muss sich ein Tram fühlen, wenn’s dort steht und merkt, Aha, jetzt geht’s da obsi! Eine ellenlange, gerade Strecke ohne Hindernisse! Naja, bis auf die Delle bei der Luisenstrassehaltestelle. Aber wenn man die dann mal hinter sich gebracht hat, dann hat man wirklich freie Fahrt! Das sieht noch keiben gut aus, ein schnurgerader Schienenstrang. In unserem Hause befindet sich ja so ein Eisenbahnbuch, dessen Fotos ich als kleiner Junge mit grosser Begierde richtiggehend verschlang, vorzugsweise diejenigen mit den grossen Dampflokomotiven mit dem komplizierten Dampfrohren und vielen Drähten und Hebeln und Kolben und Stangen und Mechaniken! Da konnte ich richtig ins Träumen kommen, und schon habe ich den Faden verloren. Ich will mich mal auf die Suche danach begeben.
Ach so, genau: in diesem Buch hat’s eine Fotografie einer australischen Eisenbahnstrecke, die mitten durch die Wüste führt, und die ist bis zum Horizont schnurstracksbolzengerade. Das ist eindrücklich!
Wie ich so den Schienen entlandwandelte, machte ich eine grausige Entdeckung! Mitten in den Schienen, eingeklemmt im engen Metall, befand sich eine Stein! Ein Kemp, nicht viel grösser als eine Baumnuss (jaja, meine lieben Deutschen: Walnuss. Besser?), aber auch nicht kleiner. Und wie uns schon Gaston eindrücklich bewiesen hat (wer kennt ihn nicht, den sympathischen Büromenschen, der fürs Leben gerne schläft und mindestens ebenso ungerne arbeitet?), kann eine Baumnuss durchaus mal eine Strassenbahn aus den Gleisen werfen. Deshalb bin ich nun in nicht gelinder Sorge! Ich werde wohl während der nächsten Tage aufs Tram verzichten müssen (hätte ich doch bloss mein Velo zurück!).
Abschliessend möchte ich noch sagen, dass ich mich noch ein wenig im Splügen-Lager-Groove befinde. Splügen ist so ein herziges Dörfli, dort kann man problemlos mitten auf der Strasse spazieren, und wenn mal zufälligerweise ein Auto vorbeikommt, macht man ihm Platz, und dann ist alles in Ordnung. In Bern möchte ich das am hellichten Tage nicht ausprobieren. Des Nachts jedoch stellt dies kein Problem dar, und deshalb habe ich meinen Heimweg auf der Strasse zurückgelegt. Interessant, durchaus.
Von der Strasse zum Platz. Genauer: zum Bundesplatz. Den habe ich heute zum ersten Mal ohne BauabsperrSiedürfenhiernichtdurchBetretenaufeigeneGefahrgitter gesehen. Naja… Ok, vielleicht lag’s an der Dunkelheit und den ausserbetriebgesetzten Sprühfontänen, dass ich nichts besonderes an diesem Platz entdecken konnte, ausser, dass nun die Strasse rundherum frisch geteert ist und der Boden aus irgendwelchen Steinen besteht. Aber als besonders originell oder schön oder sehenswert oder kulturell oder interessant oder architektonisch hochwertig oder gut würde ich ihn nicht gerade bezeichnen. Hoffentlich bekomme ich irgendwann mal die Chance, meine Meinung zu ändern. Ich wäre gerne ein begeisterter Anhänger des neuen Bundesplatzes!
Meine Linsen spinnen (darum werde ich bei der nächsten RBB-Probe auch die Brille tragen), weshalb ich nun zu Bette mich begebe. Ratzepüh!