Das Lustige an Regenschirmen ist ja, dass man sie mitunter vergisst. Und ich spreche hierbei nicht vom «Mischt, itz hocki im Tram u dr Schirm isch geng no im Büro»-Vergessen, sondern vom Es-rägnet-zwar-scho-sit-10-Minute-nümm,-aber-i-la-dr-Schirm-glich-no-offe-Vergessen. Allzuoft sieht man solch vergessliche oder verträumte Menschen, ich glaube gar, ich habe vor Jahren einmal darüber berichtet, und gerade bei solch wechselhaftem Wetter, wie wir es zur Zeit erleben, ist natürlich die Gefahr gross, vor lauter Alltagsstress den Schirm zu vergessen. Mir ist das heute nicht passiert, aber wenn ich mal mit hocherhobenem Schirm durch die Gegend dackle und jemandem begegne, der seinen Schirm lustig-locker um den Arm gehängt hat, so überlege ich mir zumindest, ob es denn immer noch vonnöten sei, den Schirm im sperrigen, aufgespannten Zustand zu erhalten. Alsogleich überprüfe ich jeweils die aktuell vorherrschende Wetterlage und passe den Zustand des Schirmes daran an. Nicht so die ältere Frau, der ich heute begegnet bin. Ich wie gesagt mit lustig-locker am Arm plampendem Schirm, leicht schwingend und pendelnd, ab und zu einen Kreis drehend (der Schirm, nicht ich, denn so früh am Tage pflege ich nicht zu trinken, jedenfalls keinen Alkohol, es sei denn, es sei Fesnacht, aber die ist nun bekanntlich vorbei), und sie mit aufgespanntem Schirm unter blauem Himmel. Aber was weiss denn ich, vielleicht hatte sie ja eine Sonnenallergie oder eine Lumineszenzintoleranz. Anders ist ihr futiles Verhalten kaum zu erklären. (Yesss, ich hab’s geschafft, futil einzubauen!)
Kategorie: Tagebuch
Wow… und noch etwas mehr
Zwar hat mich Günter Grass draufgebracht, aber auch wieder davon weg. Denn ich kam bloss über meine aktuelle Lektüre, Katz und Maus, darauf, den heutigen Beitrag mit «…und dann war da der Eintrag – es war der heutige-, dessen Einleitung sich nur so schwer schreiben liess […]» beginnen zu wollen, aber dann empfand ich es doch als allzu abgekupfert, weshalb ich es nun habe sein lassen. Stattdessen habe ich diese, soeben verflossene, Einleitung gefunden, die mir zwar auch nicht schlecht gefällt, die mich aber auch nicht allzu glücklich macht, weil sie zu oft «…die mich…» enthält.
Ich hätte auch ganz anders beginnen können. Zum Beispiel so:
Und das wäre dann aber nicht nur der Anfang, sondern auch gleich der Schluss, sprich: der ganze Blogeintrag gewesen.
Zwar hätte das meinen Eindruck des Swiss Jazz Orchestras, den ich heute im Bierhübeli gewonnen habe (werum zum Geier bini da nid scho viu früecher gange? I bines Huen!), auf den Punkt gebracht, jedoch lässt sich in einer einzigen Silbe nicht ein ganzer Abend zusammenfassen.
Zum Beispiel bedarf der Erwähnung, dass im Kreissaal ab und zu Baseldeutsch sprechende Berngeborene sich relativ uneingeladen zu einem aufs Sofa setzen, und zu erzählen beginnen. Von geologischen Instituten, von Gin Tonics, die sie einem bezahlen wollen und von … öhm, vielen anderen Dingen, an die ich mich beileibe nicht mehr erinnern kann. Und will.
Andererseits sollte ich es auch nicht unterlassen, bei dieser Gelegenheit dem Sandro ein Grüsschen auszurichten, denn wenn er seine eigene Visitenkarte noch findet, könnte es gut sein, dass er heute zum ersten mal meinen Blog betritt, und um ihm eine kleine Gedächtsnisstütze zu liefern, schreibe ich noch ein paar nützliche Links nieder, ohne die man es im alltäglichen Leben wirklich, wirklich schwer hat:
- Loriot im Flugzeug: bei Youtube.com (dort gibt’s noch ganz viele andere Loriot-Sketche!)
Und weil «ein paar Links» einen ungleich höheren Aufwand nach sich ziehen, als ein einzelner Link, belasse ich es bei dem einzelnen Link und würde sogleich eine wohle Nachtruhe wünschen, bohrte sich da nicht ein Gedanke in mein Bewusstsein, dass ich vorhin noch über etwas Anderes zu berichten im Sinn hatte, das mir nun wäger entfallen ist. Vielleicht wüsste es noch der Corni, aber der ist ja nun nicht da und kann mir somit nicht auf die Sprünge helfen. Ich wünsche nun also trotz Allem eine wohle Nachtruhe, und ziehe mich, nachdem ich mir noch einige von den Loriots vereinleibt haben werde, in meine Gemächer zurück. Gute Nacht! (Jaja, ich weiss…)
Fesnacht ist!
Fesnacht ist! Weshalb heisst’s Fasnacht und nicht Fesnacht? Mir persönlich gefällt Fesnacht um ein Vielfaches besser. Es tönt fescher.
Jedenfalls ist nun also Fesnacht in Bern. Aber nicht nur das! Mich dünkt, an diesem Wochenende fällt alles zusammen: KMB-Probe, RBB-Probe, RBB-Versand, NJBB-Prüfungen, Sidi-Zmorge, YB-Match, Möbel-Züglete… Dass dies mit Stress und (zu) wenig Schlaf verbunden ist, dürfte klar sein, aber ich als Jungspund, der ich, wie mir heute Morgen von einem bornierten, hungernden Journalisten und einem alternden, biertrinkenden Fürsprecher des Öfteren versichert wurde, nun mal bin, kann mir das, so denke ich, wohl leisten, denn das Privileg der Jugend, zu der ich mich als Jungspund, der ich, wie gesagt, nun mal bin, zähle, ist es, nach grossem Bier- und kleinem Schlafkonsum relativ zügig den Weg der Rekonvaleszenz verlassen und denjenigen des normalen Lebens wieder beschreiten zu können, wobei wohl anzufügen unumgänglich ist, dass ich mir heute Nachmittag noch einige Stunden zusätzlichen Schlafes gegönnt habe, denn Fesnacht war ja nicht nur gestern, sondern auch heute und morgen machen die Guggen unsere schöne und ehemals ruhige Stadt unsicher, und ich möchte es nun doch nicht unterlassen, mich geschwind der Meinung oben genannten Fürsprechers anzuschliessen, dass die Stadt Bern eifach schön sei, und kann mich bei dieser Gelegenheit auch nochmals für das opulente Zmorge bedanken, das ich leider etwas überstürzt zu verlassen gezwungen war, hätte ich doch gerne noch mehr von dieser Pat Metheny Group-DVD gesehen, aber nicht immer im Leben kann man all seine Wünsche befriedigen, und so belasse ich es nun bei diesem Bandwurmsatz, da im Hause Friedli bald zum Znacht gerufen werden wird.
Das konnte gar nicht sein. Also war’s nicht.
Gewisse Abende sind statistisch unmöglich. Es kann ja nicht sein, dass eine Person am selben Abend gegen zwei andere Personen nonstopp im Töggelen gewinnt, oder? Nein, das kann nicht sein. Und ich muss das wissen, denn schliesslich habe ich einmal, vor vielen, vielen Jahren, eine Statistik-Vorlesung zu besuchen begonnen (und nach wenigen Wochen wieder aufgegeben, aber weder spielt das was noch macht’s ’ne Rolle), und deshalb bin ich bevollmächtigt, solche Aussagen zu tätigen, ohne ein schlechtes Gewissen zu kriegen.
Wie also soeben aufgezeigt wurde, kann der heutige Abend gar nicht stattgefunden haben, ergo habe ich heute auch nie im Töggelen verloren, und somit darf ich mich als ungeschlagener Töggelerkönig bezeichnen. Läck, war ich gut heute Abend!
Es ist eben alles eine Frage des Standpunktes. Zum Glück, denn nun kann ich ruhig schlafen.
Muskelkater und Gelenkschmerz und ID-Foto und weisse Haare und überhaupt.
Ziehen wir Résumé: Das rechte Handgelenk schmerzt etwas. Den rechten Arm kann ich nicht mehr ganz strecken, denn der Ellbogen schmerzt sonst. Den linken Arm kann ich nicht mehr heben, weil sich sonst die Schulter beschwert. Der Bauch ist ein einziger grosser Muskelkater. Von den Beinen brennen eigentlich beide gleich stark, aber in der linken Wade habe ich zusätzlich noch ein verkrampftes Gefühl. Wenn du gerne wissen möchtest, wer mich so zugerichtet hat, so kann ich dir eine simple Antwort bieten: ein paar Stunden auf dem Snowboard reichen dazu aus. Ich bin zwar nur einmal wirklich gestürzt, das war mit dem 150-kg-Rucksack am Rücken und dem 5-m³-Schlafsack unter dem Arm, aber da bin ich so elegant abgerollt (Salto mortale doppio mit axelgehechteter, angerauter Biellmann-Schraube auf einem zarten Eisschnee-Beet), dass ich davon sicher keine Schäden davongetragen habe. Vielleicht liegt’s ja auch am reichlichen Essen. Ich wusste ja gar nicht, wie viel Fondue in meinem Magen Platz hat! Ich konnte es selber beinahe nicht glauben.
Und dann habe ich noch eine kleine Anekdote. Meine Identitätskarte besitzt das beachtliche Alter von beinahe 10 Jahren. Im April gibt’s eine neue, und bis dahin benutze ich die Alte mit viel Wehmut und einem leisen Lächeln auf den Lippen, wenn ich mir das überalterte Foto vor Augen führe. Item. Am Donnerstagabend war ein Besuch im Eclipse angesagt, wo seit geraumer Zeit muskelbepackte Einganskontrolleure ihre Arbeit verrichten. Ich überreichte also einem dieser Gorillas meine ID, worauf er die Stirn runzelte, mich kritisch musterte, seinen Blick zurück auf das ID-Foto schweifen liess und schliesslich meinte «Itz mues i da irgend e Ähnlechkeit finde! Dasch cheibeschwirig!». Ich pflichtete bei, und wurde schliesslich eingelassen (zum Glück trug ich schon auf dem Foto meinen Ohrring! Daran hat er mich eindeutig identifiziert). Damit aber nicht genug. Am Freitag Morgen musste ich nämlich noch die letzten Einkäufe für das Berghüttenwochenende tätigen, unter Anderem war da ein Cascho Bier dabei (wer mir die korrekte Schreibweise von «Cascho» mitteilen kann, verdient meine vorzüglichste Hochachtung! Bitte kommentieren…). Ich stand an der Kasse, das Mineralwasser und das Cola-Gütterli hatten den Weg über die piepsenden Laserstrahlen bereits hinter sich, als es darum ging, nun auch noch das Bier einzuscannen. Die Verkäuferin traute mir nicht, und verlangte meinen Ausweis. Ich überreichte ihn, und sie entschuldigte sich. Aber was soll’s, ich schätze mich glücklich, dass ich, der ich anerkannterweise bereits graue Haare an den Schläfen bekommen habe, wie mir Michu und Jönu bestätigt haben — und fürwahr, als ich es vorhin im Spiegel kontrolliert habe, da stellte ich fest, dass es nicht graue, sondern sogar einige wenige schneeweisse Haare sind, die mir aus den Schläfen spriessen! –, dass also ich, so sagte ich, um gute 8 Jahre jünger eingeschätzt werde, als ich tatsächlich bin. Ich möchte dieser Coop-Kassiererin von Herzen danken!