Wer lang nicht schreibt, hat nachholbedarf.

„ei, mann. bisch tot oder was?“, fragte gestern via Kommentar der M. M. aus B.. Zugegeben – es ist lange her seit dem letzten Geschreibsel, sehr lange! Dabei sind unterdessen viele, viele Dinge geschehen, die er Erwähnung bedürfen. Nur leider gestaltete sich mein zeitliches Budget im letzten Monat etwa so wie die Kasse der UBS – gähnend leer. Ich will versuchen, hier und heute einen Kontrapunkt zu setzen. Nicht zuletzt aus einem ganz und gar eigennützigen Grund schreibe ich heute. Denn morgen, ja, morgen geht’s los! Zum 34. Mal findet der Schweizerische Brass Band Wettbewerb statt, und dass die RBB dort antritt, versteht sich von selbst. Ich appelliere deshalb an meine hochwohlgelöbliche Leserschaft (und diesen Terminus verwende ich mit voller Absicht, auch wenn sich der eine Leser oder die andere Leserin daran stört), uns ganz, ganz, ganz fest die Daumen zu drücken. Von 12:45 Uhr bis 18:15 Uhr dauert der Wettbewerb in der 1. Klasse, und irgendwann in dieser Zeit stehe ich dann im Auditorium Stravinski auf der Bühne und schwitze mir die Angst aus dem Leib. Ich freue mich jetzt schon! Gratulieren oder trösten darf man dann ab 20 Uhr, denn dann ist die Rangverkündigung fertig, und wir werden wissen, wie wir abgeschnitten haben.

Und damit dieser Beitrag nicht bloss eine Werbeaktion für Morgen bleibt, folgt hier jetzt noch die Geschichte des Josh MacSaggen.

Josh MacSaggen ist ein Kehrichtsack. Er steht ganz alleine und Verlassen am Strassenrand. Er ist aber kein gewöhnlicher Kehrichtsack, nein. Josh pflegt sein Äusseres, und es ist demnach kein Wunder, dass er sich mich Schmuck zu schmücken pflegt. Josh ist fotogen. Ich habe ihn deshalb vorvorgestern am frühen Abend fotografiert:

Der Kehrichtsack mit Kleber dran
Der Kehrichtsack mit Kleber dran

Schmuck, sein Schmuck, nicht? Dieser adrette rosarote Kleber, etwas keck, aber farblich tadellos abgestimmt auf sein restliches dunkelgrauschwarzes Outfit! Ja, der Josh ist eben modisch. Wer jedoch genau hinliest, wird feststellen, dass der Josh auch ein wenig geizig ist. Ansonsten hätte er seine Entsorgungsgebühren wohl bezahlt!

Am nächsten Tag, das muss logischerweise vorgestern gewesen sein, habe ich ihn am frühen Morgen mit der Kamera erwischt. Noch ganz verschlafen flüchtete er sich vor der Kälte in die hinterste Ecke seines gemütlichen Bettes:

Ein Kehrichtsack in seinem Bett
Ein Kehrichtsack in seinem Bett

Und gestern Abend stand er immer noch da, stolz mit seinem rosaroten Kleber:

Ein Kehrichtsack vor dem Schlafengehen
Ein Kehrichtsack vor dem Schlafengehen

Ich frage mich, wie lange er es noch in unserer Gegend aushält?

Ach ja … fotographiert habe ich den Josh jeweils mit meinem vorübergehenden mobilen Telekommunikationsendgerät, für welches ich seit knapp zwei Wochen meine eigene SIM-Card besitze. Ja, auch der Mänu ist jetzt also mobil erreichbar, selbst dann, wenn es der Bude in den Sinn kommen sollte, das mobile Telekommunikationsendgerät wieder einzuziehen.

Luzern bringt einen nicht um

Um es vorwegzunehmen: Ich lebe noch. Somit ist also erwiesen, dass man es überleben kann, an einem Samstag um sechs Uhr morgens auf den Zug zu müssen. Denn genau dies war bei mir der Fall.

Denjenigen Richtung Luzern hatte ich zu erwischen, und ich schaffte es sogar auf den 6:00er, worauf ich nicht wenig stolz bin. Ich meine, nicht schlecht, oder, für einen Samstagmorgen!

In Luzern dann kam ich fahrplangemäss um circa sieben Uhr an, wie von unseren Schweizerischen Bundesbahnen ja auch nicht anders zu erwarten war, transportieren die einen doch stets komfortabel, günstig und pünktlich an beliebige Orte im ganzen Land. (Schleichwerbung! Lohnerhöhung!)

Ich hatte eine halbe Stunde fürig, denn ich musste mich erst um siebenuhrdreissig beim KKL einfinden, um die Bühne für den Swiss Open Contest zu paratieren, und so flanierte ich denn noch beim See umenand und hatte hierbei die Gelegenheit, die Stadt Luzern auf elektronisches Zelluloid zu bannen. Nein, nicht die Stadt selber! Das Schiff „Stadt Luzern“! Regelrichtig majestätisch lag es da still und stumm in der Morgendämmerung vor Anker. Siehe!

Das Schiff, nicht die Stadt
Das Schiff, nicht die Stadt

Ja, das wär’s auch schon, denn die Musik ruft, und die Probe wartet. Bis dann denn!

Ein wenig Werbung

Nun noch ein wenig Werbung, denn der letzte Beitrag liegt derart lange in der Vergangenheit, dass meine hochwohlgelöbliche Leserschaft wohl beinahe jeden Mist akzeptieren würde, den ich schreiben täte, käme es hart auf hart. Da ich aber meiner intelligenten Leserschaft nicht einfach jeden Mist bieten will, mache ich nun eben Werbung. Und zwar musikalische!

Am 4. Juni steigt ein Konzert. Am 5. Juni auch. Und auch am 6. Juni! Aber der Reihe nach.

Das Variaton Projektorchester, im WWW zu finden unter www.variaton.ch, hat im allerbrandneuesten, aktuellen Projekt wieder einmal das Gelbe vom Ei hervorgezaubert und tritt mit Prokofiew und Debussy auf. Dies am 4. und 5. Juni, jeweils um 20:30 in der Dampfzentrale Bern. Vom Herrn Prokofiew spielen wir (ja, ich bin auch dabei) das Ballett „Romeo und Julia“, vom Herrn Debussy führen wir „Prélude à l’après-midi d’un faune“ auf, was zusammen mit Lichtshow und künstlerischer Raumgestaltung ein wahrhaftig fulminantes Programm zu werden verspricht. Billette gibt’s im Vorverkauf beim Krompholz, und natürlich an der Abendkasse (ab 19:30). Wer mehr wissen will, soll sich auf die Variaton-Website begeben. Oder noch besser: einfach vorbeikommen!

Und was läuft dann am 6. Juni? Ich weiss: Züri West und Patent Ochsner auf dem Bundesplatz. Ein alter Hut. Die hört man jedes zweite Jahr auf dem Güsche, und sowieso rund um die Uhr im Radio. Jedoch – noch jemand anders spielt auf! Und zwar die RBB zusammen mit dem SIBO! Wir spielen um 19:30 in der Französischen Kirche in Bern und freuen uns auf Publikum – bei Gratiseintritt mit Kollekte sollte solches wahrlich massenhaft erscheinen!

Und wenn wir schon bei Musik sind, kann ich noch une petite anecdote anfügen: Roman chauffierte das Auto durch die kurvenreiche Chutzenstrasse, als uns ein Velofahrer entgegenkam, und ich nicht um ein „I verrecke!“ umher kam – fuhr uns doch da tatsächlich der Klaus Widmer entgegen, jener Klaus Widmer, der Montagabend für Montagabend mit dem SJO im Huerebibeli die Stimmung zum Sieden bringt! So wie auch gestern Abend, als das letze SJO-Konzert der Saison 07/08 über die Bühne ging, und mir einen wunderbaren Start in den Sommer beschert hat. Ich werde von nun an bis im Oktober Montagabends wieder Trübsal blasen müssen.

Oder gegen Corni im Schach verlieren.

Wieder aufs Podest!

Vorbei, aus, fertig. In einem Jahr dann wieder. Bis dahin darf sich die RBB freudig und voller Stolz als drittbeste Brass Band der Schweiz in der ersten Stärkeklasse bezeichnen! Mit der Startnummer 9 spielten wir um 15:07, direkt vor der Pause, und ich war nervös wie immer. Eine gute, tüchtige Montreux-Nervosität hatte mich gepackt, wie alle Jahre.

Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen, ich bin so heiser vor lauter  „Ärr-be-be-be-beeeeeeh“ schreien, dass mir jeder Tastendruck im Halse kratzt. Nicht vorenthalten will ich dir aber die Rangliste, die du hier einsehen kannst. Viel Vergnügen, und einen ganz herzlichen Dank an all jene meiner hochwohlgelöblichen Leserschaft, die uns kräftig die Daumen gedrückt haben!

Montreux, wir kommen!

So, fertig lustig, jetzt gilt’s ernst! Wieder ist ein Jahr vorüber, und das kann nur eines bedeuten: Montreux steht vor der Türe! Nun, es steht nicht mehr nur vor der Türe, es ist schon beinahe eingetreten: Morgen, am 24. November, findet der 33. Schweizerische Brass Band Wettbewerb statt, und wie es sich gehört nimmt die RBB daran teil. Um 10 Uhr ist die Verlosung der Startreihenfolge, und irgendwann zwischen ungefähr 13 Uhr und Spätabends kommen wir dran. Drück‘ uns die Daumen! Wir können’s gebrauchen!