Mit Volldampf durch den Regen

Wenn ich das rechtzeitig fertigschreibe und veröffentliche, reicht es sogar noch für einen Beitrag im April!

Und der April ist ein gutes Stichwort, macht er doch nach der wochenlangen Trockenheit mit dem langersehnten und nun endlich über uns hereingebrochenen Regen seinem Namen als Wetter-Wankelmüterich alle Ehre. Und um genau diesen Regen geht es. In Kombination mit einer Velofahrt, die sich gewaschen hat. Haha, ein Wortwitz mit Sickerpointe!

Ich war heute mit dem Velo unterwegs, um die älteren Sprosse unserer Dynastie der familienexternen Betreuung zuzuführen, und wie es der Petrus so wollte, regnete es. Regenhose und -mantel sei dank, konnte mich das nicht betrüben, und so radelte ich geschwind, flugs und eilig den stotzigen Berg hinunter, die Regengischt im Gesicht und die Bremshebel stets unter rigider Kontrolle, denn mit kostbarer Fracht im Hänger ist nicht gut rasen.

Wiewohl mir Petrus nur mässig hold war, der Gott der Signalanlagen war es überhaupt nicht, und so zwang mich denn in der Talsohle eine rote Ampel zum harten Zug an der Bremse bis zum kompletten Stillstand. Nun verfügt ja, wie der gut unterrichtete Leser weiss, mein Fahrrad über ein Paar potenter Scheibenbremsen, die, wenngleich unter leichtem, feuchtigkeitsbedingten Quietschen, zuverlässig ihren Dienst verrichteten.

Nun bietet einem eine rote Ampel ja auch immer Gelegenheit, sich auf Anderes als den Strassenverkehr zu konzentrieren. Und so wandte ich meine Aufmerksamkeit kurzzeitig meinem Gefährt zu, genauer: dem Vorderrad meines Velos. Denn dieses, so schien mir, rauchte. Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass es sich bei den nebelartigen Schwaden, die sich um die Nabe rankten, nicht um Rauch, sondern um Dampf handelte. Dampf, der sich von der Bremsscheibe verflüchtigte. Hoppala! Derart heissgelaufen war also der Bremsapparat, dass das Regenwasser gleich verdampfte!

Und ein weiteres Mal ist mir damit der Beweis gelungen, dass ich, sobald ich auf meinem Velo sitze, mit WAHNSINNIGER GESCHWINDIGKEIT unterwegs bin!

Q.E.D.

P.S.: Das Argument, ich sei aufgrund der Fracht im Anhänger nicht schnell gefahren, sondern habe bloss eine grosse Masse abbremsen müssen, lasse ich nicht gelten. Denn das läuft meiner Aussage zuwider. Und auf meinem Blog gelten immer noch meine alternativen Fakten!

Gegen den Regen anschreiben

Draussen regnet’s. Der Herbst hat Einzug gehalten. Höchste Zeit, dagegen anzuschreiben! Wie tue ich das am Besten? Klar: Indem ich ein schönes Bildli hochlade von meinem schönen gelben Velo, das ich zu Zeiten eitlen Sonnenscheins auf elektronisches Zelluloid gebannt habe.

Denn ich habe ja vorausgedacht: Als ich – endlich! – mein fertig montiertes Velo abholen konnte, dachte ich mir: Itz bisch eifach mau huere klever: Zum Schribe chunnsch ja eh nid sofort, aber e Foto, die chasch itz grad schiesse! Und so klever, wie ich mir vornahm, zu sein, verhielt ich mich denn auch, indem ich die Photographie, die zu schiessen ich mir zum Ziel gesetzt hatte, auch tatsächlich gleich schoss. Was zur schönen Folge hat, dass ich mir jetzt nur noch die Wörter aus der Tastatur saugen muss, nicht aber das Bildmaterial aus der Kamera.

A propos Bildmaterial: Genug gelesen? Willst Du endlich Bildli schauen? Wusste ich’s doch. Hier!

IBEX Daily Quest
IBEX: Daily Quest

Schön, ja? Schön, ja! Gute Fahrt!

Botzmäntänneli, dr Hagu tuet!

Ja, Schäääääisse, Mann! Hast du das miterlebt? Ich meine, Hallo?!, Botzhockabode u Heimatabenand, hat das jetzt gehagelt! Das letzte Mal hab ich das Anno 2004 erlebt! Willst du sehen? Da, beim violetten Pflatsch in Bern:

Violett bedeutet glaub ich 2 km Regen pro Minute.
Violett bedeutet glaub ich 2 km Regen pro Minute.

Gerade noch rechtzeitig waren wir zu Hause, um die Blumentöpfe vom Balkon in den Luftschutzkeller zu zügeln. Glück gehabt!

Keine Reaktion? Kein Problem.

Seltsam. Ein grosses Geschrei erhebt sich in den Rängen eines Teils meiner hochwohlgelöblichen Leserschaft, bloss weil ich mir zwischen zwei Beiträgen einige Wöchelchen Pause gönne. So ich dann aber erneut ein Erzeugnis schöpferischer Schaffenskraft veröffentliche, besteht die Reaktion lediglich aus zwei – gelinde gesagt – niveaulosen Kommentaren, die allesamt weit unter die Gürtellinie zielen und keinerlei Reaktion auf die Wiederaufnahme meiner schreiberischen Tätigkeit sind, sondern lediglich mit billigen Obszönitäten Aufmerksamkeit zu erheischen hoffen. Insbesondere von den Vertretern des „Ich-finde-Mänus-Monatsbuch-würde-viel-besser-passen“-Lagers hätte ich mehr Reaktionen erwartet. Ich will ja nicht teupeln (töipeln? täupelen?), stelle aber soeben fest, dass meine Worte genau wie ein Getäupel klingen.

Wechseln wir also das Thema.

„Im April, im April, macht das Wetter, was es will“, besagt eine vom Volksmund gerne zitierte Bauernregel, und seit letztem Wochenende kann ich das nur bestätigen. Traditionellerweise weilte ich mit der Knabenmusik Bern an der Lenk, und nicht etwa in oder gar auf der Lenk, um ein wenig zu musizieren und auch ein wenig gesellschaftlichen Gepflogenheiten nachzugehen, wie man das in Musiklagern gemeinhin zu tun pflegt. Ich weilte also, sagte ich, und insbesondere weilte ich am Sonntagnachmittag, weil ich da gerade nichts zu tun hatte. Also flog ich ins Dorf aus, um den mir aufgetragenen Einkaufsauftrag betreffend einen Sonntagsblick auszuführen. Wie heiss es war! Wie die Sonne schien! Ich sah mich gezwungen, mich meines Pullovers zu entledigen, andernfalls ich einem Kreislaufkollaps anheimgefallen wäre.

Des Abends dann ein ganz anderes Bild: Gerade wollte ich mich vom Zimmer auf den Weg ins Probelokal machen, als ich Regentropfen gewahrte, und zwar nicht bloss einige, sondern derer viele! Innert kürzester Zeit hatte sich das Wetter also daran erinnert, dass der Volksmund gerne Bauernregeln zitiert und entsprechend die Konsequenzen gezogen.

Ich ziehe jetzt auch, aber nicht die Konsequenzen, sondern los. Gute Nacht!