Eine regenbedingte Zwangspause

Da habe ich mich mit Ach und Krach vor dem ersten zümpftigen Sommergewitter dieser Saison ins Fähribeizli an den Schärmen retten können, und schon werde ich allenthalben gesiezt: Der Kellner, der mir das nunmehr dritte Müntschi darreicht siezt mich, ein anderer Hündeler siezt mich, und wohl würde mich sicher auch die Situation als solche siezen, könnte sie denn sprechen.

Woran mag das wohl liegen? Wohl sicher nicht an meinem Äussern, habe ich mir doch heute vom Frisör extra noch einen schnittigen Schnitt verpassen lassen. Jedoch … präzis mit meinem Haupthaar mag es in Zusammenhang liegen: noch nie gewahrte ich derart viel weisses Haar auf der Barbierenrobe wie heute! Ich ergraue! Sogar die Frisörin hat es  bemerkt. Und die ist ja schliesslich eine Fachperson auf dem Gebiet hauptenen Haares. Obzwar ich mich noch zu jung fühle, um bereits Clooney’schen Grauhaarcharme in Anspruch nehmen zu können, wehre ich mich natürlich nicht dagegen. Graue Haare machen Männer schliesslich sexy, wogegen sie bei Frauen einfach alt machen. Ein Hoch aufs Mannentum!

Einzig die Sache mit dem siezen stört mich. Ich muss mir wohl mit einem vierten Müntschi meine Jugend wiederantrinken. Eeh – was soll ich auch sonst tun, wenn’s aus Kübeln schüttet? Eben: mitschütten.

Prost und gute Nacht!

Schon wieder ein Alu-Beitrag … aber nur am Rande.

Am Sonntagnachmittag pilgerte die WG ans Schwarzwasser und heizte ein – derart übermotiviert, dass die Alu-Grillschale durchzuschmelzen begann:

Feuerstelle mit Grillgut
Unten rechts wurde es der Aluschale wohl ein bisschen zu warm.

Aber beklagen wollen wir uns nicht. Wir haben es geschafft, das Grillgut zu retten, die Glut am Leben zu erhalten, unsere Füsse im kühlen Schwarzwasser zu baden, satt zu werden, Spass zu haben, gemütlich zu entspannen, nach Rauch zu stinken, Fotos zu schiessen, Bier und Wein zu trinken, zu plaudern, nach getaner Arbeit das Feuer sicher zu löschen und im Ganzen einfach einen wundervollen Nachmittag an der Wärme zu verbringen. So muss Sommer sein, und so müssen Sonntage vorbeiziehen!

Argentinisch-langes Haar

Es gibt Leute, viele Leute, die der Meinung sind, ich solle endlich wieder mal die Haare schneiden. Beispielsweise erinnere ich mich noch lebhaft an Inés‘ spöttisches Lächeln, als sie mich letzten Juni fragte: „Fritteli, du willst im Sommer nach Argentinien reisen, mit dieser Perrucke!?“

Hierzu drei klärende Worte:

  1. Spanische Muttersprachlerinnen bekunden Mühe mit der Aussprache deutscher Umlaute. Mühe. Und trotz allem nicht etwa Muhe. Kommentare betreffend den fehlenden Umlaut sind also uberflussig überflüssig. Ebenso Kommentare betreffend den Doppel-r, den ich der authentischen Aussprache halber hingeschrieben habe.
  2. Sommer ist für eine Argentinierin Winter und umgekehrt. Das hat hemisphärische Gründe.
  3. Jetzt ist argentinischer Sommer, und ich gehe tatsächlich mit langen Haaren dorthin.

Ja, ich verreise! Weit, weit weg: Zuerst mal nach Buenos Aires, dann weiter nach Esquel, und dann schauen wir mal. Wenn ich dann am 7. Jänner nächsten Jahres wieder in den schweizerischen Winter eintauche, werde ich sicher einiges zu erzählen wissen. Natürlich erst, wenn ich mich gebührend akklimatisiert habe, schliesslich rechne ich mit einem Temperaturunterschied von guten 20 bis 25 Grad, und diesen zu überwinden wird mich ein hartes Stück Arbeit kosten.

Ich gelobe hier schon mal, zu fotografieren, mir Anekdoten zu merken und viele interessante Sachen zu machen, was auch immer darunter zu verstehen ist, ich bleibe mit voller Absicht so sprachlich-generell wie nur irgend möglich, damit mich nachher niemand auf irgend einer Aussage, die ich möglicherweise gemacht habe oder auch nicht, behaften kann oder auch nicht. So viel dazu.

… und wer weiss, vielleicht findet sich in Argentinien ein billiger Coiffeur … jedoch, nein! Niemals könnte ich meinem, meinem Coiffeur untreu werden. Es ist also klar: Die Haare kommen erst nächstes Jahr ab.

Ich hoffe bloss, dass ich im Flieger kein Übergewicht bezahlen muss, der Mähne wegen. Andererseits böte das bereits Stoff für ein erstes, zaghaftes Anekdötchen. Man wird sehen.

A tout à l’heure!

Der Sommer ist eröffnet: Wir haben die ersten Tropennächte und die ersten heftigen Sommergewitter hinter uns, ich war schon in der Aare, die erste Sommererkältung habe ich hinter mir, grilliert haben wir auch schon, also kann ich mich jetzt verabschieden: Für knappe 10 Tage tingele ich mit dem Jugendorchester Köniz durch Südfrankreich auf der Suche nach dem perfekten Gig. Oder auch nach einem abkühlenden Strand.

Derweil prangt auf meinem Pult, direkt unter meiner Nase, ein Ticket für das Patent-Ochsner-Konzert vom 30. August in Basel mit Gustav als Spezialgast, und ich muss schon sagen, dass mich die Aussicht auf ein Patentkonzert ungemein froh stimmt, ist so ein Ereignis doch wirklich nicht eines der Alltäglichen, und somit mit einer gewissen Spannung, aber auch mit einer Erwartungshaltung gekoppelt, die jenes ganz bestimmt frohe Kribbeln in der Magengegend hervorrufen, das sich jeweils dann kundzutun pflegt, wenn man sich auf etwas freut, kannst du mir folgen?

Jedenfalls sollte ich jetzt noch das Nötigste einkaufen, das Zimmer ordentlich aufräumen und putzen, und dann packen. Während meiner Abwesenheit darfst du dir deine Zeit gerne mit einem Furzspielchen vertreiben, welches ich ganz zufällig entdeckt habe.

Und zum Schluss wollen wir jetzt noch schauen, welche Probleme denn der MacGyver in seiner Karriere schon gelöst hat. Viel Spass!