Arachnoide Überraschung

Es gibt nichts Schöneres, als den Abend im Kreise der Kollegen zu verbringen. Schade ist bloss, wenn eine grausliche Spinne wie die Folgende das Ganze stören muss:

Ja, die ist wirklich so gross, wie sie aussieht. Wenn die ihre Beine streckt, kommt sie locker auf 10 Zentimeter. Von mir aus wäre das ja kein Problem, befände sie sich nicht ausgerechtet über der Küchentüre…

Ich weiss gar nicht, ob ich mich freuen soll, wenn ich sie morgen Morgen nicht mehr antreffe. Zwar ist sie dann weg, aber wer weiss, wo sie dafür hingegangen ist… so grosse Spinnen sind mir nicht recht geheuer. Wääh!

Maiskolben in der Stadt

Vor der Stadtgärtnerei zöge ich alleweil den Hut, nennte ich denn einen mein Eigen. Jedenfalls bin ich vom Ideenreichtum beeindruckt, welchen unsere Gärtner und Gärtnerinnen an den Tag legen, wenn’s darum geht, unsere Stadt zu verschönern.

Kennst du den Blumenbitz oben am Schanzenstutz, dort auf der rechten Seite, knapp vor der Bushaltestelle? Seit Tagen schon wollte ich meine Freude über die aktuelle Bepflanzung auf diesem Fleckchen Erde kunddtun. Die Stadtgärtnerei hat sich etwas Originelles überlegt, und Mais angepflanzt. Wunderpraktisch! Wenn ich das nächste Mal brätle, gehe ich zuvor dort vorbei und pflücke mir einen Kolben, den zu grillieren ich dann gedenke.

Hoppla! Vielleicht hätte ich diese geniale Idee nicht in alle Welt hinausposaunen sollen. Sonst hat’s plötzlich für mich keine Kölben mehr übrig, weil Andere die geerntet haben, und das wäre dann doch schade!

Klagekatze

Ich kann so nicht arbeiten! Ich sitze am Computer, und durchs offene Fenster dringt das herzzerweichende maunzen einer Katze. Ja, es ist wirklich herzzerweichend!

Diese Katze sitzt da ganz einsam vor dem Mensaeingang und schreit sich wohl den ganzen Lebensschmerz von der Seele. Immer und immer wieder klagt sie die Welt und ihre Ungerechtigkeit an! Oder ist es ihr leerer Magen, der sie zu solch einem Konzert veranlasst?

Was auch immer es ist, mir bricht schier das Herz, wenn ich dieses Jammern und Klagen hören muss. Armes Kätzchen.

Ich bremse auch für Menschen!

This hatte keine Freude daran, wie ich gestern fast eine junge Frau zu Tode gefahren hätte. Solche Kritik nehme ich mir zu Herzen.

Deshalb habe ich heute Morgen extra am Casinoplatz gewartet — es mag Stunden gedauert haben –, bis eine junge Frau vorbeigekommen ist, und habe ihr freundlichst den Vortritt gelassen. Ich denke, das macht den gestrigen Vorfall wett, nicht?

Ich gebe zu: Dass just bei meiner Vorbeifahrt eine junge Frau die Strasse überquert hat, war Zufall. Dass ich aber gebremst habe, hat schon ein wenig mit schlechtem Gewissen zu tun 🙂 .

Heute Morgen

An einem Morgen wie dem söttigen sollte man natürlich wissen, wo es die besten Gipfeli der Stadt gibt. Man könnte sich dann, wüsste man es, vorfreuen, währenddem man den Thunstrassstutz abenfahrt. Ich weiss es aber eben nicht, und also überlegte ich mir, wo ich denn hingehen könnte, um ein solch Gebäck käuflich zu erwerben.

Über diesen Gedanken vergeht die Zeit wie von selbst, und die Meter spulen sich fast selbstständig unter den Velorädern hinweg, und eh‘ man sich’s versieht, fährt man dann durch die Stadt, wo einem auf dem Bundesplatz die Düfte frischer Kräuter und knackiger Gemüse via Nasenlappen durch die Nebenhöhlen wehen, nachdem man auf dem Casinoplatz fast eine junge Frau überfahren hätte, da man gar tief in Gipfeligedanken versunken war, und so einen Morgen findet man dann einfach schön, weil doch jetzt das Wetter auch wieder schöner ist, und wenn’s nochli warmet, kann man vielleicht sogar wieder mal ins Marzili gehen, und nicht einmal der Anblick eines grusigen VW Touareg oder Dschiip Gränd Tscherokki oder gar eines Hummers können einem den Morgen versiechen, wobei mir der Hummer heute morgen glücklicherweise erspart blieb.
Jedenfalls bahnte ich mir den Weg in die Marktgassfiliale vom Reinhard und frug nach einem Gipfeli. «Tuet mr leid, da hani gar keni me!» kam der niederschmetternde Bescheid, der mich dazu veranlasste, mein Glück in der Mensa versuchen zu wollen. Dass ich das freundliche Frollein darauf aufmerksam hätte machen können, dass ja vielleicht eine ihrer Kolleginnen noch ein Gipfeli gehabt haben könnte, kam mir natürlich erst in den Sinn, als ich bereits den Schanzenstutz hinaufrochelte.

Glücklicherweise hatte es in der Mensa tatsächlich noch einen Haufen Gipfeli, und eines davon befindet sich mittlerweile in meinem Bauch, jedenfalls der grösste Teil davon, der Rest klebt in Brösmeliform in meiner Tastatur. Nun kann ich also frohgemut zu Arbeiten beginnen. Vorher gebe ich mich aber erst mal dem hemmungslosen Wassergenuss hin. Proscht.