Aaaah-iiih-ooiaaaaheeeaaiioouuuaiaaaaaahh!

This hat sich auf die Folter gespannt gefühlt. Ich will ihn, und auch dich, von seinen, und deinen, Qualen erlösen und Kunde tun.

Nein, ich werde nicht aus der Knabenmusik geschmissen, bei einem Höchstalter von 25 Jahren blüht mir das erst nächstes Jahr. Und nein, ich habe kein Bewerbungsgespräch, immerhin habe ich bereits einen Job, der mir vortrefflich gefällt. Und nein, ein Date hatte ich auch nicht, es sei denn, man wolle einen Opernbesuch als Date bezeichnen. Ja, einen veritablen Opernbesuch. In Schale inklusive Kravatte besuchten wir heute Abend selbviert die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart, gemeinhin auch unter seinem vollständigen Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart (1756-1791) bekannt.

So eine Oper ist ein gar vortrefflich‘ Kunstwerk: es gibt Sängerinnen, deren höchste Töne die Pfeifkünste des Bolzli wie Einsingübungen eines Bass-Baritones erscheinen lassen, einen Theatersaal, der mindestens 200 Meter hoch zu sein scheint, Sitzreihen, die so eng aneinander gereiht sind, dass man sich fortgeschrittener Origami-Techniken bedienen muss, um sich artgerecht dort einfalten zu können, und Cüpli, die mit Fr. 12.50 als echte Schnäppli bezeichnet werden können. Aber man ist schliesslich nicht alle Tage im Theater, oder in der Oper, und deshalb gehört ein Cüpli selbstverständlich zum Besuch dazu. Nicht zu vergessen sind auch jene beiden störenden Frauenzimmer, die sich in der Reihe hintendran in völlig hemmungsloser Lautstärke unterhalten. Aber was soll’s, man ist schliesslich — wie gesagt — nicht alle Tage im Theater, und macht das Beste draus.
Dass zwischen den Hochdeutsch vorgetragenen Arien die Schauspieler abwechselnd Arabisch, Englisch, Französisch oder Spanisch, aber keinesfalls Deutsch (bis auf eine munzige Ausnahme), sprechen, hat mich nicht weiter gestört. Das Arabische, Französische und Englische habe ich ignoriert, und die spanischen Teile habe ich als Einstimmung auf das heurige OG-Lager hingenommen.

Nun schäle ich mich mal aus der Schale und begebe mich zur Ruh‘. Morgen ist schliesslich auch noch ein Tag, und deshalb will ich jetzt nicht mehr länger werden.

Nur eines noch: Eine der dümmsten Redewendungen wo gibt’s ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit «Ich will jetzt nicht länger werden.» Nur so, damit auch das mal gesagt wäre… Gute Nacht.

PS: Solltest du den Titel nicht entziffern können, hier ein kleiner Tipp: Es handelt sich um die Takte 412 bis 429. Oder so.

Tee-Power

Unsere Bürokaffeemaschine ist nicht bloss eine Bürokaffeemaschine, sondern auch eine Büroheisswassermaschine, und in Verbindung mit den Teebeuteln, die sich auf den Regalen stapeln, qualifiziert sie sich zur Büroteemaschine, wie ich heute erst entdeckt habe. Nun weiss ich auch, wozu diese anderen Knöpfe dienen, diejenigen, die man nie drückt, wenn man sich nur einen Kaffee machen will.

Und so sitze ich nun also neben einem Beutelschwarztee mit reichlich Zucker und Kaffeerahm (es gibt nichts Besseres!), lasse mich von Green Onions beschallen und von Dezi umtanzen und schreibe bestimmt den Besten Code Meines Lebens™.

Swiss Army Gala Band

Militärmusik, das sind Märsche, Humpa-pa, grüne Uniformen und ernste Gesichter. So die landläufige Meinung. Wenn du auch so denkst, hast du weit gefehlt! Denn es gibt ja noch die Swiss Army Gala Band!

Gestern, am Youth-In-Concert-Wettbewerb in Interlaken sind diese 9 Musiker in ihren roten (!) Uniformen mit 3 Sängern, an deren Namen ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann, aber auf alle Fälle waren sie super, am Abend aufgetreten und haben mich von Stuhl gerissen. Spätestens als die wohlbekannten Akkorde von Stevie Wonders «Don’t You Worry ‚bout A Thing» durch den Raum zu schweben begonnen hatten, war ich überzeugt, dass auch eine Militärmusikformation eine Musik machen kann, die mir gefällt. Und als wenig später noch «Crazy Little Thing Called Love» erschallte, war die Welt definitiv in Ordnung.

PS: Den Schreibfehler auf der verlinkten Seite («Das» anstelle von «Dass» — ein echter Klassiker!) habe ich bereits per e-Mail gemeldet. Du brauchst dir darüber also keine weiteren Gedanken zu machen :-).

Techno kann mir gestohlen bleiben

Technoparties sind ja so etwas von asozial. Unglaublich.

Nicht ganz freiwillig (sagen wir: zu 90% war freier Wille dabei) bin ich heute Abend im Kornhaus gelandet, wo irgend eine riesige Technosause stattgefunden hat. Ich halte ja nicht viel von dieser Art Musik, Fönk, Dschäss oder Rock-à-la-Queen sind eher mein Ding. Nun, zwischendurch habe ich gegen ein wenig computergenerierte Musik auch nichts einzuwenden, aber wenn’s ein einer Lautstärke stattfindet, die eine normale Unterhaltung zum Ding der Unmöglichkeit macht, hört der Spass auf. Zum Glück haben sie gratis Ohrenstöpsel verteilt. Die 2 Pack, die sich momentan noch in meinem Hosensack befinden, werden mir im nächsten WK gute Dienste leisten.

Kommen wir auf das Argument der Asozialität zurück: bei einem Musikpegel von 120 dB und mit zwei Ohrenstöpsel im Gehörorgan kann man nicht kommunizieren. Nein, versuche gar nicht erst, dagegen zu argumentieren. Ich habe es heute selber festgestellt: es ist unmöglich. Deshalb sind Technoparties eine asoziale Angelegenheit. Da lobe ich mir eine gemütliche Portion sonus fluctus. Oder auch ein Bitz Schöftland. Wenn die nur endlich eine CD herausgeben würden…