Ampelwarterei

Eine fast wahrheitsgetreue Erzählung eines geplagten Velofahrers.

Wer ist in der Stadt Bern verantwortlich für die Programmierung der Signalanlagen? Insbesondere für die Fahrradsignalanlage an der Kreuzung Thunstrasse/Brunnadernstrasse? Man sollte diese Person — ich gehe von einem männlichen Wesen aus — man sollte also diesen Typen einmal zwingen, unter Zeitdruck in der novemberlichen Eiseskälte auf dem Fahrrad vor ebenjener Ampel zu warten. Er würde folgendes Szenario hautnah durchleben:

Ankunft an der Ampel, 10 Minuten bevor ich am anderen Ende der Stadt (sprich: im Wittigkofen) abgemacht habe. Kein Problem, 10 Minuten, das längt sauft, wie der Emmentaler sagen würde.
Nach einer Minute des Wartens bekommen erst mal die Autos auf der Thunstrasse grün. Ja, das macht auch Sinn. Schliesslich ist die Thunstrasse eine grosse Strasse. Und Autobusse verkehren dort ja auch.
Nach einer weiteren Minute wird’s für diese Autos endlich rot. Ha, nun bin ich am Zug! — Weit gefehlt. Da steht ja ein Bus am andern Ende der Kreuzung, der muss seinen Fahrplan einhalten. Also bekommt nun der Verkehr aus der Gegenrichtung die Vorfahrt. Kein Problem, 8 Minuten reichen allemal, und wenn als nächstes ich drankomme, geht’s gerade perfekt auf mit dem Zeitplan.
Aber, was ist denn das? Schon wieder dürfen die Thunstrasseautos fahren? Da nützt auch alles Stirnrunzeln nichts, die haben tatsächlich noch vor mir grün bekommen! Ach so, da kommt ein Tram. Alles klar.
Nun aber! … was, geng no nid? Gopfer… ruhig Blut. Die nächste Sekunde wird bestimmt für mich das grüne Licht zeigen.
Ach, nun kommt ein Tram aus der anderen Richtung! Aber weshalb schaltet sich dann nicht eine geschwinde Grünphase für die Velofahrer ein? Ich könne problemlos schnell dazwischen hindurchkurven! … Hmpf. Dann halt nicht.
Wieder die Thunstrasseautos! Ja, Heimatsiechnonemau, was ist denn das? Ich friere mir hier die Finger ab! Wenn’s nicht bald einmal vorwärts geht, verliere ich noch die Geduld!
Ah, wieder Rot für die Thunstrasse. Dann kann ich mich ja schon mal in die Pedale stellen. … Aber nei, gopfertami, das geht nun wirklich zu weit! Kommt doch da schon wieder sone vertublete Böss von vis-à-vis! HALLO!!! Ich friere!!! Wenn ich jetzt immer noch nicht fahren darf, hueresiech, dann geh ich halt bei rot über die verreckti Chrützig! Weli gibuhäärigi Hundsniere hat eigentlich am Ampelkasten umefäliert, dass ich mir hier schon minutenlang vor dem Rotlicht den Arsch abfrieren muss? Ich habe ja schon Eiszapfen an der Nase! Wenn ich den Troglodyten in die Finger kriege, der dafür verantwortlich ist, ich beisse ihm die Ohren ab! Däm verflüemerete Gugger! Däm Moschtchopf!

Nach weiteren 5 bis 7 Minuten würde dann endlich — ENDLICH! — grün werden, und der geplagte Velofahrer könnte, wutentbrannt und mit Zornesrauch unter der Kappe, seines Weges ziehen. Weitere Kommentare erübrigen sich.

Gelesen auf Blattkritik.ch

Es wurde auch mal Zeit, dass jemand über den bösen Ulf schreibt.

Wer mich kennt, weiss, dass mir ob grossen Geländewagen — SUVs, wie sie auf Neudeutsch genannt werden — übel und ziemlich wütend zumute wird. Ebenso empfinde ich für unnötig PS-starke und dementsprechend treibstoffhungrige Sportboliden.
Und wer die Weltwoche kennt, weiss, dass ein gewisser Ulf Poschardt in jeder Ausgabe einen Artikel über ein Auto schreibt. Nicht über irgendein Auto jedoch! Meistens sind die Wagen von ebenjener Gattung, die mir die Galle hochschwappen lässt. Nur gut, dass auf Blattkritik.ch endlich einmal jemand geschrieben hat, was er vom Ulf hält! Es wäre müssig, hier alles zu wiederholen, zu sehr wird mir doch in diesem Artikel aus dem Herzen gesprochen. Lies ihn also besser gleich selbst!

Langsam reicht’s mir

Cablecom gibt nicht auf!

«Grüezi Herr Friedli»!
Diese aufdringlichen Otelfingener können mich einfach nicht in Ruhe lassen! Wieder mal ist ein Brief der Cablecom eingetrudelt. Jeden Monat schicken die mir so ein Propagandaschreiben, um mich zum Umstieg auf ihr «unglaubliches Angebot» zu bewegen. Bäggelhäärige Siechen sind das. Denn das einzige, was mich an diesem Schreiben interessieren würde, fehlt: eine eMailadresse, an die ich mich wenden kann, um ihnen mitzuteilen, ich möchte dann in Zukunft bitte keine söttigen Briefe mehr bekommen, he, aues was rächt isch! Auch auf der Website findet sich weit und breit keine solche, ausser für «Business Solutions Customers». Was auch immer das ist. Ich bin damit jedenfalls bestimmt nicht gemeint.
Doch ich sehe Licht am Ende des Tunnels: in Miniaturschrift steht, eingezwängt in der unteren linken Ecke (zum Glück gibt’s Lupen!), das Angebot sei «gültig bis 31.12.05». Ich hoffe sehr, dass ich im Neuen Jahr dann keine Briefe der Cablecom mehr bekomme. Ansonsten werde ich mich einmal telefonisch mit diesen Brüdern auseinandersetzen.
Fortsetzung folgt… (vielleicht)

Konzert der Brass Band MG Lützelflüh-Goldbach in Lützelflüh

Die BBMG Lützelflüh-Goldbach spielt in der Kirche Lützelflüh.

Die Brass Band Musikgesellschaft Lützelflüh-Goldbach spielt ein Konzert, ich spiele mit!
Ort: Kirche Lützelflüh
Datum: Sonntag, 6. November 2005
Zeit: 17:00 Uhr
Eintritt: Frei, Kollekte
Programm:

  • Fanfare and Flourishes
    James Curnow
  • Lisbon Carnival
    Gilbert Vinter
  • Pavane
    Gabriel Fauré, arr. Gordon Langford
  • Che farò senza Euridice?
    Christoph Willibald Gluck, arr. Frank Wright
    Gesang: Beat Mühlemann
  • Barcarolle
    Pjotr Iljitsch Tschaikowski, arr. Jean-François Michel
  • Panis Angelicus
    César Franck, arr. Frank Wright
    Gesang: Beat Mühlemann
  • Rondo Romantica
    Otto M. Schwarz
  • Dance before the Lord
    Peter Graham

Späte Heimkehr

Eine Probe am Ar*** der Welt verspricht eine Interessante Heimreise.

Eine Probe mit der Brass Band Lützelflüh ist besonders deshalb interessant, weil man erst um 0:47 im Lützelflüh auf den Zug geht, und demnach um ca. viertelvorzwei in Bern ankommt.
Ich habe auf dieser langen Zugreise zum ersten Mal in meinem Leben im Zug das Notebook (andere, böse Zungen nennen mein Modell einen «Schlepptop») ausgepackt. Das fägt! Es gibt einem so eine professionelle Aura! Man vermittelt der Welt unbewusst «ich arbeite hier! Ich bin wichtig!» Auch wenn man gar nicht arbeitet, sondern mittels kismet versucht, irgendwelche WLANs zu finden. Gefunden habe ich einige, aber das soll nicht das Thema des Beitrags bilden.
Spannend sind allemal auch sprachliche Begebenheiten, die sich auf dem Heimweg zutragen. Der geneigte Leser weiss vielleicht, dass mein Heimweg an einigen Botschaften vorbeiführt, namentlich an der Englischen und der Israelischen (oder schreibt sich «Englischen» und «Israelischen» etwa klein? Tipps und Korrekturen bitte als Kommentar!). Ich radelte also an der englischen Gesandtschaft vorbei (worin besteht der Unterschied zwischen Gesandtschaft und Botschaft? Und Konsulat?), und warf den beiden dort wacheschiebenden Soldaten ein «Aabe» zu. Prompt warfen sie ein «Sälü» und ein «Aabe» zurück, woraufhin mir auffiel, wie schön es doch ist, dass man ein schlichtes «Aabe» sagen kann, und dies als freundliche Geste gedeutet wird! Genau so geht das mit einem «Morge» und einem «Nacht». Was hingegen eher schwierig werden dürfte, wäre ein «viertuvorvieri», oder «haubidrüü».
Item. Bei der ein Mann starken israelischen Botschaftswachmannschaft wiederholte ich meinen «Aabe»-Gruss, und was kam zurück? «Morge»! Ja, so verschieden kann die menschliche Wahrnehmung tatsächlich sein, dass mein Abend bereits jemandes Morgen ist!