Da liegt einer beim Bahnhof

Spät des Abends standen wir beim Bahnhof und warteten auf seinen Bus. Dieser war nun soeben angekommen, da frug mich  Dezi: „Was isch de itz mit däm dahinge los?“ Ich drehte mich um, und sah, jabotz, da ligt eine am Bode.  Zwei Männer näherten sich zögernd, und auch Dezi und ich begaben uns hin.  Er am Boden hustete und war nicht so recht ansprechbar, roch aber eher nach Jim Beam oder Jack Daniels als nach Hugo Boss und Calvin Klein. Da drehte er sich auf die Seite und war ganz weg. Ich kniete mich mal hin, schliesslich ist es noch keine 4 Jahre her, seit ich im WK mal das Nothelferkürsli repetiert habe, und somit ist mir die Erste Hilfe noch so präsent, wie … nun, ich kniete mich jedenfallt mal hin, und fragte Hallo, ghöret dr mi?, bekam aber keine Antwort. Was tut man da? Richtig, den Notruf rufen. Dezi klaubte sein Natel hervor, aber noch bevor ich mich durch die Tastensperre gehangelt hatte und das 1-4-4 hätte tippen können, hustete der Mann am Boden schon wieder, richtete sich urplötzlich auf und lehnte sich gegen die Bahnhofsmauer. „Geit scho“, bedeutete er uns, hustete noch einmal garstig und wankte dann zum Bus, noch ehe wir etwas weiter tun konnten.

Dieser Bus, das war auch Dezis Bus. Ich bin gespannt auf den Bericht, den er mir morgen hoffentlich in doppelter Ausführung zur Lektüre vorlegen wird.

Ein Gedanke zu „Da liegt einer beim Bahnhof“

  1. Natürlich war noch nicht Schluss, in dem Bus. Der Betrunkene verwandelte sich abrupt in ein spasmisch zuckendes, gelbes Etwas, das versuchte den Wänden entlangzulaufen.
    Dies erzürnerte den Bus doch derart, dass er begann – wie sich das der Leser nun wohl schon ausgedacht hat – um die eigene Achse zu kreiseln, während der Buschauffeur panisch versuchte, den einten Passagier (Frederik Johanson) als Hebel zu benutzen, um die Tür zu öffnen.
    Schliesslich erholte ich mich von dem trunkenmachenden Hauch des oben genannten Herrn Geitscho und torkelte fröhlich nach Hause.

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