So tumme Leute! Und so viele davon!

Es gibt soooo viele dumme Leute! Und die meisten von denen haben ein Käppi auf fünf-vor-elf gestellt, das ihnen alle Hirnzellen einengt, weshalb das Denkorgan nur auf einem zehntel der ohnehin höchst beschränkten Kapazität arbeiten kann. Dies führt mitunter dazu, dass settig coole Siechen mitten in der Stadt in aller Lautstärke «I mues im Fau so huere go schiffe, Mann!» herumposaunen, und dann in den nächst besten Hauseingang stehen, um das schmutzige Geschäft zu erledigen.

Ich habe mich so aufgeregt. Gerne wäre ich zu dem Zeitpunkt ein Riesentöff gewesen, stark genug, es mit diesen vier Uflaten aufzunehmen und ihre Glunggen mit ihren coolen Käpplein und den Markenpullovern aufzuputzen. War ich aber leider nicht. So bleibt mir nur, mein äusserstes Missfallen über dieses leider immer häufiger anzutreffende, verwerfliche Verhalten kundzutun und mich als Moralapostel zu outen. Aber Moral fägt, wie wir bei Sidi gelernt haben, deshalb oute ich mich gerne.

Der Marder

Autofahrer mögen sie gemeinhin nicht, denn sie zerbeissen ihnen die Batteriekabel und Kühlschläuche. Ich aber finde sie lustige und listige Gesellen. Ich spreche von Mardern.

Ich kam des Wegs geradelt, heute Nacht, und nicht weit von meinem Heime entfernt zäberlte ein Viech über die Strasse. Ich dachte, das müsse wohl ein Marder gewesen sein, und steuerte alsbald meinen Drahtesel an den Strassenrand und aufs Trottoir, um dem Blumenbeet näher zu sein, in welches das Getier sich zurückgezogen hatte. Den Michael Jackson, der mir Another Part Of Me ins Ohr trällerte, schaltete ich ab, um den wunderlichen Geräuschen des Marders lauschen zu können. Ich kann die Geräuschemissionen leider nicht naturgetreu wiedergeben, und ein schnotzg-iaaglhh-uuh widerspiegelt nicht annähernd die Laute, die ein Marder in einem Blumenbeet emittiert. Das spielt aber auch keine Rolle, denn obschon ich kein Marderisch spreche, streckte das chäche Tier seinen Kopf mit der ausgesprochen spitzen Schnauze durch den Zaun und streifte seine Barthaare über meine ausgestreckte Hand. Bei der kleinsten Bewegung meinerseits verzog sich der scheue Racker aber sofort wieder zwischen Hortensien und Bärlauch, oder war’s Huflattich und Bublath? So weit, dass ich zum Streicheln gekommen wäre, kam es jedenfalls nicht, weshalb ich mich denn auch nach Hause aufmachte, solange ich noch einigermassen exakt wusste, was ich schreiben wollte.

Und so dudelt mittlerweile wieder Incognito anstelle des King Of Pop, und ich begebe mich zur Nachtruhe. Gute Nacht!

Der Physiker

Was für ein Tag! Was für ein Tag!!! Die Sonne scheint, es geht ein angenehmes Lüftlein, die Vögelein singen, und ich muss nie mehr erzwungenermassen ein Physikbuch in die Hand nehmen (was nicht heisst, dass ich es trotzdem freiwillig tue) — ich hatte heute meine (endgültig!) letzte Physikprüfung. Der Professor stellte verzwickte Fragen, ich sass auf dem Stuhl und schwitzte Bluet u Anke, aber zu letzt hat’s nun doch für eine höchst passable Note gereicht, so dass auf meinem endgültigen Physikabschlusszettel eine dicke, fette 5 prangen wird. Sooooo guet!

Also sitze ich nun hier und blogge, und höre gleichzeitig Musik. Musik, die aus meinem brandneuen iPod strömt, den ich gewonnen habe (wir erinnern uns), und der ebenfalls heute eingetrudelt ist.

Was für ein Tag!

So, und nun muss ich afang mau öppis Zmittag essen, bevor ich vom Stängelein falle. Ist ja auch schon bald 15 Uhr.

Auf Knopfdruck Fäkalientank

Ich bin ein grosser Bahn-Fan, wer mich kennt, weiss das. Noch viel mehr Fan bin ich, seitdem ich diesen Knopf entdeckt habe, diesen Knopf neben der Tür eines Eisenbahnwagens, der mit «Fäkalientank» angeschrieben ist.

Ein Fäkalientankknopf an SBB-Wagen, was hat das zu bedeuten? Und vorallem: was passiert auf Knopfdruck? Ich habe es ausprobiert, und wenn du nun erwartest, dass sich der Inhalt besagten Fäkalientankes auf die Gleise ergiesst, so muss ich dich enttäuschen. Lediglich zwei kleine Lämpchen leuchten auf, ein «80%»-Lämpchen und ein «100%»-Lämpchen. Was die zu bedeuten haben, weiss ich auch nicht genau. Vielleicht möchte ich es auch gar nicht wissen. Ich stelle es mir nicht sehr appetitlich vor.

Wenn man sich mir vordrängt… aufgepasst!

Wenn mein Kaugummivorrat zur Neige geht, oder bereits gegangen ist, bin ich stets um Nachschub besorgt. Allen Schwung der Kirchenfeldbrücke in den Wind schlagend bremste ich, was das Zeug hielt, und fuhr vor dem Kiosk vor.

Eine alte Frau war gerade am Bezahlen, und so stellte ich mich in höflichem Abstand hinten an und wartete. Sie chnübelte etwas in ihrem Portemonnaie umenand und grübelte wahrscheinlich Füfi und Zähni zusammen, um den geschuldeten Betrag zu berappen. Der Prozess zog sich etwas in die Länge, und so chnüblete ich wiederum in meinem Hosensack, und klaubte bereits die Einfrankenvierzig hervor, die ein Päckli Stimorol Peppermint kostet. Endlich hatte das Groseli bezahlt, und ich wollte mich bereits auf den Weg zur Auslage machen, um mir ein Päckli zu krallen, da fiel der guten Frau ein, dass sie noch ein Pöteeterli, im Volksmund auch Feuerzeug genannt (weshalb wohl? Ich weiss es — du auch?), brauche. Das Ganze also nochmal von Vorne. Ich studierte derweil von weitem die Heftliauslage, liess meinen Blick über Blick und Schweizer Illustrierte, Elle und Vogue, PCTipp und Weltwoche schweifen. Da plötzlich, ich wusste gar nicht, wie mir geschah, drängte sich eine mittvierzigjährige Frau vor, stabte schnurstracks zum Glacekühlbehälter, schnappte sich ein Vanillecornet und stellte sich penetrant hinter das Groseli, was mir ja egal gewesen wäre. Was mir aber ganz und gar nicht egal war, dass sie sich vor mich stellte, der ich doch seit nunmher fünf Minuten artig gewartet hatte!

Ich regte mich auf und war gerade innerlich beim Siedepunkt angekommen, als die Grossmutter ihre Finanztransaktion endlich erfolgreich hinter sich gebracht hatte, und auch die Vordrängefrau — denn eine Vorzeigefrau war das bestimmt nicht — ihr Vanillecornet bezahlt hatte. Mir lag ein bissiger Kommentar auf der Zunge, einer derjenigen, die vor lauter säuerlicher Boshaftigkeit der Frau ihre Trommelfelle verätzt, ihr die Schamesröte ins Gesicht und den Angstschweiss aus den Poren getrieben hätte. Doch just in diesem Moment ging es mir durch den Sinn: «Du muesch dere Schnudere gar nüt säge! Das git soöppis vomne Blog-Ytrag!»

Und so konnte ich mich nun also glänzend abreagieren, ohne diesem ungehobelten Exemplar einer Frau gegenüber direkt ausfallend werden zu müssen. Auch eine Art der Stress- und Aggressionsbewältigung, nicht wahr?