Die Abschussliste

Lang habe ich nichts mehr geschrieben, und damit der April nicht plötzlich als unbeschriebenes Blatt vorüberzieht, sei hier nun etwas zu virtuellem Papier gebracht.

Viel ist geschehen! So ist zum Beispiel der Frühling ausgebrochen, ich habe am 9. April Mike Mainieri und Peter Erskine zusammen mit dem Swiss Jazz Orchestra in Marians Jazzroom genossen (Woooow!!!) und ebenso habe ich mir eine neue Aufgabe vorgenommen: Kennst du das auch? An deinem Briefkasten klebt ein Aufkleber, von dem du dir dank seines unmissverständlichen Wortlautes „Keine Werbung“ eine gewisse Wirkung erhoffst, und trotzdem ist dein Posteingang Tag für Tag mit Werbeflyern zugekleistert? Ich kenne das zur Genüge. Und ich rege mich jedesmal auf wie Anton (Gopfertami, chöi di Arschlöcher eigentech nid läse!?), aber vom Aufregen alleine ändert sich nichts ausser meinem Blutdruck (obsi) und meiner Lebenserwartung (nidsi). Darum ist’s jetzt Zeit für wirksamere Methoden.

Dies in Form einer Seite (zu finden unter Abschussliste), wo ich fürderhin all jene fehlbaren Firmen öffentlich zu brandmarken gedenke, welche meinen  Briefkasten unaufgefordert bewerben. Ob die Seite ihre Wirkung zeitigt, wage ich zwar zu bezweifeln. Aber immerhin gibt sie mir das gute Gefühl der Genugtuung, das sich immer dann einzustellen pflegt, wenn ich irgendwo Dampf ablassen kann. Mein cholerisch bedingtes Magengeschwür wird es mir zu danken wissen.

Gute Nacht.

HERZLICHEN GLUCKWUNSCH, es hat keine Karte gegeben

Meine Aufforderung, alles über Postkarten zu vergessen, scheint Wirkung gezeigt zu haben: Lediglich ein Mail von Herrn RAUL GOMEZ GONZALES hat den Weg in meinen Postkartenpostkasten gefunden. Demnach habe ich in der spanischen Lotterie „NEUN HUNDERT FUENF UND DREISSIG TAUSEND, VIER HUNDERT SIEBZIG EURO. HERZLICHEN GLUCKWUNSCH!!!“ gewonnen. Spannend. Ich wusste gar nicht, dass ich da überhaupt lotteriert hatte. Karte gab’s dann aber trotzdem keine für den RAUL. Er hatte ja seine Adresse nicht im Mail notiert, bloss eine Bankverbindung. Schön blöd. Jedenfalls ist das Angebot einer Postkarte aus Berlin mittlerweile definitiv hinfällig. Ab jetzt gibt’s nur noch Karten aus Bern.

Und dann noch dies! Ich sah mich gezwungen, meinem Velo einen neuen Vorderfinken zu spendieren. Normalerweise flicke ich die kaputten Schläuche ja. Nicht so aber diesmal: Ein knapp zentimeterlanger Riss im Mantel und das Pendant im Schlauch überzeugten mich von der Notwendigkeit, beides zu ersetzen. Habe ich heute getan, bin zufrieden damit und freue mich, morgen wieder zur Arbeit zu fahrradfahren.

Und damit wir alle noch etwas zu lachen haben, mache ich jetzt noch meinen Tippfehler publik, den ich aber wohlweislich noch rechtzeitig korrigiert habe: Im „flicken“ nach „Normalerweise“ vergass ich das „l“. Haha. Wie derb. Gute Nacht.

Objektophilie

Nun wird’s lustig. Denn Spam hat durchaus auch amüsante Seiten zu bieten.

Von „S. Schmidt“ erreichte mich ein Mail mit dem aussagekräftigen Betreff „Neue Anschrift“. Das alleine wäre ja noch nicht bloggenswert. Doch der Inhalt ist es. Bezugnehmend auf das Telefonat, das ich anscheinend am 11. September geführt haben soll (wahrscheinlich war ich da auf Drogen, ich kann mich nämlich nicht mehr daran erinnern) wird mir mitgeteilt, dass eine neue Erotikseite online gehe. Die Adresse kann man sich wunderbar merken, kurz und prägnant, wie sie ist: liebezumaschinenfetischismus-objektophilie.de. Aah, ich bedanke mich für die Nachricht! Endlich eine Seite für Männer, die meine Leidenschaft teilen, die sich kaum zurückhalten können, wenn sie eine schöne Pleuelstange sehen, beim Anblick eines Telefons in Wallung geraten und in Liebestollheit verfallen, wenn ihnen ein Elektromotor begegnet!

Es muss hier noch gesagt sein, dass ich keine Verantwortung übernehmen kann, wenn du die erwähnte Seite besucht, und dir dadurch Schaden entsteht!