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Gebrauch des Genitiv(s) erwünscht

Es hat sich nichts daran geändert, dass ich ein grosser Verfechter des Genitivs bin. Meiner Meinung nach sollte man sich seiner viel öfter bedienen. Er gehört zu den vom Aussterben bedrohten Kasus, was eine gezielte Förderung unabdingbar macht.

Insbesondere, wenn man sieht, wie in aller Öffentlichkeit mit ihm umgegangen wird:

Unvollständiger Genitiv
Dies schmerzt mich sowohl in Aug‘ als auch in Ohr.

Zwar heisst es nicht gerade „Betreten vom Areal verboten“, aber auch das schüchternde „des“ macht es nicht viel besser. Dies ist ein klassischer Fall von „Genitiv-Dativ-Bastardismus“.

Was mir aber vollkommen neu war, ist die Tatsache, dass Köniz ein Konzentrationslager besitzt. Gelinde gesagt – ich bin schockiert. Was fällt denen ein?

Oder könnte mich jemand netterweise darüber aufklären, wofür KZ sonst noch stehen kann?

Das volle Kulturprogramm

Das volle Kulturprogramm, die geballte Ladung an einem einzigen Abend gönnte ich mir heute. Kinematographische Unterhaltung sowie musikalisches Kulturschaffen, beides passiv-konsumatorisch auf die Genussrezeptoren einwirkend, wirken Wunder, auch wenn keine Wunder vonnöten sind.

Heiteren Gemüts erträgt man sogar feuchten Schneefall, wie man ihn sich auch im hohen Norden, beispielsweise Chez les ch’tis, vorstellen könnte, und mit Swing à la SJO kommt sowieso subtropische Wärme im Herzen auf. Dass sich mit unglaublicher Geschwindigkeit der nächste Arbeitstag ankündet, vermag die Stimmung auch nicht zu trüben, denn wenn alles im grünen Bereich ist, hat man im Büro zuweilen sogar etwas zu lachen. Nun, nicht, dass jemals nicht alles im grünen Bereich gewesen wäre.

Ich darf bei dieser Gelegenheit gleich eine kleine Anekdote in den Text einflechten, die sich zwar nicht chronologisch, dafür aber thematisch nahtlos in die Umgebung einfügt, und zwar dann, wenn wir uns als Umgebung ein Schneegestöber vorstellen.

So stöberte also der Schnee um der Menschen Köpfe, und infolgedessen hatten Trams und Busse etwas zu husten. Konsequenterweise meldeten die Anzeigetafeln an den Bernmobilbusundtramhaltestellen auch die dräuenden Verspätungen der öffentlichen Bernmobilverkehrsmittel. Ich bin in der exklusiven Lage, den Originaltext im Originalton wiederzugeben, der da lautet:

Infolge prekären Strassenverhältnissen sind Verspätungen möglich.

Liebe Bernmobiltexterundtexterinnen! Bitte, bitte, erbarmt euch dem Dativ und missbraucht ihn nicht anstelle dem Genitiv!

Munter drauflosgeplappert

Selten kommt es vor, dass mir jemand bei meiner Schreibertätigkeit über die Schulter guckt. Heute ist so ein Selten.

Wir wandelten durch die Altstadt, als, unverhofft, eine wohlbekannte Figur auf der Bildfläche erschien.

Hier ist ein Einschub angebracht. Es bloggt sich unabstreitbar anders, wenn  über die Schulter geguckt wird. Ich will es dennoch versuchen, zu tun. Einschub Ende.

Diese Figur also, von der zu sprechen, respektive scheiben, ich begonnen hatte, spielte mit ihrem Hund. Der Schultergucker meint soeben, es habe sich bloss um einen Köter gehandelt, ich als Tierliebhaber muss aber dagegenhalten, dass auch kleine Kläffer durchaus als Hunde bezeichnet werden dürfen, zumal doch das Wort Hund bereits grundsätzlich negativ mit Gestank und Gekläff behaftet ist, und somit auch diese Bezeichnung nichts Gutes zu verheissen vermag (Aah, wie ich mich auf die bissigen Kommentare von Hundenarren freue!).

Ich bin abgedriftet.

Nach wie vor fühlt sich überwachtes Bloggen merkwürdig an. Kehren wir trotzdem zurück zum Kern des Beitrages.

Wir sprachen von einer wohlbekannten Figur, welche auf der Bildfläche erschien. Diese Person war uns bereits aus einem einschlägigen Lokal bekannt, wobei einschlägig hier durchaus nicht in negativem Sinne gebraucht wird, sondern bloss halt eben anders, aber item. Bevor ich wiederum weiter abdrifte sollte vielleicht noch zur Erwähnung gebracht werden, dass mir mittlerweile über die Schulter gezähneputzt wird, was meiner Konzentration auch nicht unbedingt förderlich ist, so dass weitere Abdriftungen wohl kaum zu vermeiden sind.

Die Figur also, die wohlbekannte. Sie spielte mit ihrem Fido, und war dem Anschein nach in Pyjamahose und Bettsocken gekleidet. Die Bettsocken sind bei den aktuell vorherrschenden arktischen Temperaturen durchaus verständlich, die Pyjamahose eher weniger. Aber als Bürger eines freien demokratischen Landes darf man sich kleiden, wie es einem behagt, und zum Glück darf man auch schreiben, was einem behagt, ansonsten ich mich wohl mit bitterbösen Konsequenzen ob dieses schwachen Beitrages konfrontiert sähe.

Immerhin ist mir zuzugestehen, dass ich noch einen Genitiv eingebaut habe. Und das ist doch auch etwas.

Gute (obligate) Nacht!